Jugendpolitische Forderungen zur Kommunalen Jugendpolitik

Junge Menschen sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Doch gerade in den Kommunen zeigt sich, wie es um diese Zukunft steht. Sorgt doch der demografische Wandel für eine alternde Gesellschaft und viele junge Menschen ziehen aus dem ländlichen Raum in die Stadt. Eine Gegenbewegung kann nur über gute Politik für junge Menschen geschehen, die auch  als eigenständiger Politikbereich auf der Kommunalen Ebene passiert und Rahmenbedingungen schafft, die jungen Menschen Beteiligungs- und Partizipationsmöglichkeiten gibt.

Kommunen müssen mehr Teilhabe und Beteiligung aller junger Menschen ermöglichen:

Jeder junge Mensch ist anders in seiner Art, seinem Auftreten und seinen Wünschen. Grundbedingungen, die Kommunalpolitik vor Ort verstehen und realisieren muss, um den Interessen junger Menschen gerecht zu werden. Schon im Übereinkommen über die Rechte der Kinder sind Beteiligung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen festgeschrieben. Nötig ist eine qualifizierte Beteiligungspolitik, die sich an mehreren Kriterien festmachen lässt:

  • Verbindlichkeit schaffen ist der Grundtenor jeder_s Kommunalpolitiker_in, der junge Menschen ernst nimmt und in Folge auch ernst genommen wird. Ergo: Was mit jungen Menschen besprochen wird, muss Substanz haben.
  • Partizipation für alle: Jeder Ort und jede Stadt braucht die eigenen richtigen Methoden, um junge Menschen zu erreichen. Nur dann ist gewährleistet, dass man an den Bedarfslagen der jungen Menschen dran ist.
  • Wille und Weg: Echte Beteiligung zieht auch den Willen zur Umsetzung nach sich. Damit sollte man als Ratsgremium auch für die Umsetzung einstehen und umgekehrt transparent machen, wenn  etwas nicht so geklappt hat, wie es gewünscht wurde.
  • Nah an der Lebensrealität bleiben: Den Bezug zur Lebensrealität junger Menschen ist essentiell. Das zeigt sich etwa daran, dass ein Thema so aufbereitet wird, dass es von jungen Menschen verstanden und auch getragen wird. Weiterhin sollte man in den Prozessen Öffentlichkeit herstellen und aufzeigen, dass junge Menschen an der Zukunft der Kommune mitarbeiten.
  • Beteiligung von jungen Menschen unterstützen: Junge Menschen müssen in der Beteiligung unterstützt werden. Hierfür braucht es alle Informationen die zur Bearbeitung des Themas notwendig sind, es braucht Beratung, um Nachfragen stellen zu können. Die Prozesse müssen begleitet werden, etwa durch die_den Jugendbeauftragten oder durch hauptberufliche Fachkräfte. Zudem braucht es eine Anleitung des Prozesses, jedoch ohne dass Erwachsene die Meinung vorgeben oder den Prozess dominieren.
  • Weniger Formalien: Zu starre Formalien hindern junge Menschen sich einzubringen. Dennoch braucht es Grundsätze oder Formalitäten, die es allen leichter machen. Dazu gehört es etwa regelmäßig Termine auszumachen oder im Gespräch festzuhalten iwe man miteinander arbeiten möchte.
  • Kind- und jugendgerechte Methoden: Je nach Alter braucht es unterschiedliche Methoden. Daher ist es legitim, unterschiedliche Methoden auszuprobieren. Es muss kind- bzw. jugendgerecht sein, um junge Menschen zu motivieren, sich für die Gemeinschaft einzusetzen.
  • Kinder einbeziehen: Wer schon Kinder einbezieht, hat den Effekt, dass sie sich bereits in jungen Jahren ernst genommen fühlen. Sie lernen, dass ihre Meinung zählt ist und dass Engagement etwas bringt.
  • Erwartungen checken: Wenn man in den Prozess startet, sollte man mit den jungen Menschen vereinbaren, was die gegenseitigen Erwartungen sind. Das hilft einen Handlungsrahmen zu etablieren

Kommunale Jugendpolitik braucht Jugendarbeit und deren Strukturen:

Jugendarbeit ist ein wichtiger Bestandteil im Leben vieler junger Menschen. Sie ist gesetzlich verankert und arbeitet nach den Prinzipien der Freiwilligkeit, Selbstorganisation und Beteiligung aller jungen Menschen. Sie ist für alle jungen Menschen da, unabhängig davon welches Geschlecht sie haben, wie ihre sexuelle Orientierung ist, woher sie kommen und was sie leisten können.  Jugendarbeit setzt da an, wo junge Menschen leben und kennt damit ihre Themen. Daher braucht und profitiert Kommunalpolitik von den Strukturen, Kenntnissen und Expert_innen aus der Jugendarbeit.


Es braucht die Einbindung der Jugendarbeit, um

  • Jugendliche und junge Erwachsene präsenter zu haben.
  • Auf aktuelle Themen hingewiesen zu werden und zugleich Tipps für eine schnelle Umsetzung.
  • Ideen aus den Reihen der jungen Menschen zu bekommen.
  • In der Kommune Angebote zu schaffen, die die Lebensqualität erhöhen.
  • jugendgerechter zu werden und den demografischen Wandel gestalten zu können.