Gleichberechtigte Teilhabe von jungen Menschen mit Migrationshintergrund

Die Delegierten des BJR-Hauptausschusses erkennen die dringende Notwendigkeit als Sprachrohr aller jungen Menschen in Bayern, sich für eine gleichberechtigte Teilhabe in gesellschaftlicher, politischer und kultureller Dimension einzusetzen.

Der Bayerische Jugendring bezog seit März 2014 immer wieder deutlich Position1, wenn es z. B. um die Arbeit mit geflüchteten jungen Menschen geht. Darüber hinaus stellt der BJR im „Positionspapier zur Europäischen Jugendpolitik“ (147. HA) fest:

Echte Partizipation bedeutet einen respektvollen Umgang auf gleicher Augenhöhe, ein Ernstnehmen des Gegenübers und vor allem die Möglichkeit der tatsächlichen Veränderung der Politik durch die Beteiligten.

Laut einer Studie des Europäischen Forums für Migrationsstudien (efms) aus dem Jahre 2010 haben fast 30% der Kinder und Jugendlichen zwischen 0 und 25 Jahren in Bayern Migrationshintergrund, Tendenz steigend2. Dieser Anteil ist jedoch nicht in allen gesellschaftlichen Bereichen wiederzufinden. Immer noch spielen ausgrenzende Mechanismen eine große Rolle im Leben und in der Perspektivenentwicklung junger Menschen mit Migrationshintergrund. Mit diesem Antrag starten die Delegierten einen Prozess ...

  • ... der zum Ziel hat, eine inhaltliche Positionierung, mit konzeptionellen Überlegungen und politisch-strategischen Forderungen zu erarbeiten. (was?)
  • ... dessen Ergebnis dem Hauptausschuss des Bayerischen Jugendrings zur Beratung und Entscheidung vorgelegt wird. (für wen?)
  • ... der bis Herbst 2016 mit der Rechenschaft im Hauptausschuss beendet ist. (wann?)
  • ... der inhaltlich von einer gemischten Gruppe aus der LV-AG Aktionsprogramm sowie der Kommission Integration begleitet wird. Ein Mitglied des BJR-Landesvorstands arbeitet im Team mit und steht als Ansprechperson zu Verfügung. (wer?)
Mögliche Themen/Bereiche

Die Auflistung versteht sich als Anregung und keinesfalls abschließend. Über eine Konsultation wichtiger Akteure in diesem Themenfeld gelingt eine Kristallisierung und Priorisierung elementarer Inhalte.

Gesellschaft:
  • Medien
  • Rechtsstatus
  • Wahlrecht
  • Ausbildungs-und Arbeitsmarkt
  • Wohnungsmarkt
  • Religion
  • formelle und informelle Partizipationsmöglichkeiten
Politik
Bildung
  • Jugendarbeit
  • Institutionelle Bildung

Fußnoten:
1
Bisherige Beschlüsse waren „Flüchtlinge brauchen Freunde“ (144. HA), „Änderung der Anerkennungs-und Abschiebepraxis von Flüchtlingen“ (145. HA), „Willkommen in Bayern“ (145. HA), „Perspektivenwechsel: Einwanderung und Integration gestalten – nicht Flüchtlinge verwalten“ (147. HA)
2 vgl. Heckmann, M u.a.: „Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Bayern“


Beschlossen vom 148. Hauptausschuss des Bayerischen Jugendrings vom 18. bis 20. März 2016