Trauer um Hermann Kumpfmüller

Der ehemalige BJR-Präsident ist am 16. Oktober im Alter von 88 Jahren verstorben

Hermann Kumpfmüller während seiner achtjährigen Amtszeit als BJR-Präsident.

Der Bayerische Jugendring trauert um seinen ehemaligen Präsidenten Hermann Kumpfmüller. Er war von 1964 bis 1971 Präsident des BJR. In den acht Jahren seiner Amtszeit engagierte sich Kumpfmüller als beständiger Streiter gegen rechts. Er beobachtete und analysierte die Szene, machte auf das Aufleben nationalsozialistischer Aktivitäten aufmerksam und baute erstmalig eine bundesweite Materialsammlung über Rechtsextremismus im Jugendbereich auf. 

In seiner Zeit als BJR-Präsident wurden darüber hinaus die Begegnungen mit Israel fortgeführt und intensiviert, 1967 leitete er eine Delegationsreise nach Polen. Den „Dienst am jungen Menschen“ stellte er stets in den Mittelpunkt. Der BJR war, wie er selbst in einer Publikation zum 60-jährigen Bestehen schrieb, nicht nur für ihn eine wichtige Schule für Zivilcourage. 

Geboren wurde Kumpfmüller 1932, aufgewachsen ist er in Landshut. Er kam aus der katholischen Jugendarbeit und vertrat seine humanistischen Ideale mit Leidenschaft. Kumpfmüller engagierte sich auch als Vorstandsvorsitzender des Fördervereins für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit in Dachau. Die Erinnerungskultur war ihm ein großes Anliegen: Kumpfmüller setzte sich maßgeblich für das 2001 eingeweihte Dachauer Todesmarsch-Mahnmal zum Gedenken an den Leidensweg der Opfer ein.

Der Jugendsiedlung Hochland in Königsdorf blieb er bis zu seinem Tod eng verbunden. Kumpfmüllers Engagement ist es zu verdanken, dass dort eine Jugendbildungsstätte entstanden ist. 

Am 16. Oktober ist Hermann Kumpfmüller im Alter von 88 Jahren verstorben.