BJR warnt vor Wegfall des EU-Jugendprogramms „Jugend in Aktion“

BJR-Präsident Fack: EU-Pläne einer Zusammenlegung von Förderbereichen weder transparent noch nutzerfreundlich – eigenes Kapitel für die Zielgruppe Jugend gefordert

Der Bayerische Jugendring (BJR) warnt vor negativen Folgen für die Jugendarbeit in Bayern, sollte die Europäische Union (EU) das bisher eigenständige Förderprogramm „Jugend in Aktion“ ab 2014 im Bildungsprogramm „Erasmus für alle“ aufgehen lassen. Er lehnt die von der EU-Kommission ge-plante Umstrukturierung ab, die acht verschiedene Förderbereiche in einem gemeinsamen Programm zusammenfasst. Sie hätte erhebliche strukturelle und finanzielle Einschränkungen für die Jugendor-ganisationen zur Folge. „Die EU-Pläne sind für die Jugendarbeit weder nutzerfreundlich noch trans-parent. Wir brauchen auch zukünftig ein eigenes Förderprogramm für die Jugend, um den Bedürfnis-sen von Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden“, sagte BJR-Präsident Matthias Fack.

BJR fordert ein eigenes Kapitel für Jugend im integrierten Programm

Auch die Fraktionen von CSU und FDP im bayerischen Landtag haben die Staatsregierung in einem Dringlichkeitsantrag aufgefordert, sich im Bundesrat für eine eigene Säule für den Jugendbereich einzusetzen. Setzt die EU ihr Vorhaben dennoch um, sieht der BJR das erfolgreiche Engagement vieler Jugendorganisationen in Gefahr. Gerade für kleinere Organisationen wären Antragsverfahren zu umfangreich und zu wenig transparent, Jugendinitiativen sind zukünftig gar völlig vom Programm ausgeschlossen. Der BJR fordert daher, für die Jugend zumindest ein eigenes Kapitel im integrierten Programm aufzunehmen. Einen entsprechenden Vorschlag hat auch die deutsche Bundesregierung vorgelegt. Zudem müssen alle Förderbereiche von finanziellen Zuwächsen gleichermaßen profitieren.

Fördervolumen im Jugendbereich im vergangenen Jahr deutlich angestiegen

Das Programm „Jugend in Aktion“ ist mit seiner nachgewiesenen hohen Wirksamkeit bei politischen Entscheidungsträgern und Jugendorganisationen etabliert und akzeptiert. Es richtet sich an junge Menschen zwischen 13 und 30, fördert u.a. non-formale Bildung, Jugendbegegnungen und Projekte der partizipativen Demokratie. Auch benachteiligte Jugendliche können dabei im Austausch mit aus-ländischen Partnern wertvolle Erfahrungen sammeln. Die Zahl der Projekte in Bayern ist im Vorjahr deutlich angestiegen: Von 2009 auf 2010 erhöhten sich die bewilligten Anträge von 39 auf 104 und das Fördervolumen von knapp 460.000 Euro auf fast 1,98 Mio. Euro.

Der Bayerische Jugendring K.d.ö.R. ist die Arbeitsgemeinschaft der 31 landesweiten und 42 regional tätigen Jugendverbände und der mehr als 350 örtlichen Jugendorganisationen in Bayern. Strukturell ist er in sieben Bezirksjugendringe sowie 96 Stadt- und Kreisjugendringe gegliedert. Seine Mitgliedsorganisationen erreichen mit ihren Angeboten mehr als zwei Drittel aller Kinder und Jugendlichen in Bayern.