Beratungs- und Unterstützungsangebote für Opfer sexualisierter Gewalt ausbauen

Die Delegierten der 155. Vollversammlung des Bayerischen Jugendrings setzen sich dafür ein, dass die Beratungs- und Unterstützungsangebote für Opfer sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend deutlich ausgebaut werden.

Der Bayerische Jugendring (BJR) setzt sich dafür ein, dass die Beratungs- und Unterstützungsangebote für Opfer sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend deutlich ausgebaut werden. Neben der generellen Unterversorgung, existieren insbesondere für Jungen und Männer und im ländlichen Raum deutlich zu wenig Angebote. Auch für spezifische Zielgruppen wie z.B. Menschen mit Behinderung oder Menschen mit geringen bzw. keinen Deutschkenntnissen gibt es kaum passende Angebote.

Jede_r Betroffene_r braucht einen einfachen und zuverlässigen Zugang zu Hilfeangebo-ten: Viele Betroffene haben lange mit den Folgen der Gewalterfahrungen zu kämpfen, etwa mit Depressionen, Ängsten, Traumafolgestörungen, Erwerbsunfähigkeit, Beziehungsproblemen, Suchterkrankungen, etc.

Auch bei der Entscheidungsfindung zur Strafanzeige und während des Strafverfahrens hilft eine professionelle Begleitung, um selbstbestimmt die richtigen Entscheidungen für sich zu treffen und die Belastungen des Strafverfahrens durchzustehen. Zudem kann durch die notwendige Verbesserung des Opferschutzes im Strafverfahren, die Bereitschaft zur Straf-anzeige erhöht werden. Wir fordern daher insbesondere:

  • Ausbau und zuverlässige Finanzierung der spezialisierten Fachberatungen. [1]
  • Flächendeckendes Angebot von spezialisierten Fachberatungen, insbesondere im ländlichen Raum.
  • Allen Menschen, insbesondere Menschen mit Behinderung oder fehlenden Deutschkenntnissen, einen einfachen und zuverlässigen Zugang zur Unterstützung durch spezialisierte Fachstellen ermöglichen.
  • Weitere Maßnahmen zur Unterstützung von Betroffenen im Strafverfahren (z. B. zur Beschleunigung von Verfahren) und zur Verbesserung der Hilfen für Betroffene (z. B. Opferentschädigungsgesetz).
  • Geeignete Maßnahmen, die einer gesellschaftlichen Stigmatisierung Betroffener deutlich entgegenwirken.

[1] Zur Definition von spezialisierten Fachberatungsstellen vgl. www.bundeskoordinierung.de/de/topic/53.was-ist-spezialisierte-fachberatung.html