Bayern gemeinsam gestalten

Junge Migrationsverbände im Dialog mit Politik – jugend- und integrationspolitisches Fachgespräch des BJR im Bayerischen Landtag mit 120 Teilnehmer_innen

Die Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für Integration, Mechthilde Wittmann, beim ersten Austausch mit der bayerischen Jugendarbeit
Die Ergebnisse der World Café-Tische präsentierten Anna Herbst (BADJ), Mauno Gerritzen (djo), Oguz Tasdelen (Ditib Jugend Bayern), Arbion Gashi (BJR-Kommission Integration) und Tigris Demir (AJM)
120 Teilnehmer_innen folgten der Einladung des Bayerischen Jugendrings in den Landtag
Joachim Unterländer, Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit und Soziales, Jugend, Familie und Integration, im Gespräch mit (v.l.n.r.) Baris Bilen (Ditib Jugend Bayern), Kamer Güler (BDAJ), Irmtraud Eckert (ufuq.de), Ansgar Drücker (IDA), Mohammed Khir Karssli (Integrationsbegleiter BJR-Aktionsprogramm Flüchtlinge werden Freunde) und Matthias Fack

„Es ist großartig, wie Vielfalt und Demokratie in der Jugendarbeit gemeinsam mit jungen Menschen mit Migrationshintergrund gelebt werden“, freute sich Matthias Fack, Präsident des Bayerischen Jugendrings (BJR), beim Fachgespräch „Bayern gemeinsam gestalten“ am 19. April 2018 im Bayerischen Landtag. Rund 120 Teilnehmer_innen waren der Einladung des BJR gefolgt, um die Lebenssituationen und Herausforderungen von Jugendlichen mit ausländischen Wurzeln sichtbar zu machen und mit Politiker_innen ins Gespräch zu kommen.

In einen ersten Austausch kam die bayerische Jugendarbeit auch mit der im März ernannten Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für Integration, Mechthilde Wittmann. Sie unterstrich, dass sie für die Anliegen der Jugendarbeit in Bayern ein offenes Ohr habe und das gemeinsame Interesse teile, die Integration in Bayern zu fördern.

Joachim Unterländer, Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit und Soziales, Jugend, Familie und Integration, betonte einen interkulturellen, diskriminierungsfreien Ansatz von früh auf. „Politik hat die Verantwortung dafür, dass ein vorurteilsfreier Umgang in der Gesellschaft angestrebt wird. Toleranz üben - das muss bereits im Kindergartenalter beginnen.“ Er sprach sich dafür aus, dass sich Vereine für Integration stark machen und dafür in ausreichendem Maß ausgestattet werden. Sein Wunsch nach mehr Austausch zum Thema Integration zwischen jungen Menschen und Politik– und da waren sich alle Teilnehmer_innen einig ‑ sollte fortgesetzt werden.

BJR-Präsident Matthias Fack unterstrich diese Idee: „Integration ist seit vielen Jahren Leitgedanke der bayerischen Jugendarbeit und dieses Fachgespräch zeigt, mit wie viel Engagement wir Bayern gemeinsam gestalten und politisch mitmischen wollen. Jugendarbeit ist immer auch Sensor für gesellschaftliche Strömungen. Wir sind deshalb besonders betroffen von einseitigen Sichtweisen und Polarisierungen. Gerade solange die Konjunktur haben, darf unsere Bereitschaft nicht aufhören, einander zuzuhören und voneinander zu lernen. Dafür braucht es auch die ausreichende Unterstützung der Politik“, sagte Fack.

Die Teilnehmer_innen des Fachgesprächs erzählten von diskriminierenden Erfahrungen in ihrem Alltag: von ihren Schwierigkeiten bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, von ausgrenzenden Erlebnissen im Alltag - und dem großen Wunsch, Vorurteile durch Austausch und Begegnung abzubauen. Für ein Wir-Gefühl in der Gesellschaft forderten sie einen Perspektivwechsel: „Wichtig ist ein differenzierter Umgang mit dem Islam, der eine vielseitige Sicht auf Migration einnimmt“, fasste Moderator Ansgar Drücker, Geschäftsführer Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA e.V.), die Stimmen aus dem Plenum zusammen.

Viele Puzzleteile tragen innerhalb der bayerischen Jugendarbeit zu einem gelingenden integrativen Miteinander bei, etwa die Kommission Integration und interkulturelle Öffnung, die Impulsgeber für das Fachgespräch war, das Projekt Potential Vielfalt, das Vereine junger Menschen mit Migrationshintergrund (VJM) beim Strukturaufbau unterstützt, oder das Aktionsprogramm Flüchtlinge werden Freunde, das Begegnungen zwischen Jugendarbeit und jungen Geflüchteten schafft.

Sieben VJM stellten sich beim Fachgespräch vor:

  • Assyrischer Jugendverband Mitteleuropa Landesverband Bayern (AJM)
  • Bund der Alevitischen Jugendlichen in Bayern (BDAJ)
  • Jugendverband der Föderation Demokratischer Arbeitervereine Bayern (DIDF)
  • DITIB Jugend Bayern
  • Deutsche Jugend in Europa Landesverband Bayern (djo)
  • Islamische Jugend Bayern (IJB)
  • JunOst Verband der russischsprachigen Jugend in Deutschland Landesverband Bayern

Pressefotos
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Informationen zu VJM
Vereine junger Menschen mit Migrationshintergrund
Aktionsprogramm Flüchtlinge werden Freunde
themen/integration/integration-junger-menschen-mit-migrationshintergrund/vjm-in-bayern.html
Projekt Potential Vielfalt

Positionen
Für ein Klima der Menschenfreundlichkeit
Gleichberechtigte Teilhabe von jungen Menschen mit Migrationshintergrund
service/beschluesse/details/gleichberechtigte-teilhabe-von-jungen-menschen-mit-migrationshintergrund-2009.html
Islamfeindlichkeit entgegenwirken und den Islam gesellschaftlich anerkennen

Kontakt
Cornelia Freund
tel 089/51458 -20
mobil 0151/276277-20
freund.cornelia@bjr.de

Der Bayerische Jugendring K.d.ö.R. ist die Arbeitsgemeinschaft der 34 landesweiten und 39 regional tätigen Jugendverbände und 328 örtlichen Jugendgruppen in Bayern. Strukturell ist er in sieben Bezirksjugendringe sowie 96 Stadt- und Kreisjugendringe gegliedert. Seine Mitgliedsorganisationen erreichen mit ihren Angeboten mehr als zwei Drittel aller Kinder und Jugendlichen in Bayern.