Dialogwerkstatt Israel
Interaktiver Workshop
Interaktiver Workshop
Aufgrund der aktuellen Situation in Israel, ausgelöst durch den Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023, ist der Besuch bayerischer Jugendlicher vorübergehend nicht mehr möglich. Auch Reisen von israelischen Jugendlichen nach Bayern sind massiv erschwert und aktuell schwer planbar. In dieser herausfordernden Situation haben der Bayerische Jugendring, die Stiftung Jugendaustausch Bayern und die Geschäftsstelle des Beauftragten ein neues Projekt ins Leben gerufen, das es bayerischen Jugendlichen erlaubt, auch weiterhin mit Israelis und israelischer Kultur in Kontakt zu bleiben.
Israel ist nicht zuletzt seit dem 7.10.2023 ständig in der Kritik und viel in den Nachrichten. Dennoch besteht oftmals wenig wissen über das Land, teils auch Hemmung, sich mit der komplexen Thematik zu befassen. Eine sehr gute und niederschwellige Möglichkeit, sich dem Land zu nähern, ist über persönliche Begegnung, über Dialog mit Israelis. Daher wurde das Projekt „Dialogwerkstatt Israel“ entwickelt, bei dem in Bayern lebende Israelis in Schulen kommen, um persönliche Geschichten oder Themen zu teilen, die dann als Grundlage für Dialog dienen.
Format:
Die Jugendlichen erhalten einen niedrigschwelligen Einstieg in das Themenfeld „Israel“ über enen praktischen Kochworkshop. Gemeinsam werden einfache Gerichte wie Shakshuka oder Hummus zubereitet. Die israelische Küche bietet zudem vielfältige Anknüpfungspunkte, um über Diversität im Land, Einwanderungsgeschichte oder aktuelle gesellschaftliche Debatten (z. B. die Frage, ob Falafel ein israelisches Gericht ist) ins Gespräch zu kommen.
Über das Thema Essen lassen sich außerdem persönliche Geschichten teilen – beispielsweise: „Welches Gericht versetzt mich zurück in meine Kindheit?“ Solche Erzählungen können den Begegnungsmoment mit der israelischen Workshopleitung vertiefen.
Israel gilt als die einzige Demokratie im Mittleren Osten. Ein besonders anschaulicher Zugang dazu ist das Thema LGBTIQ+, Minderheitenrechte sowie die Rolle des Obersten Gerichtshofs. Das Modul ist jedoch kein theoretischer Vortrag, sondern ein persönlicher, lebendiger Bericht: Wie nimmt man als Israeli Diversität im eigenen Land wahr? Welche Erfahrungen wurden selbst gemacht?
Durch diese persönlichen Einblicke soll eine offene Diskussion mit den Jugendlichen entstehen.
Über keine andere bilaterale Beziehung Deutschlands wird öffentlich so viel diskutiert wie über die deutsch-israelischen Beziehungen. Die Debatte ist komplex, teilweise eng mit dem deutschen Selbstverständnis verbunden (Stichwort: Staatsräson) und oft von Wissenslücken geprägt.
Dieses Modul bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich zu informieren, zentrale Meilensteine und Anekdoten aus den deutsch-israelischen Beziehungen kennenzulernen und über aktuelle Entwicklungen zu reflektieren. Ziel ist es, Raum für offene Fragen zu schaffen und eine neugierige, informierte Haltung zu fördern.
In diesem Modul begegnen die Jugendlichen jungen Israelis, die sich für einen Freiwilligendienst in Deutschland entschieden haben. Im persönlichen Gespräch berichten die Freiwilligen darüber, wie es ist, in Israel aufzuwachsen: Schulalltag, Popkultur, soziale Medien, Zukunftspläne, aber auch Herausforderungen, die junge Menschen in Israel beschäftigen.
Der Austausch ermöglicht authentische Einblicke in einen Lebensalltag, der den Jugendlichen häufig fremd erscheint, aber zugleich viele überraschende Gemeinsamkeiten sichtbar macht. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen und ein unmittelbares, junges Bild Israels kennenzulernen.
Der israelisch-palästinensische Konflikt ist eines der am intensivsten diskutierten politischen Themen weltweit. Dieses Modul schafft einen sicheren und respektvollen Rahmen, um Fragen zu stellen, Hintergründe zu verstehen und aktuelle Entwicklungen einzuordnen.
Im Fokus steht nicht, eine eindeutige politische Position vorzugeben, sondern Raum für differenziertes Denken zu schaffen: historische Linien, zentrale Akteure, Perspektiven beider Seiten und die Auswirkungen auf das tägliche Leben.
Das Modul lädt die Jugendlichen dazu ein, Komplexität auszuhalten, kritisch zu denken und eigene Fragen einzubringen.
Der Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 markiert einen tiefen Einschnitt in der jüngeren israelischen Geschichte. In diesem Modul teilt die israelische Workshopleitung persönliche Eindrücke und individuelle Erlebnisse dieses Tages.
Es geht nicht um politische Bewertungen, sondern um das menschliche Erleben eines historischen Traumas: Sorgen um Angehörige, die Stimmung im Land, die unmittelbaren Folgen für den Alltag.
Der persönliche Bericht ermöglicht den Jugendlichen einen empathischen Zugang zu einem Ereignis, das weltweit für Schlagzeilen sorgte – und für Israelis bis heute nachwirkt.
Viele Israelis leben, studieren oder arbeiten heute in Deutschland – und bewegen sich damit in einem Umfeld, das durch eine besondere historische Verantwortung geprägt ist. In diesem Modul berichtet die Workshopleitung darüber, wie es sich anfühlt, als Israeli in Deutschland zu leben: Begegnungen im Alltag, positive Erfahrungen, Herausforderungen, Missverständnisse oder auch humorvolle Anekdoten.
Der Austausch eröffnet den Jugendlichen einen Blick auf Identität, Zugehörigkeit und die Bedeutung von Empathie in zwischenmenschlichen Begegnungen.
„Chuzpe“ ist ein Begriff, der oft verwendet wird, um eine bestimmte Art israelischer Direktheit oder Entschlossenheit zu beschreiben. Doch was steckt eigentlich dahinter?
In diesem Modul setzen sich die Jugendlichen mit kulturellen Eigenschaften auseinander, die häufig mit Israel assoziiert werden: Mut, Pragmatismus, Humor, Improvisationsfähigkeit und eine besondere Form der Offenheit.
Anhand von persönlichen Beispielen zeigt die Workshopleitung, wie sich diese Mentalität im Alltag ausdrücken kann – und lädt dazu ein, Parallelen, Unterschiede und eigene Erfahrungen zu reflektieren.
Die Shoah ist ein zentraler Bestandteil jüdischer und israelischer Erinnerungskultur. In diesem Modul schildert die israelische Workshopleitung, wie die Auseinandersetzung mit der Shoah im eigenen Leben und im familiären Umfeld präsent ist: Schulbildung, Gedenktage, familiäre Erzählungen oder das eigene Verhältnis zur Geschichte Deutschlands.
Es geht darum, den Jugendlichen eine persönliche Perspektive zu eröffnen, die historische Fakten ergänzt, aber nicht ersetzt. Das Modul bietet die Möglichkeit, behutsam und respektvoll über Erinnerung, Verantwortung und die Bedeutung historischer Erfahrungen heute ins Gespräch zu kommen.