Peers als Adressant_innen von Disclosure

Jugendliche, die sexuelle Gewalt erleben mussten, vertrauen sich - wenn überhaupt jemandem - meist Freunden oder Freundinnen an. Für die Studie „Peers als Adressatinnen und Adressaten von Disclosure und Brücken ins Hilfesystem“ sucht das Deutsche Jugendinstitut (DJI) Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 20 Jahren, denen sich Gleichaltrige anvertraut haben.

Der Begriff Disclosure steht für das Anvertrauen erlebter sexualisierter Gewalterfahrungen. Aus aktuellen Studien ist bekannt, dass Jugendliche, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, sich überwiegend zunächst Gleichaltrigen (Peers) anvertrauen und nicht erwachsenen Vertrauenspersonen. Beratungsstellen zu sexualisierter Gewalt greifen in ihren Präventionsangeboten zwar ein Anvertrauen (Disclosure) gegenüber Gleichaltrigen auf, können sich dabei jedoch nicht auf gesichertes Wissen über die damit verbundenen Implikationen stützen. Deshalb will die Studie Wissen über die Belastungen von sowohl Betroffenen als auch von Adressatinnen und Adressaten sammeln.

Das Projekt befindet sich in der Erhebungsphase. Derzeit werden Jugendliche und junge Erwachsene gesucht, die diese Studie als Interview-Teilnehmer*innen unterstützen möchten.

Wichtig: Dabei geht es um das Anvertrauensverhalten zwischen Jugendlichen und nicht um die Gewalterfahrung. Zum Projekt.