Wege aus der Krise – Restart der bayerischen Jugend(verbands)arbeit

Die Delegierten der BJR-Vollversammlung beschließen Forderungen für einen Restart der bayerischen Jugend(verbands)arbeit – jetzt.

Jugendarbeit hilft Kindern und Jugendlichen, mit den elementaren Herausforderungen der Kindheit und Jugend (Qualifizierung, Verselbstständigung und Selbstpositionierung) umzugehen. Dafür brauchen Kinder und Jugendliche persönliche Begegnungen in gleichaltrigen Gruppen und Beziehungsangebote von ehrenamtlichen Jugendleiter:innen sowie hauptamtlichen und -beruflichen Akteur:innen.

Jugend(verbands)arbeit bietet durch ihre Vielzahl und Vielfältigkeit an Verbänden und An-geboten den notwendigen sozialen Raum, den Kinder und Jugendliche brauchen, um die Herausforderungen des Heranwachsens zu bewältigen. Sie stellt wichtige Handlungskontexte für junge Menschen zur Verfügung und trägt so zum Kompetenzerwerb, beispielsweise in der Konfliktfähigkeit sowie dem sozialen Leben, und der Persönlichkeitsentwicklung bei.

Seit März 2020 hat die Corona-Pandemie die bayerische Jugend(verbands)arbeit fest im Griff. Seit nunmehr einem Jahr findet sie - wenn - nur unter strikten Auflagen statt, oft nur digital. Es fehlt die persönliche Begegnung, das unbedarfte Spiel und vor allem vielen Kin-dern und Jugendlichen Erfahrungen, die für ihren Lebensabschnitt so wichtig gewesen wären. Durch die Pandemie haben viele Kinder und Jugendliche auch nachhaltig den Kontakt und die Anbindung zu Vereinen und Verbänden der Jugendarbeit verloren.

Die oftmals ehrenamtlichen Jugendleiter:innen sind bereits durch digitale Lehre (ob Schule, Ausbildung oder Studium) und Homeoffice vor neue Herausforderungen gestellt.

Sich für das Ehrenamt zu motivieren fällt oft schwer, gerade wenn es ebenfalls im digitalen Raum stattfindet. Auch Ehrenamtliche leiden unter den verschiedenen Einschränkungen und der ausschließlichen Möglichkeit kontaktloser, meist digitaler Angebote. Zudem wurde durch die Krise die kontinuierliche Gewinnung und Einbindung von Jugendleitungen stark erschwert und in Teilen unmöglich gemacht.

Die bayerische Jugend(verbands)arbeit braucht einen Restart – jetzt.

Insbesondere sind dafür personelle und finanzielle Ressourcen notwendig. Personelle Ressourcen, um diese für die Jugend(verbands)arbeit wichtige Phase zu koordinieren. Die Kommunen haben dafür Sorge zu tragen, dass für diese Aufgabe entsprechender Stellenumfang zur Verfügung steht, damit die Unterstützung der ehrenamtlichen Jugend(verbands)arbeit an der Basis stattfinden kann. Denn die Unterstützung von Jugendarbeit ist eine kommunale Pflichtaufgabe. Sie sollen bei der Finanzierung von Land und Bund unterstützt werden.

Ebenso braucht es finanzielle Mittel zur (Re-) Gewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiter:innen und deren Beratung in der Startphase.

Im Rahmen des Programms wird der Landesvorstand mit der Sicherstellung folgender Aufgaben beauftragt:

  • Unterstützung und Begleitung der Expert:innen
  • Erstellung einer fundierten Analyse der aktuellen Situation der bayerischen Jugendarbeit
  • Erhebung der durch Corona bedingten Sparmaßnahmen der Kommunen und Evaluation der Folgen für die Jugendverbandsarbeit in Zusammenarbeit mit den örtlichen Jugendringen
  • Entwicklung von Maßnahmen für die örtliche Jugendverbandsarbeit für die Werbung ehrenamtlicher Jugendleiter:innen und die Mitgliederwerbung
  • Schaffung von Fördermöglichkeiten für Aktionen im Rahmen des Restarts der bayerischen Jugendverbandsarbeit