4. Bayerischer Tag der Jugend in Brüssel

Jugendarbeit diskutiert am 4. Bayerischen Tag der Jugend in Brüssel das Thema Partizipation, Präsident Matthias Fack erörtert, warum die Gesellschaft #junggerechter werden muss.

- es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrter Herr Zorzi,

liebe Frau Schretter,
sehr geehrte Abgeordnete des Europäischen Parlaments,
liebe Maria Noichl, lieber Herr Nienaß,
sehr geehrter Herr Dr. Küster,
liebe Freundinnen und Freunde der Jugendarbeit,
liebe Gäste am 4. Bayerischen Tag der Jugend hier in Brüssel,

Das seit Beginn des Jahrtausends stark gestiegene Interesse an Politik bleibt stabil. Jugendliche meinen, dass politisches Engagement eine hohe Bedeutung hat.

und an einer anderen Textstelle lautet ein Zitat:

50 Prozent der Jugendlichen stehen der EU insgesamt positiv, aber nur 8 Prozent negativ gegenüber. Das Vertrauen in die Staatengemeinschaft hat eher zugenommen. Sie steht bei Jugendlichen für Freizügigkeit, kulturelle Vielfalt und Frieden, im Vergleich zu 2006 zunehmen aber auch für wirtschaftlichen Wohlstand und soziale Absicherung.

Mit diesen zwei Zitaten zum Interesse der Politik und zur Europäischen Union, die ich der kürzlich erschienenen Shell-Jugendstudie 2019 entnommen habe, möchte ich Sie alle heute Abend hier begrüßen. Bereits zum 4. Mal veranstaltet der BJR den Bayerischen Tag der Jugend in Europa, ein großer Erfolg für uns, seit wir hier 2016 unser Büro eröffnet haben.

Die zwei Eingangszitate zeigen, dass es wichtig und richtig ist, sich heute Abend unter der Überschrift „Jugendbeteiligung als Zukunftskonzept Europas“ mit verschiedenen Perspektiven auseinander zu setzen. Schließlich versteht der BJR und ich persönlich unter einer Europäischen Jugendpolitik nicht nur eine „klassische" Ressortpolitik, sondern Querschnittspolitik: Jugend mit ihren spezifischen Bedarfen und Perspektiven wahr- und ernst zu nehmen und politisch zu vertreten.

Und das in spannenden Zeiten. Es liegt schon fast ein ganzes und aufregendes Jahr in Europa hinter uns: mit der Europawahl und einer deutlich erhöhten Wahlbeteiligung, einem neuen Parlament und bald einer neuen Kommission. Nun wird der Mehrjährige Finanzrahmen diskutiert und ob das Jugend- und Bildungsprogramm Erasmus + erhöht werden kann. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich mich der Meinung von Kommission und Parlament anschließe: Nur eine Investition in die Jugend kann die EU voran bringen, indem diese Förderung alle jungen Menschen erreicht, egal welchen Hintergrund sie haben. Doch junge Menschen müssen nicht nur erreicht und gebildet werden. Es geht vielmehr darum, die Grundprinzipien der Jugendarbeit zu berücksichtigen: junge Menschen begegnen sich auf Augenhöhe, Politik und Gesellschaft sollten ihre Anliegen als Expert_innen ihrer Lebenswirklichkeiten ernst nehmen und ihre Perspektiven wie auch Anliegen mit in die politische Gestaltung von Rahmenbedingungen aufnehmen.

Das gilt genauso für den Zukunftsprozess der EU, hier müssen die jungen Menschen mitgenommen werden. In Brüssel aber auch in der ganzen EU wird die Zukunft Europas diskutiert. Aber wird auch mit den jungen Menschen diskutiert? Heute auf jeden Fall, ich freue mich gleich auf eine spannende Podiumsdiskussion!

Zuvor möchte ich allerdings meinen Dank zum Ausdruck bringen, für die Planung und Umsetzung des heutigen Tages haben einige Menschen ihre Expertise zu Verfügung gestellt. Aber auch im Hintergrund arbeiteten seit Tagen, Wochen und Monaten fleißige Menschen für den Erfolg des Bayerischen Tags der Jugend. Dafür bedanke ich mich herzlich bei den

  • Podiumsdiskutant_innen,
  • Mitarbeiter_innen des Europäischen Parlaments und der Kommission,
  • insbesondere aber gilt ein Danke an die Bayerische Vertretung sowie
  • den Kolleg_innen aus den europäischen Netzwerken, die den BJR in Brüssel unterstützen.

Danke auch an

  • alle weiteren Moderatorinnen und Moderatoren der Workshops,
  • an alle, die in der Vorbereitung und Durchführung geholfen und unterstützt haben,
  • insbesondere ein Dankeschön an die Arbeitsgruppe des Landesvorstands „Europäische Jugendpolitik“ mit der Begleitung von Lea Sedlmayr und Theresa Weber, die seit langem diesen Bayerischen Tag der Jugend planen.

Und ein besonderes Dankeschön an die Bayerische Vertretung für die kooperative Zusammenarbeit, an ihrer Spitze die Leiterin Frau Schretter und Herrn Zorzi, der zusammen mit Referatsleiter Herr Nitschke seitens des Jugendministeriums in Bayern die Veranstaltung unterstützt.

Ich habe mit zwei Zitaten begonnen und möchte mit einem letzten für diesen Abend abschließen. Die bayerische Jugendministerin Kerstin Schreyer macht in der BJR-Kampagne #junggerecht deutlich:

Junge Menschen wollen ihre Welt und ihre Zukunft mitgestalten. Sie sind zu Recht davon überzeugt, dass jetzt auf allen politischen Ebenen die Weichen für später gestellt werden. Wir brauchen dieses Engagement - auf jeder Ebene. [ZITAT ENDE]

Insbesondere die kommunale Ebene neben wir in der nächsten Zeit verstärkt in den Blick. Anlässlich der Kommunalwahlen im März 2020 stärkt der BJR mit der Kampagne #junggerecht Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen in den Kommunen, zeigt wie sich junge Menschen bereits engagieren und was Kommunen für mehr Jugendgerechtigkeit und Beteiligung tun können.

#junggerecht ist: junge Menschen wahrnehmen, ernst nehmen und ihre Wünsche in Forderungen gießen.

Es dreht sich für uns also alles um junge Menschen und unser BJR-Europabüro in Brüssel, das soll auch Yo-Yo zeigen, das wir jedem und jeder als Andenken an den heutigen Abend mitgeben wollen. Ich freue mich, wenn unsere Veranstaltung und die jetzige Podiumsdiskussion dazu beitragen und wünsche uns nun gute Gespräche.

Vielen Dank.