Jugendprogramm auf einem Blick

Für ein neues
Kinder- und Jugendprogramm der Bayerischen Staatsregierung

Der Vorschlag
des Bayerischen Jugendrings zur
Fortschreibung des Teils „Jugendarbeit“

Das Kinder- und Jugendprogramm ist eine Standortbestimmung der Staatsregierung zur Jugendpolitik, formuliert die fachpolitischen Grundlagen zur (finanziellen) Förderung der Aufgaben im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe auf Landesebene, wurde letztmalig 1998 fortgeschrieben.

Der Bayerische Jugendring hat für die dringend erforderliche Fortschreibung folgende Position beschlossen:

I. Jugendpolitik
stellt 6- bis 27-Jährige in den Mittelpunkt,

  • sieht ihr Potenzial und fördert sie,
  • vertritt und verteidigt ihre Anliegen,
  • schafft für sie Gelegenheiten sich zu entwickeln,
  • beteiligt sich an der Gestaltung ihrer Lebensbedingungen,
  • trägt zum Ausgleich sozialer Benachteiligung bei.

II. Schwerpunkte

  • Wertekompetenz: Wichtig sind Bildungsorte und Bildungsgelegenheiten, in denen Kinder und Jugendliche Regeln und Orientierungen erfahren und gestaltet können.
  • Teilhabemöglichkeiten: Engagierte junge Menschen müssen unterstützt und mehr interessierte Jugendliche für gesellschaftliches Engagement gewonnen werden.
  • Nachhaltigkeit: Die Zukunft für Jugendliche gestalten heißt, sich an den Prinzipien nachhaltiger Entwicklung auszurichten und die Grundlagen des sozialen Zusammenlebens zu erhalten.
  • Inklusion: Soziale Ausgrenzung und Desintegration junger Menschen muss abgebaut werden.
  • Demografische Entwicklung: Zugunsten der jungen Generation Verteilungsgerechtigkeit schaffen und Teilhabe- und Nutzungsrechte des öffentlichen Raums für junge Menschen absichern.


III. Ziele der Landesförderung:
Aktionsfelder der Jugendarbeit

1: Engagement unterstützen und fördern
Die Ausbildung der Jugendleiterinnen und Jugendleiter ausweiten, Verringerung der finanziellen Belastung für Teilnehmende der Jugendlei-ter/-innenkurse und Aktualisierung des Gesetzes zur Freistellung für Zwecke der Jugendarbeit.


2: Erfahrungs-, Bildungs- und Beteiligungsräume sichern und ermöglichen

  • Junge Menschen müssen sich Jugendbildung leisten können. Die bedarfsgerechte Bereitstellung von öffentlichen Mitteln für Bildungsmaßnahmen der außerschulischen freien Träger der Jugendhilfe ist ein wichtiger Beitrag zum Ausgleich von Bildungsungerechtigkeiten.  …..
  • Neue Konzepte und Methoden für die Bildung für nachhaltige Entwicklung, um bei möglichst vielen jungen Menschen dauerhaftes Engagement für nachhaltige Entwicklung zu erreichen.
  • Jugendarbeit als Bildungspartner der Schule unterstützen, um Kinder und Jugendliche in ihren individuellen Fähigkeiten und Interessen zu fördern und Engagementerfahrungen zu vermitteln.  
  • Durch Verankerung und Weiterentwicklung der Kultur- und Medienarbeit in der Jugendarbeit, Kinder und Jugendliche unterstützen, Kompetenzen im Umgang mit Kultur und Medien zu entwickeln.  
  • Junge Menschen zur aktiven Mitgestaltung einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft anregen und befähigen, durch neue Wege politischer Bildung und jugendgemäßer Beteiligung, sowie Unterstützung der Erinne-rungsarbeit und der historisch-politischen Bildungsarbeit.  
  • Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure und Strukturen gegen rechtsextremistische Gruppierungen und Organisationen durch Information, Beratung und Vernetzung.
  • Zur Geschlechtergerechtigkeit beitragen durch die Qualifizierung und Verbreiterung von Angeboten der Jugendarbeit, die sich der jeweils besonderen und angemessenen Förderung von Jungen und Mädchen in der Pra-xis der Jugendarbeit annehmen.
  • Bedarfsgerechte Versorgung mit Einrichtungen der Jugendarbeit als Orte und Gelegenheiten des Treffens, der Geselligkeit unter Gleichaltrigen, des informellen Lernens und der Verantwortungsübernahme. Investitionsförderung zum Umbau, zur Instandsetzung und zur Modernisierung bestehender Einrichtungen, zur Anregung und Beratung zum nachhaltigen Planen und Bauen, zur Unter-stützung nachhaltiger Betriebsführung.


3: Interkulturelle und internationale Handlungskompetenz stärken

  • Mehr Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund erreichen und teilhaben lassen, ihr Potenzial in der Jugendarbeit aufgreifen, Förder- und Unterstützungsangebote entwickeln. 
  • Kompetenzen für die internationale und interkulturelle Lebensrealität stärken und eine europäische Identität junger Menschen durch Internationale Jugendarbeit entwickeln.
  • Mehr Schüler und Schülerinnen am internationalen Schüleraustausch mit nachhaltiger Wirkung teilhaben lassen, insbesondere Haupt- und Förderschulen ansprechen und zur Teilnahme motivieren.


4: Unterstützungsstrukturen ausstatten

  • Organisatorische Grundstruktur der landesweit tätigen Jugendverbände: Die Leistungsfähigkeit der ehrenamtlichen verbandlichen Jugendarbeit ist entscheidend davon abhängig, dass sie über zentrale Leitungsorgane und Geschäftsstellen verfügen.
  • Fachkräfte der Jugendverbände, Jugendbildungsstätten, Bezirksjugendringe: Sie unterstützen, entlasten und qualifizieren ehrenamtlich Engagierte, sie gewährleisten fachlich angemessene Aufgabenerledigung und Kontinuität, übernehmen Verwaltungsarbeiten, gestalten pädagogisch qualifizierte Bildungsarbeit und geben fachliche Impulse zur Weiterentwicklung der Jugendarbeit.
  • Landeszentrale Institutionen und Fachorganisationen der Jugendarbeit:

    Geschäftsstelle des Bayerischen Jugendrings, insbesondere mit den Aufgaben der Fach- und Rechtsberatung der Gliederungen des BJR, der Jugendverbände, der Kommunalen Jugendarbeit, der Jugendämter, der Offenen Kinder- und Jugendarbeit / Streetwork/Mobile Jugendarbeit, der gemeindlichen Jugendar-beit.  

    Institut für Jugendarbeit Gauting des Bayerischen Jugendrings als Einrichtung für die landeszentrale Fort- und Weiterbildung für hauptberufliche Fachkräfte der Jugendarbeit.

    Tandem – Koordinierungszentrum deutsch-tschechischer Jugendaustausch zur Förde-rung des außerschulischen Jugendaustauschs mit der Tschechischen Republik.

    JFF-Institut für Medienpädagogik in For-schung und Praxis für medienpädagogische Angebote der außerschulischen Jugendbil-dung sowie Beratung und Qualifizierung der Fachkräfte.

    Landesmediendienste Bayern e.V. mit der Aufgabe, Medien für die öffentliche, nicht gewerbliche Nutzung zu verleihen.


5: Weiterentwicklungen in der Jugendarbeit anregen und modellhaft erproben
Auf aktuelle Veränderungen in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen mit passenden Angeboten eingehen durch zwei Modellprojekte zu den Themen Jugendarbeit und Internet und Jugendarbeit als Standortfaktor der Gemeinde.

Ansprechpartnerin

Martina Liebe
Büroleitung und Leiterin Referat Jugendpolitische Grundsatzfragen und Querschnittsthemen
Herzog-Heinrich-Str. 7
80336 München

Fon.: 089/51458-42
Fax.: 089/51458-77

Diesen Artikel empfehlen

| Mehr