Jugend in der EU
Jugend spielt in der EU eine wichtige Rolle. Dafür werden konstant neue Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche geschaffen, EU-Jugendpolitik weiterentwickelt und die Jugendarbeit in der EU gestärkt und unterstützt. Die EU will dadurch insbesonderen den Jugendaustausch, den Austausch von Fachkräften und Ehrenamtlichen der Jugendarbeit und die Beteiligung von Jugendlichen am demokratischen Leben in Europa fördern.
Auf dieser Seite werden die Instrumente der EU-Jugendpolitik vorgestellt.
Beteiligungsmöglichkeiten
Der EU-Jugenddialog arbeitet an der Umsetzung der EU-Jugendziele. Dabei treten junge Menschen mit Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung in einen Dialog und diskutieren über ihre Anliegen und Forderungen. Im Vordergrund steht somit, dass junge Menschen ihre Meinung und Ideen gegenüber der Politik äußern können.
Für 18 Monate steht ein Thema in der ganzen EU im Mittelpunkt, es werden neue Ideen diskutiert und Lösungen entwickelt. Ab dem 1. Januar 2025 startet der 11. Zyklus des EU-Jugenddialogs, der sich auf das Jugendziel eins konzentriert: „Die EU mit der Jugend zusammenbringen“. Dieses Ziel soll das Gefühl stärken, dass junge Menschen Teil des europäischen Projekts sind und Vertrauen in die EU zurückgewinnen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich am EU-Jugenddialog zu beteiligen:
- durch europaweite Umfragen
- über die EU-Jugendvertreter:innen, die Forderungen und Meinungen junger Menschen an Verantwortliche aus Politik und Verwaltung herantragen
- auf EU-Jugendkonferenzen, bei denen die EU-Jugendvertreter:innen mit politisch Verantwortlichen der EU-Ebene diskutieren
- durch das jump-Team (junge Multiplikator:innen-Team), das bundesweit Workshops anbietet
- bei Jugenddialog-Events, bei denen junge Menschen mit Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung in den Austausch kommen
- in Projekten, die von den EU-Programmen Erasmus+ Jugend und Europäisches Solidaritätskorps gefördert werden
Bei den jugendpolitischen Dialogen kommen EU-Kommissionsmitglieder mit jungen Menschen ins Gespräch, um ihre Ansichten zu politischen Initiativen der EU zu äußern. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die EU-Politik ein. Neben offenen Diskussionen und dem Austausch zu drängenden Fragen sollen die Dialoge auch die aktive Beteiligung junger Menschen am demokratischen Leben fördern.
Auf der Plattform hat jede:r die Möglichkeit, sich zu aktuellen politischen Themen einzubringen und zu beteiligen. Es können eigene Beiträge verfasst werden oder die Beiträge anderer kommentiert und durch ein "like" unterstützt werden.
Jede:r kann die Analyse der Beiträge auf der Plattform selbst einsehen. Wenn es sich um einen partizipativen Prozess vor Ort handelt, wie etwa ein europäisches Bürgerforum, werden die Beiträge auch in die Beratungen vor Ort einfließen. Rückmeldungen zur Wirkung werden bei Beiträgen auf der Plattform und bei Foren in einem Bürgerbericht veröffentlicht.
Auf der Plattform können jungen Menschen (bis 18-Jahre) an Online-Konsultationen und vielem mehr teilnehmen. Die Plattform ist ein sicherer Ort, an dem Kinder und Jugendliche ihre Meinung zu den europäischen Gesetzen und Richtlinien äußern können, die sie betreffen und sorgt dafür, dass mehr junge Stimmen gehört werden. Denn Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Mitwirkung an Entscheidungsprozessen.
Alle zwei Jahre kommen beim EYE (Europäisches Jugendevent) tausende junge Leute aus der gesamten EU und anderen Teilen der Welt im EU-Parlament in Straßburg zusammen. Junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren haben dabei die Gelegenheit, sich gegenseitig zu inspirieren, mit Mitgliedern des EU Parlaments zu debattieren und sich mit Aktivistinnen und Aktivisten und Content Creators über ihre Sichtweisen auszutauschen.
Die Europäische Jugendwoche findet alle zwei Jahre statt und ermutigt junge Menschen, sich an den Aktivitäten und Entscheidungen Europas zu beteiligen. Dafür werden junger Menschen und verschiedene Jugendgruppen aktiv eingebunden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Förderung der Bürgerbeteiligung und dem Verständnis für Demokratie.
Jugendstrategie der EU
Die EU-Jugendstrategie bildet den Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in der EU von 2019-2027 und fördert die Beteiligung der Jugend am demokratischen Leben. Alle jungen Menschen sollen die Möglichkeit erhalten, sich in die Gesellschaft einzubringen. Sie gliedert sich in die drei Schwerpunktbereiche:
- Beteiligung: Stärkung der bürgerschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Teilhabe junger Menschen, z.B. im Rahmen des EU-Jugenddialogs
- Begegnung: Schaffen von europäischen Begegnungen, Förderung der Mobilität junger Menschen und Unterstützung des europäischen Austauschs, z.B. im Rahmen von Erasmus+
- Befähigung: Junge Menschen sollen ihr Leben selbst in die Hand nehmen und sich unterschiedlichen Herausforderungen in ganz Europa stellen, z.B. durch die Verbesserung der Qualität der Jugendarbeit im Rahmen der Europäischen Jugendarbeitsagenda
Die elf europäischen Jugendziele spiegeln die Ansichten der europäischen Jugend wider und sollen ihre Vision verwirklichen. Im Rahmen eines Dialogprozesses haben Jugendliche aus der ganzen EU die folgenden Ziele erarbeitet:
1. Die EU mit der Jugend zusammenbringen
2. Gleichheit aller Geschlechter
3. Inklusive Gesellschaften
4. Information und konstruktiver Dialog
5. Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
6. Jugend im ländlichen Raum voranbringen
7. Gute Arbeit für alle
8. Gutes Lernen
9. Räume und Beteiligung für alle
10. Ein nachhaltiges, grünes Europa
11. Jugendorganisationen und europäische Jugendprogramme
Die EU-Jugendkoordinatorin stärkt die sektorübergreifende Zusammenarbeit sowie den Wissensaufbau und -austausch zu Jugendthemen in der Europäischen Kommission, unterstützt das Jugendnetzwerk der Kommission und leitet die EU-Jugend-Interessengruppe. Zudem verstärkt sie die Integration von Jugendperspektiven (einschließlich der im Rahmen des EU-Jugenddialogs eingegangenen Beiträge) in alle relevanten Politikbereiche, stärkt die Zusammenarbeit und Koordination zwischen den Kommissionsdienststellen, die sich mit Jugendthemen befassen, und sensibilisiert für die Möglichkeiten der EU für junge Menschen.
Seit Juni 2021 ist Biliana Sirakova die erste EU-Jugendkoordinatorin.
Die EU-Gruppe der Interessenträger im Jugendbereich setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der EU und der Mitgliedstaaten, nationalen Jugendräten, ausgewählten europäischen Interessenträgern und Forschenden zusammen. Die Gruppe soll den Austausch und Dialog fördern und insbesondere:
- Wissen und bewährte Verfahren bei der Beteiligung, Begegnung und Befähigung junger Menschen und bei der Umsetzung der EU-Jugendstrategie austauschen
- das Verfahren des „EU-Jugendtests“ der Kommission begleiten, insbesondere die Konsultation von Jugendlichen, Jugendorganisationen und anderen Interessenträgern
- zu einem besseren Verständnis der vielfältigen und vielschichtigen Bedürfnisse und Anliegen von jungen Menschen und Jugendorganisationen beitragen
- Und sie wird neue Ideen und Aktionen erarbeiten, aus denen gemeinsame Initiativen für junge Menschen entstehen können