„Jetzt braucht es ein starkes Zeichen der Solidarität!“

Das Bayerische Bündnis für Toleranz engagiert sich seit Juli 2005 für Toleranz sowie den Schutz von Demokratie und Menschenwürde. Aufgrund des aktuellen Vorfalls in Halle wirbt das Bündnis mit seinen 76 Mitgliedsorganisationen für Menschenketten um die bayerischen Synagogen am morgigen Freitagabend.

BJR-Präsident Matthias Fack: "In Gedanken bin ich bei den Familien der Opfer, die in Halle getötet worden sind, ihren Angehörigen und den Verletzten. Der Anschlag zeigt, dass Antisemitismus; ein gesamtgesellschaftliches Problem bleibt und eine tödliche Ideologie verfolgt. Mit unserem Unterstützungsangebot von RIAS Bayern - Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus versuchen wir einen Teil zur Aufklärung über den alltäglichen Antisemitismus beizutragen."

Pressemitteilung

„Wir gedenken der Opfer des Gewalttäters von Halle, die an der Synagoge und an dem Döner-Imbiss ihr Leben verloren haben. Wir stehen an der Seite der Jüdinnen und Juden in Deutschland. An ihrem höchsten Feiertag sind sie Ziel eines brutalen Terroranschlags geworden. Nur durch die Geistesgegenwart der Menschen, die in der Synagoge von Halle versammelt waren, ist noch Schlimmeres verhindert worden.“

Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Sprecher des Bayerischen Bündnisses für Toleranz

Im Rahmen der Plenumssitzung am Donnerstag, 10. Oktober 2019 formulieren die Bündnismitglieder folgenden Appell:

„Schauen Sie hin und widersprechen Sie, wo immer antisemitische oder rassistische Vorurteile verbreitet und Hass geschürt werden. Der brutale Terror beginnt im Kleinen. Überall, wo im Alltag antisemitische Reden hingenommen werden, wird der Nährboden für die Haltungen gefördert, die am Ende bis hin zur Gewalttätigkeit führen können. Jetzt sind alle gefordert, jeder und jede Einzelne. Jetzt braucht es ein starkes Zeichen der Solidarität!“

Dr. Heinrich Bedford-Strohm betont: „Anlässe wie dieser machen deutlich, warum es ein entschiedenes Vorgehen gegen Antisemitismus und Rassismus braucht.“ Der Anschlag in Halle führe den Gründungsanlass des Bündnisses wieder vor Augen: Es wurde als Nachhall auf das vereitelte Attentat bei der Grundsteinlegung der Münchner Synagoge 2003 ins Leben gerufen.

Der Dank des Bündnisses richtet sich an die bayerischen Sicherheitsbehörden, die Sorge dafür getragen haben, dass die Feierlichkeiten zu Jom Kippur in Bayern in Sicherheit stattfinden konnten. In Halle wird am morgigen Freitag auf Initiative des Landesbischofs der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer, als Zeichen der Solidarität während des Auftakts des Sabbats eine Menschenkette um die Synagoge gebildet. Das Bündnis für Toleranz wirbt für diese Solidaritätsbekundung und ruft auf:

„Setzen Sie ein Zeichen gegen Antisemitismus, gegen Rassismus und Menschenverachtung und beteiligen Sie sich bei den Menschenketten um die Synagogen – auch in Bayern!“

Informationen zu angemeldeten Kundgebungen finden Sie u.a. in den sozialen Medien. Das Bündnis unterstützt ausdrücklich alle entsprechenden Anmeldungen von Kundgebungen vor Ort.