Keine sexuellen Übergriffe in der Kinder- und Jugendarbeit!
Prävention sexueller Gewalt in der Jugendarbeit – Entwicklung schützender Strukturen
Die Qualifizierungsreihe für Leitungs- und Fachkräfte
Kinderschutz und Kindeswohlgefährdung werden in der Öffentlichkeit und in der Jugendhilfe mit großer Aufmerksamkeit bedacht. Für die Kinder- und Jugendarbeit ist der Schutz von Mädchen und Jungen vor sexueller Gewalt zentrales Thema. Die Welle von Aufdeckungen im vergangenen Jahr führte zu einer intensiven Beschäftigung mit dem Thema in Medien und Politik, so z.B. beim „Runden Tisch sexueller Kindesmissbrauch“ der Bundesregierung. Als Ergebnis der unterschiedlichen Initiativen ist zu erwarten, dass künftig alle Bereiche der Jugendhilfe – also auch die Jugendarbeit - beim Thema Kinderschutz stärker in die Pflicht genommen werden.
Führungs- und Fachkräfte sind für die Einführung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen verantwortlich und müssen sicherstellen, dass die erforderlichen organisatorischen und strukturellen Voraussetzungen des Kinderschutzes sicher gestellt und umgesetzt werden. Damit Präventionsmethoden übergreifende und nachhaltige Wirksamkeit entfalten können, müssen sie durch einen Implementierungsprozess in das Gefüge von Organisationen eingebunden und dort etabliert werden.
Der Bayerische Jugendring bietet gemeinsam mit dem Institut für Jugendarbeit Gauting dazu eine Qualifizierungsreihe für Verantwortliche und Fachkräfte aus der Jugendarbeit an. Diese orientiert sich am gegenwärtigen Stand der Fachdiskussion. Zusätzlich fließen die langjährigen Erfahrungen aus der Fachberatungsstelle PräTect des BJR und aus dem bundesweiten Modellprojekt „PräTect… keine Täter in den eigenen Reihen!“ ein.
Das Besondere an dieser Qualifizierungsreihe
Im Mittelpunkt stehen Organisationen der Jugendarbeit mit ihren bestimmenden Prinzipien Ehrenamtlichkeit, Freiwilligkeit, Beteiligung und Selbstorganisation und ihren besonderen Aufgaben, Strukturen und Entscheidungsprozessen. Für sie bietet die PräTect-Qualifizierungsreihe ein spezifisches Handlungskonzept, wie Schutzmaßnahmen in der Jugendarbeit strukturell verankert und verstetigt werden können.
Ausgewiesene Expert/-innen vermitteln das entsprechende Fachwissen, erprobte Praxisbeispiele werden anschaulich präsentiert und Materialien zur Verfügung gestellt. Die Teilnehmenden wenden im Anschluss an jedes Qualifizierungsmodul das Gelernte in ihrem Arbeitsfeld an, machen die Theorie praxistauglich und tauschen sich mit anderen Teilnehmenden über ihre Erfahrungen aus. Sie werden dabei kontinuierlich begleitet und unterstützt.
Die Qualifizierungsreihe bezieht die aktuellen gesetzlichen Anforderungen ein. Sofern aufgrund gesetzlicher Änderungen neue Aufgaben/Standards zum institutionellen Kindesschutz für das Arbeitsfeld Jugendarbeit entstehen, werden wir diese soweit möglich in die Ausbildung aufnehmen.
Die wichtigsten Themen
- Grundlagen: Sexuelle Gewalt als Herausforderung für die Kinder- und Jugendarbeit
- Gefährdungsanalyse: Ein organisationsspezifisches Schutzkonzept
- Schutzmaßnahmen entwickeln: Ebene Institution
- Krisenmanagement: Umgang mit dem Vorwurf sexueller Übergriffe
- Schutzmaßnahmen entwickeln: Ebene Kinder und Jugendliche
Zielgruppe
Leitungskräfte und Verantwortliche aus der Jugendarbeit, die sich zum/zur "Qualitäbeauftragten für Prävention sexueller Gewalt in der Jugendarbiet" qualifizieren möchten:
- Fachkräfte mit pädagogischer und/oder organisatorischer Verantwortung
- Ehrenamtliche in verantwortlicher Funktion
Eine aktive Unterstützung der Qualifizierung und insbesondere der erforderlichen Entwicklungsprozesse durch die jeweilige Organisation bzw. den Träger ist Teilnahmevoraussetzung.
Ziele für die Teilnehmer/innen
Die Teilnehmer/innen sind nach Abschluss der Qualifizierungsreihe in der Lage, die zur Implementierung von Schutzmaßnahmen notwendigen Qualitätsentwicklungsprozesse in Organisationen der Jugendarbeit sachkundig und professionell zu unterstützen und zu begleiten.
Nutzen für die Organisationen
Die beteiligten Verbände/Organisationen erhalten Anregung und fachliche Unterstützung bei der Einführung von wesentlichen Elementen struktureller Prävention gegen sexuelle Gewalt.
Verantwortlich
Beate Steinbach, Fachberatungsstelle PräTect
Ina Benigna Hellert, Institut für Jugendarbeit Gauting
Kursleitung
Margot Heinze-Ehrlich, Dipl.-Sozialpädagogin (FH), Gestalttherapeutin, Supervisorin
Beitrag
2.450,- Euro für 17 Tage Kurs (incl. Unterkunft und Vollverpflegung).
Zertifikat
Der erfolgreiche Abschluss der Qualifizierungsreihe wird vom Bayerischen Jugendring und dem Institut für Jugendarbeit Gauting mit dem Titel „Qualitätsbeauftragte/r für Prävention sexueller Gewalt in der Jugendarbeit“ zertifiziert.
Termine
Modul 1: 14. – 16. Dezember 2011
Modul 2: 01. – 03. Februar 2012
Modul 3: 28. – 30. März 2012
Modul 4: 23. – 25. Mai 2012
Modul 5: 04. – 06. Juli 2012
Modul 6/Kolloquium: 04./05. Oktober 2012
Die Module beginnen am ersten Tag jeweils um 14.00 Uhr und enden am letzten Tag jeweils um 15.00 Uhr.
Veranstaltungsort
Institut für Jugendarbeit Gauting
Germeringer Str. 30
82131 Gauting
www.institutgauting.de
Beratung und Information
Beate Steinbach
Bayerischer Jugendring – Fachberatungsstelle PräTect
Email: steinbach.beate©bjr,de
Tel.: 089/51 458 -63
Ina Benigna Hellert
Institut für Jugendarbeit Gauting
Email: hellert©institutgauting,de
Tel.: 089/89 32 33-18
Ansprechpartnerin
Bayerischer Jugendring
Beate Steinbach
Herzog-Heinrich-Str. 7
80336 München
Tel.: 089/51458-63
Fax.: 089/51458-77



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