Afghanistan, Belarus, Inklusion und Nachwahlen

BJR-Vollversammlung fordert sofortiges Handeln an der EU-Außengrenze zu Belarus

Fachvortrag zum Schwerpunktthema Inklusion: Das Plenum der 159. BJR-Vollversammlung in Landshut.
Fachvortrag zum Schwerpunktthema Inklusion: Das Plenum der 159. BJR-Vollversammlung in Landshut.

Die 159. Vollversammlung des Bayerischen Jugendrings (BJR) sieht die EU und ihre Mitgliedsstaaten in der Pflicht, eine Ausweitung der humanitären Katastrophe an der polnisch-belarussischen Grenze zu verhindern. Die Delegierten fordern unter anderem eine bessere Versorgung der im Grenzgebiet zu Belarus festsitzenden Menschen, mehr internationalen Druck auf die belarussische und die polnische Regierung sowie eine EU-Asylpolitik, die kinder- und jugendspezifische Fluchtgründe anerkennt. Die Menschen im Grenzgebiet müssten die Möglichkeit bekommen, Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen und einen Asylantrag zu stellen.

Afghanistan: Schockierende Situation erfordert sofortiges Handeln 

Auch die Lage in Afghanistan war Anlass für einen Beschluss. Die Vollversammlung spricht sich für ein sofortiges Handeln aus: Die Delegierten fordern von der Staatsregierung, der Bundesregierung und der EU unter anderem, besonders gefährdete Personen zu evakuieren, ein Bundes- bzw. Landesaufnahmeprogramm aufzulegen und bestehende Resettlement-Programme besser zu nutzen sowie den Entscheidungsstopp bei Asylverfahren von Afghan:innen aufzuheben. Die Jugendarbeit sei gefordert, junge Menschen mit afghanischen Wurzeln zu stärken und auf die Lage in dem Land aufmerksam zu machen.

Nachwahlen für den BJR-Landesvorstand, Kommission Queere Jugendarbeit 

Die 159. BJR-Vollversammlung fand von 22. bis 24. Oktober im Tagungszentrum Landshut statt. Die Delegierten wählten auch ein neues Mitglied für den BJR-Landesvorstand: Sarah Lehner, Landesvorsitzende des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend in Bayern (BDKJ Bayern) folgt auf Eva Schubert (ebenfalls vom BDKJ Bayern). Darüber hinaus benannte die Vollversammlung die Mitglieder der im Sommer eingesetzten Kommission Queere Jugendarbeit. Zu ihrem Vorsitzenden wurde Malte Scholz von der Evangelischen Jugend in Bayern gewählt.

Inklusive Ausrichtung der Jugendarbeit weiterentwickeln 

In mehreren Workshops befassten sich die Delegierten mit dem Schwerpunktthema Inklusion. Nach dem Fachvortrag „Auf dem Weg zu mehr Teilhabe: Inklusive Kompetenzen in der Jugendarbeit“ von Simon Wilhelm Kolbe (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) diskutierten die Delegierten in acht Workshops über digitale Barrierefreiheit, politische Bildung und Inklusion, die Novellierung des SGB VIII und eine inklusive Juleica-Ausbildung. Die 158. Vollversammlung hatte ein Positionspapier zum Thema Inklusion beschlossen. 

Die BJR-Vollversammlung ist das höchste beschlussfassende Gremium der Jugendarbeit in Bayern. Die Delegierten bestimmen die landesweiten Leitlinien, Ziele und Aufgaben des BJR und entscheiden über grundlegende Fragen der Gesamtorganisation. 

Beschluss „Für Menschenwürde an der EU-Außengrenze zu Belarus“
Beschluss „Handeln jetzt! Afghan:innen brauchen Lebensperspektiven“
Positionspapier Inklusion
Mehr Informationen über die 159. BJR-Vollversammlung

Kontakt
Christoph Spöckner
tel 089 / 51458-20 __ mobil 0151 / 276277-20 __ spoeckner.christoph@bjr.de