Einsendungen 2026

Viel Preis Bewerbungen 2026

Der VIEL-Preis wurde zum elften Mal verliehen. Es sind wieder sehr beeindruckende Bewerbungen eingegangen, die von einem hohen Engagement für eine vielfältige und rassismuskritische Jugendarbeit zeugen.

Die Einsendungen werden in der Kommission Jugendarbeit in der Migrationsgesellschaft beraten und es wird ein Preisträger dem Landesvorstand vorgeschlagen, der dann die Entscheidung trifft. Alle Einsendungen sind sehr beeindruckend, und können hier nachgelesen werden.

Straßenfest gegen Rassismus und Diskriminierung -für ein bessseres Zusammenleben

Das Straßenfest wurde auf Initiative unseres Vereins Junge Stimme e.V. 2015 ins Leben gerufen. Der Gedanke: in Nürnberg wurden drei Menschen vom rechtsterroristischen NSU ermordet und eine Person bei einem Bombenanschlag schwer verletzt. 2015 war diese Mordserie, vielen (jungen) Menschen kein Begriff mehr. Deshalb wollten wir einen Raum schaffen, bei dem den Opfern des NSU und anderer rassistischer Gewalttaten gedacht wird, aber auch der Zusammenhalt und die Solidarität der Nürnberger Stadtgesellschaft im Vordergrund steht. Seitdem wird das Fest jedes Jahr von einem breiten Organisator:innenkreis veranstaltet. Wie unterschiedlich die Gruppen auch sind, die Gemeinsamkeit ist das Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung.

Das Fest ist ein partizipatives Gemeinschaftsprojekt. Weder steht bei dem Fest ein finanzieller Aspekt für die teilnehmenden Gruppen im Vordergrund, noch eine Selbstprofilierung. Es geht darum, geschlossen die Vielfalt und den Zusammenhalt darzustellen und gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung zu setzen. Deshalb werden Entscheidungen auch kollektiv im Plenum gefällt. Es ist das Straßenfest aller.

Die IG-Jugend ist der Jugendverband der „IG-Initiativgruppe – Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V.“ (siehe unten), der möglichst selbstständig und selbstbestimmt von Jugendlichen/ jungen Erwachsenen für Jugendliche/ junge Erwachsene arbeitet.

Die IG-Jugend tritt aktiv gegen Diskriminierungen im Allgemeinen und Rassismus im Speziellen und für Frieden und Chancengleichheit in München. Hier ist jede*r willkommen, der*die unter 27 Jahren ist und Freude daran hat, mit anderen Gleichgesinnten abzuhängen, kreativ zu sein und Projekte zu organisieren.

Die IG-Jugend ist politisch aktiv: Der IG-Jugendverband leistet mit seinen vielen Projekten einen Beitrag zur gesellschaftlichen und politischen Gleichberechtigung von Jugendlichen, die einen migrantischen Hintergrund haben. Dabei erhalten sie Unterstützung von pädagogischen Mitarbeiter*innen, die in der Jugendarbeit der Initiativgruppe („Mikado – Jugendkultur und Bildung“) tätig sind.

Die IG-Jugend ist Mitglied beim Kreisjugendring München. Ziel ist es, allen interessierten jungen Menschen die Teilhabe an den Projekten zu ermöglichen, unabhängig von sozialen oder finanziellen Voraussetzungen.

Zielsetzungen unserer IG-Jugend

  • Aktivitäten, die uns für Menschenrechte sensibilisieren
  • Aktivitäten gegen rassistische, nationalistische, diskriminierende Tendenzen
  • Aktivitäten, die das Verständnis und die Beziehung zwischen Jugendlichen unterschiedlichster Hintergründe und Identitäten verbessern
  • Aktiver Einsatz für die Gleichberechtigung von Männern* und Frauen*
  • Aktivitäten,     die    zur    Chancengleichheit      ausländischer      und    migrantischer Jugendlicher in der schulischen und beruflichen Bildung beitragen

Angebote

  • Monatliche IG-Jugend-Nights im Mikado Café
  • Bildungsreisen innerhalb der Bundesrepublik oder ins Ausland:)
    • Workshop:
    • Diskussionen zu diversen gesellschaftlichen Themen
    • Freizeitaktivitäten (2025/26: Bowling, Schlittschuhlaufen, Thermebesuch, Tagestrips, Gemeinsames Kochen, Museumsbesuche, Theaterbesuche, Picknicks und Grillen, Wandern)
    • Kulturveranstaltungen (2025: Workshop im Haus der Kunst)
    • Kooperation mit Haus der Kunst (2025): Kochprojekt im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus und Vernetzung der Jugendgruppen.
    • Demo-Besuch OEZ Attentat (2025)
    • Gestaltung Lernraum und Gang Mikado

Der IG-Jugendverband zählt im Moment etwa 100 Mitglieder. Der Vorstand des Verbandes besteht aus fünf Personen und wird für ein Jahr gewählt. Wir haben unsere eigene Jugendordnung (Satzung) und sind seit 1990 tief in den Vereinsstrukturen der Initiativgruppe verankert

 

Aktivtage am Aktivspielplatz Aquarium

Freilassing ist eine multikulturell geprägte Stadt. Auch das „Aquarium“ an der Oberen Feldstraße hat viele Besucher:innen mit unterschiedlicher Herkunft. Der Aktivspieltreff befindet sich in einem dicht besiedelten Stadtteil, in welchem viele Menschen in großen Gebäuden auf relativ engem Raum zusammen leben. Dort treffen die verschiedensten Kulturen aufeinander. Aus diesem Grund ist Integrationsarbeit der wichtigste Bestandteil der pädagogischen Arbeit im „Aquarium“.

Das sozialarbeiterische Arbeitsfeld vor Ort umfasst die folgenden Bausteine: Aktivangebot für Kinder, Beratung und Begleitung von Eltern in ihrem Alltag, im Zusammenleben im Stadtteil und in Problemsituationen sowie das Beobachten und Intervenieren bei Aktivitäten aller Personen, die sich am Spielplatz aufhalten. Die Arbeit am „Aquarium“ erfolgt offen, kindzentriert und bedürfnisorientiert. Bei der Beratung und Begleitung der Eltern ist die Spannweite der Themen sehr groß: Über Erziehungsfragen, Sprachproblemen im Alltag und Integration ist alles dabei.

Das „Aquarium“ hat an fünf Nachmittagen in der Woche geöffnet und bietet in dieser Zeit offene, pädagogisch angeleitete Angebote wie Basteln, Bewegungsspiele, Gesellschaftsspiele, Schach, Kochen, Backen und vieles mehr. Das gesamte Angebot ist dabei kostenfrei und ohne Anmeldung zugänglich.

Zusätzlich zum täglichen Angebot finden die Aktivtage finden seit Gründung des Aktivspieltreffs „Aquarium“ jedes Jahr statt. Die Aktivtage bieten die Möglichkeit, das Angebot des „Aquariums“ und damit auch den gesamten Stadtteil nach außen für die gesamte Stadt und die umgebenden Gemeinden zu öffnen.

An zwei aufeinanderfolgenden Tagen am Wochenende gibt es dann ein buntes Programm
Unter dem Motto „Wasser“ kommt die Feuerwehr zu Besuch und es kann sich am Spielplatz im Wasser ausgetobt werden, sei es bei wilden Wasserschlachten oder beim Rutschen der Wasserrutsche.

Die Aktivtage erreichen pro Tag etwa 150 Kinder und Jugendliche. Zusätzlich dazu sind etwa 15-20 Mitarbeitende und Ehrenamtliche an diesem Tag vor Ort.
 

Afro-German Young Talent 2025

Afro-German Young Talent 2025 ist ein künstlerisch-pädagogisches Projekt von Younique-Kids – Bühne für Vielfalt, das Kindern und Jugendlichen mit afro-diasporischem und internationalem Hintergrund einen geschützten Raum für kreativen Ausdruck, Selbststärkung und gesellschaftliche Teilhabe bietet. Besonders hervorzuheben ist der konsequent rassismuskritische und empowernde Ansatz: Die Teilnehmenden werden aktiv in den kreativen Prozess einbezogen, entwickeln eigene Inhalte und bringen ihre Stimmen selbst auf die Bühne. Themen wie Mobbing, Ausgrenzung und Zukunftswünsche werden aus ihrer eigenen Perspektive bearbeitet und öffentlich sichtbar gemacht.

Im Zeitraum von Mai bis September 2025 arbeiteten 23 Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 17 Jahren in regelmäßig stattfindenden Workshops (sonntags außerhalb der Ferien) gemeinsam an einem eigenen Theaterstück sowie filmischen Beiträgen. Begleitet wurden sie von einem diversen Team aus vier Coaches mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen.

Das Projekt verband Schauspiel, Bewegung, Tanz, Sprache und Live-Gesang und ermöglichte den Teilnehmenden, ihre eigenen Geschichten und Perspektiven kreativ zu verarbeiten. In kurzen Filmsequenzen reflektierten die Kinder unter anderem ihre Erfahrungen mit Mobbing sowie ihre Wünsche an die Zukunft.

Das gemeinsam entwickelte Theaterstück „Was würdest du tun – What would you do“ wurde inhaltlich und künstlerisch von den Teilnehmenden mitgestaltet. Es umfasste moderierte Übergänge durch die Kinder selbst, szenische Darstellungen, eine Live-Klavierperformance sowie ein Gesangssolo einer Teilnehmerin.

Eine interne Aufführung fand am 27.07.2025 im Nachbarschaftstreff Ackermannbogen e.V. statt. Die öffentliche Abschlussaufführung am 28.09.2025 im Einstein Kultur München war überfüllt und wurde von einem größeren Publikum als erwartet besucht. Ergänzend wurde eine filmische Zusammenfassung des Projekts erstellt und präsentiert.

Afro-German Young Talent 2025 verbindet auf beispielhafte Weise kulturelle Bildung, soziale Teilhabe und rassismuskritische Jugendarbeit. Durch die erfolgreiche Umsetzung, die starke Resonanz sowie die geplante Weiterführung und Ausweitung

Die Raumveränderer

DIE RAUMVERÄNDERER sind ein kontinuierliches, kulturpädagogisches Projekt für Kinder und Jugendliche mit Flucht- und Migrationserfahrung in Münchner Gemeinschaftsunterkünften. Seit 2017 schafft das Projekt innerhalb dieser oft engen und belastenden Lebensräume geschützte, kreative Freiräume, in denen junge Menschen ihre Umgebung aktiv mitgestalten, eigene Ideen einbringen und Selbstwirksamkeit erfahren können.
An rund 20 Samstagen pro Jahr verwandeln Kunst- und Kulturpädagog*innen gemeinsam mit den Kindern die Gemeinschaftsunterkunft in einen lebendigen Treffpunkt: Es wird gebaut, gemalt, gespielt, getanzt, Theater gemacht oder mit Alltagsmaterialien experimentiert. Die Aktionen sind niedrigschwellig, freiwillig und partizipativ angelegt, eine Anmeldung ist nicht nötig. Die Kinder entscheiden selbst, woran und wie sie sich beteiligen – ihr Tempo, ihre Interessen und ihre Perspektiven stehen im Mittelpunkt. Ergänzt werden die regelmäßigen Angebote durch Intensivprojekte, Ausflüge in den Stadtteil und in kulturelle Einrichtungen sowie durch öffentliche Abschlusspräsentationen.
Ein besonderer Bestandteil von DIE RAUMVERÄNDERER ist die aktive Einbindung von Jugendlichen aus den Unterkünften als Volunteers. Sie unterstützen die Umsetzung, bringen eigene Ideen ein und übernehmen Verantwortung. So entstehen Lern- und Beteiligungsräume auf Augenhöhe, die gegenseitige Anerkennung und soziale Beziehungen stärken.
Ziel des Projekts ist es, gleichberechtigte kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, Resilienz zu fördern und jungen Menschen unabhängig von Herkunft, Aufenthaltsstatus oder Sprachkenntnissen Zugang zu Ausdruck, Begegnung und Mitbestimmung zu eröffnen. DIE RAUMVERÄNDERER wirken damit sowohl auf der individuellen Ebene der Kinder und Jugendlichen als auch strukturell, indem sie Gemeinschaftsunterkünfte als soziale und kulturelle Räume neu erfahrbar machen.

Dokumentarfilm: Von Lügen und Leiden - Antisemitische Verschwörungstheorien in unserer Gesellschaft

Der Dokumentarfilm entstand im Rahmen des P-Seminars „Film“ am Reuchlin-Gymnasium Ingolstadt mit dem Ziel, über ein gesellschaftspolitisches Thema zu sprechen und darauf aufmerksam zu machen. Nach einer Konzeptionsphase führten die Schülerinnen und Schüler von März bis Dezember 2023 bundesweite Interviews zum Thema Verschwörungstheorien durch, wobei neben Gesprächspartnern in Städten wie Berlin, München und Frankfurt auch internationale Experten wie Sir Richard von der University of Cambridge via Zoom einbezogen wurden. Während der im November 2023 begonnenen Postproduktion wurde der thematische Fokus dann endgültig auf antisemitische Verschwörungsmythen und deren gesellschaftliche Auswirkungen präzisiert. Es war aufgefallen, dass sich Judenhass wie ein roter Faden durch fast alle Verschwörungstheorien zieht. Nach der Fertigstellung folgte am 27. Januar die Premiere im überbesetzten Ingolstädter Altstadtkino-Union vor über 200 Gästen sowie weitere Vorführungen im Rahmen des Schulunterrichts und in der Technischen Hochschule Ingolstadt.

Die Welt und damit ihre Ordnung verändert sich gerade. Durch technologische Fortschritte wie KI ist es heute einfacher denn je mit Fake News und Verschwörungstheorien die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Gerade Jüdinnen und Juden stehen dabei oft im Visier von Hass und Verschwörungstheorien.

Das Thema des Dokumentarfilms ist aktueller denn je. Er zeigt, wie aus scheinbar harmlosen Theorien ein geschlossenes und toxisches Weltbild entstehen kann, das der Person, die es annimmt, kaum eine andere Möglichkeit lässt, als danach zu handeln. Der Film begleitet einen Verschwörungstheoretiker auf seiner Reise vom ersten Kontakt über die Radikalisierung bis hin zum Ausstieg und zeigt eindrücklich, dass es möglich ist, wieder auszusteigen, auch wenn es schwierig ist.

In Freestyle arbeitet mit Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationsbiografie mit Methoden der Medienpädagogik, Musikpädagogik sowie Filmpädagogik. Die Angebote sind niederschwellig, partizipativ und kostenlos und setzen an den Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen an