Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus

Der Bayerische Jugendring ist Träger der Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus (LKS).

Im Rahmen des Bundesprogramms »Kompetent. Für Demokratie - Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus«, welches in Verantwortlichkeit des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt wird, erfolgte 2007 die Einrichtung der Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus. Für Bayern ist die zuständige Landesbehörde das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus, das den Bayerischen Jugendring aufgrund seiner Kompetenz in diesem Themenfeld als ausführende Stelle benannt hat.

Für die Maßnahmen war zunächst eine Projektlaufzeitphase von 2007 bis 2010 geplant. Aufgrund der bundesweit erfolgreichen Umsetzung und Etablierung von Strategien zur effektiven Bekämpfung gegen den Rechtsextremismus, wurden die Projekte verlängert. Von 2011 – 2013 wird die Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus daher im Rahmen des neuen Bundesprogramms ‚Toleranz fördern – Kompetenz stärken’ weitergeführt.

Die Landeskoordinierungsstelle steuert Lösungs- und Beratungsangebote zur Bekämpfung von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Gemäß dem bundesweiten Förderprogramm ergeben sich die folgenden zentralen Aufgaben:

  • Konzeptionierung, Einsetzung und Begleitung des landesweiten Beratungsnetzwerkes
  • Landeszentrale Anlaufstelle zur Anzeige von Krisensituationen auf kommunaler Ebene
  • Koordinierung und Umsetzung der Einsätze Mobiler Beratungsteams in Bayern
  • Dokumentation erfolgreicher Maßnahmen und Weitergabe von Erfahrungen
  • Landesweite Öffentlichkeitsarbeit zur Unterstützung des Beratungsnetzwerkes, lokaler Netzwerke sowie Zusammenarbeit mit der bundesweiten Zentralstelle in Schleife.

Beratungsnetzwerk

Im Rahmen des Beratungsnetzwerkes werden die unterschiedlichsten Institutionen, Initiativen und Personen mit ihren Aktivitäten, Kompetenzen und Erfahrungen gebündelt, um so einen nachhaltigen Informationsfluss zu gewährleisten. Das Beratungsnetzwerk verknüpft unterschiedliche Kompetenzen, die bedarfsorientiert Personen, Institutionen und Kommunen bei der Bewältigung von Krisen unterstützen.

Darüber hinaus gibt die Landeskoordinierungsstelle einen regelmäßigen Informationsdienst heraus.

Mobile Beratungsteams

Die Mobilen Beratungsteams werden in enger Abstimmung von LKS und Beratungsnetzwerk anlassorientiert, zeitnah, aufsuchend und mit einer klaren zeitlichen Befristung eingesetzt. Die Anlässe ergeben sich aus den jeweiligen Krisensituationen, welche von der örtlichen Ebene angemeldet werden.

Die Mobilen Beratungsteams werden vor Ort aktiv, um

  • gemeinsam mit den Betroffenen und weiteren zuständigen Personen die vorhandene Situation zu analysieren
  • ein nachhaltiges Lösungskonzept mit allen Beteiligten zu entwickeln
  • durch fachkompetente Beratung die örtlichen Beteiligten in die Lage zu versetzen, die Problemsituation selbst bearbeiten und lösen zu können
  • ggf. weitere Experten/-innen bzw. Unterstützungs- und Kooperationspartner/-innen zu vermitteln

Regionale Beratungsstellen

Um in einem Flächeland wie Bayern dem Bedarf an Beratung noch effektiver gerecht zu werden, wurden von der Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus im Januar 2010 drei regionale Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus in Bayern eingerichtet.

Die Regionalen Beratungsstellen arbeiten eng mit der LKS zusammen und garantieren durch einen noch zeitnaheren Einsatz und eine noch passgenauere, auf die regionalen Gegebenheiten zugeschnittene Beratung vor Ort, eine qualitative Verbesserung und stetige Weiterentwicklung des Beratungsangebotes.

Die Regionalen Beratungsstellen sind wie folgt für die Regierungsbezirke zuständig:

  • Regionale Beratungsstelle für Oberbayern und Schwaben mit Sitz im Kreisjugendring Ebersberg
  • Regionale Beratungsstelle für Niederbayern und die Oberpfalz mit Sitz im Stadtjugendring Weiden
  • Regionale Beratungsstelle für Mittel-, Unter- und Oberfranken mit Sitz im Kreisjugendring Nürnberg Stadt

Die Kontaktadressen und nähere Informationen zu den Beratungsangeboten finden Sie auf der Homepage der LKS unter www.lks-bayern.de

Beratung von Eltern und Angehörigen rechtsextrem orientierter Jugendlicher

Die LKS betreibt eine bayernweit agierende, aufsuchend tätige Beratung von Eltern und Angehörigen rechtsextrem orientierter Jugendlicher und hat damit auf den hohen Bedarf an einem solchen Angebot in Bayern reagiert.

Die Beratung erfolgt stets vor Ort und absolut anonym. Ziel ist es, den Eltern nicht nur Informationen zum Rechtsextremismus in Bayern und der lokalen Szene vor Ort zu vermitteln, sondern gemeinsam einen Weg im Umgang mit der Problematik zu finden.

Darüber hinaus kooperiert die Elternberatung mit anderen Beratungsstellen und wird auch vermittelnd tätig, falls dies von den Betroffenen gewünscht ist.

Betroffene können sich unter elternberatung©lks-bayern,de oder die Hotline 0151-23617782 an die Beratungsstelle wenden.

Beratung und Begleitung für Opfer von rechtsextremer Gewalt

Mit dem Projekt B.U.D. – Beratung, Unterstützung und Dokumentation hat die LKS ein Angebot speziell für Opfer von rechtsextremer Gewalt, sowie Angehörige, Freunde und Zeugen eingerichtet.

Ziel ist es Menschen, die in Ihrem Umfeld von Rechtsextremisten beleidigt, bedroht oder 

angegriffen werden beratend zur Seite zu stehen, über rechtsextreme Gewalt aufzuklären, den Betroffenen in Rechtssachen beratende Unterstützung zu bieten und dazu beizutragen ein freies und angstfreies Leben zu ermöglichen.

Die Berater/-innen kommen vor Ort, die Beratung ist kostenlos und absolut freiwillig. Die Ratsuchenden entscheiden, welche Schritte sie gehen wollen, die Informationen werden hierbei absolut vertraulich behandelt. Bei Bedarf kann auch ein/e Dolmetscher/-in zur Beratung hinzugezogen werden

Betroffene können unter info©bud-bayern,de oder der Beratungshotline 0151-21653187

Kontakt aufnehmen und sich unter www.bud-bayern.de näher über das Angebot informieren.

Die Landeskoordinierungsstelle stellt darüber hinaus Informationsmaterialien zur Verfügung und bietet kostenlose Workshops und Seminare für Multiplikatoren/-innen zum Thema Rechtsextremismus an.

Weitere Informationen:

www.lks-bayern.de

Ansprechpartnerin

Nicola Hieke
Herzog-Heinrich-Str. 7
80336 München

Fon.: 089/51458-38
Fax: 089/51458-88
hieke.nicola©bjr,de

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