Junge Geflüchtete brauchen Perspektiven und Sicherheit

Konferenz NEU:DENK2017 funkioniert als Sprachrohr für Jugendarbeit mit Geflüchteten

Junge Frau zeigt das Logo von "Gemeinsam Haltung zeigen"
Junge Frau zeigt das Logo von "Gemeinsam Haltung zeigen"

„Junge Geflüchtete brauchen Perspektiven wie alle anderen Jugendlichen auch. Wer schon mit einem Fuß in dieser Gesellschaft angekommen ist und etwa eine Ausbildung begonnen hat, muss die Sicherheit haben, nicht abgeschoben zu werden“, fordert Matthias Fack, Präsident des Bayerischen Jugendrings (BJR). „Wir erleben zum Beispiel in der Jugendarbeit immer wieder, dass junge Geflüchtete, die schon gut Anschluss gefunden hatten, nicht mehr zu uns kommen, weil sie einen Abschiebebescheid erhalten und keinen Sinn mehr in diesem Engagement sehen. Dabei wollen sie teilhaben, sie wollen Deutsch lernen, sich integrieren und sich hier eine Zukunft aufbauen.“

Diese und weitere Forderungen an die Politik formulierten die über 70 Teilnehmer/-innen der Konferenz NEU:DENK2017 des BJR am vergangenen Wochenende in München. Neben Praktiker/-innen der Jugendarbeit mit Geflüchteten waren auch etwa 30 junge Geflüchtete gekommen, um in einer offenen und partizipativen Atmosphäre Visionen und konkrete politische Forderungen zu den Bedarfen der Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten zu erarbeiten. Zentrale Punkte waren der Wunsch nach schnelleren Asylverfahren, einer bedarfsgerechten Unterstützung von jungen Geflüchteten in der Jugendhilfe über das 18. Lebensjahr hinaus, sowie gut ausgebildete und ausreichende Fachkräfte. Auch die Umsetzung der 3-plus-2-Regelung – keine Abschiebung während der dreijährigen Ausbildung und den sich anschließenden beiden Beschäftigungsjahren, forderten die Teilnehmer/-innen.

Die NEU:DENK2017 fand vom 3. Februar bis 4. Februar in den Räumen des Bellevue di Monaco statt, ein Wohn- und Kulturzentrum für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge und Interessierte in München. Der BJR organisierte die Veranstaltung im Rahmen seines Aktionsprogramms Flüchtlinge werden Freunde.