Israel-Handbuch

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Gemeinsam Erinnern – Brücken Bauen

Deutsch-Israelisches Handbuch für den Schüler- und Jugendaustausch


Hintergrund

„Erinnern und nicht vergessen“ ist ein zentrales Anliegen, das die Begegnungen von deutschen und israelischen Jugendlichen und Pädagog/-innen seit Beginn der partnerschaftlichen Zusammenarbeit prägt. Der binationale Jugend- und Schüleraustausch eröffnet seit mehr als 50 Jahren einen Weg, das Andenken an die Opfer der Shoah bewusst fortzuschreiben und gemeinsam Verantwortung für das Erinnern zu übernehmen. Die Begegnungen der Jugendlichen beinhalteten immer einen gemeinsamen Besuch ehemaliger Konzentrationslager oder Gedenkorte. Dabei ist das gemeinsame Gedenken noch keine Selbstverständlichkeit. Die Bearbeitung der Shoah und der Besuch an historischen Orten der Verfolgung verdeutlicht jungen Deutschen und jungen Israelis immer wieder auch die Zugehörigkeit zu den Nachfolgegenerationen der Täter und der Opfer. Diese Wahrnehmung erschwert nicht selten die Verständigung der Jugendlichen auf beiden Seiten. Häufig kann dies eine plötzliche Distanz in bis dahin spontan gewachsenen Freundschaften bewirken. Um die Auseinandersetzung mit der Geschichte einerseits und die Begegnung in der Gegenwart andererseits als gemeinsamen und verbindenden Prozess zu gestalten, muss das gemeinsame Gedenken sensibel und pädagogisch vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet werden. Das vorliegende Handbuch ‚Gemeinsam Erinnern – Brücken Bauen’ entstand in einem 3-jährigen bilateralen Arbeitsprozess aus den vielfältigen Erfahrungen, die im Laufe vieler Jahre bei Jugendaustauschprogrammen gesammelt wurden.


Zielsetzung

Im Laufe von über fünfzig Jahren hatten sich die Verantwortlichen von Austauschprojekten mit vielen Schwierigkeiten auseinander zu setzen, wenn sie versuchten, Zeremonien im Gedenken an die  Opfer des Naziregimes und insbesondere an die jüdischen Opfer abzuhalten. Gedenkzeremonien in ehemaligen Konzentrationslagern oder an Gedenkorten in Deutschland oder Israel führen auch heute bei allen Beteiligten zu starken emotionalen Reaktionen. Diese auffangen zu können, sich gemeinsam mit Deutschen und Israelis auf eine Gedenkfeier vorzubereiten und diese sinnvoll in den Rahmen deutsch-israelischer Begegnungen einzubauen, sind die Ziele der Nutzung dieses Handbuches. Hauptaufgabe dieser Handreichung ist es, ein hilfreiches Instrument für diejenigen zu sein, die im Bereich des Austausches von jungen Israelis und jungen Deutschen in Deutschland und Israel tätig sind und Anregungen suchen, um ein bedeutungsvolles und gemeinsames Erinnern und Gedenken zu initiieren.

Zu diesem Zweck umfasst das Handbuch:
• Leitgedanken zum historischen Geschehen
• Fragestellungen zur pädagogischen Arbeit
• Texte für die Gestaltung von Gedenkfeiern
• Praxisbeispiele bilateraler Erinnerungsarbeit
• Informationen zu Gedenkorten in beiden Ländern
• Materialien und Links

Damit das Ziel des Gemeinsamen Gedenkens von beiden Seiten in gleicher Weise verfolgt werden kann, ist das Handbuch auf deutsch und hebräisch verfasst.


Zielgruppen

Das Handbuch richtet sich an Deutsche und Israelis, die mit Gruppen die Gedenkstätten in Deutschland oder Gedenkorte in Israel besuchen, dabei vor allem an die jugendlichen Austauschgruppen beider Länder. Sie werden überwiegend über die Träger dieser Austauschprogramme erreicht: Jugendverbände und Jugendgruppen, Jugendringe und Jugendzentren, Bildungseinrichtungen der Jugendarbeit und Schulen. Das Handbuch wurde auch für die Fachkräfte, die Verant-wortlichen und Leiter/-innen von Begegnungen geschrieben, und auch für die Teilnehmer/-innen an einschlägigen Seminaren in beiden Ländern. Ethnische und nationale Minder-heiten beider Länder, Angehörige unterschiedlicher Religionen, alle Bürger beider Länder sollen Unterstützung in ihren Gedenkaktivitäten finden genau so wie binationale Gruppen von Jugendlichen aus anderen Ländern – in Zentral- und Osteuropa, die mit  deutschen und israelischen Gruppen dem Völkermord im letzten Jahrhundert gedenken.


Bestellung

Das Handbuch kann im BJR-Shop bestellt werden. Der Preis beträgt 30 €. Institutionen und Fachkräfte des Jugendaustauschs erhalten 50 % Rabatt.