Erfolgreiche digitale Jugendarbeit während des Lockdowns

BJR stellt Ergebnisse einer Umfrage vor

Die bayerische Jugendarbeit ist in der ersten Phase der Corona-Pandemie ihrer Verantwortung gerecht geworden. Das stellt der Präsident des Bayerischen Jugendrings (BJR), Matthias Fack, anlässlich des gemeinsamen Netzwerktreffens von Jugendverbänden, Jugendringen und Vereinen junger Menschen mit Migrationshintergrund fest. Eine im Frühsommer durchgeführte BJR-Umfrage ergab: Viele Einrichtungen haben schnell digitale Angebote geschaffen, die von Kindern und Jugendlichen gut angenommen wurden (zur Auswertung der Umfrage auf der BJR-Webseite). Ein Teil davon könnte auch in Zukunft weitergeführt werden.

Unter den neu entwickelten digitalen Formaten waren unter anderem kreative Mitmach-Projekte, Live-Chats und Online-Beratungen. Sehr gefragt waren auch virtuelle Seminare, Gruppenstunden und Corona-Informationen. Darüber hinaus zählten auch Online-Sport und digitale Stadtrallyes zu den Angeboten. Die Akteur_innen der Jugendarbeit verfolgten mit diesen digitalen Angeboten während des Lockdowns mehrere Ziele: Sie wollten weiterhin mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt bleiben, ihnen Halt und Hilfe bieten, eine sinnvolle Freizeitgestaltung ermöglichen und sie über die Corona-Situation informieren.

Knapp zwei Drittel der Teilnehmer_innen nahmen die Angebote sehr gut, gut oder zumindest befriedigend an. Nur 15 Prozent eher schlecht oder sehr schlecht. Auch jugendliche Partizipation war online möglich, zum Beispiel durch Onlineabfragen über Instagram oder durch Aufrufe zu Challenges in den sozialen Medien. Gremienarbeit fand ebenfalls mit überwiegend sehr gutem oder gutem Zuspruch über das Internet statt, am häufigsten durch virtuelle Teamtreffen und Vorstandssitzungen. Insgesamt hat sich die Online-Präsenz bei knapp 80 Prozent der Einrichtungen verstärkt oder verändert. Es gelang ihnen, in der Corona-Zeit bei ihren Zielgruppen und in der Öffentlichkeit präsent zu bleiben. Teilweise sind sogar neue Zielgruppen erschlossen worden.

Schlecht ausgestattete Einrichtungen mit geringen personellen Ressourcen stellte die plötzliche Digitalisierung vor große Herausforderungen. Die nicht vorhandenen Qualifikationen bei den beteiligten Personen wurden oft als Problem wahrgenommen. Der Bedarf an Fortbildungen im digitalen und medienpädagogischen Bereich ist durch die Corona-Pandemie folglich größer geworden. Die hohen Anforderungen an den Datenschutz beeinträchtigten oder verhinderten bei einem Drittel der Einrichtungen Aktivitäten. Bei der technischen Ausstattung sind nur 35 Prozent der Einrichtungen gut oder sehr gut aufgestellt. Eine weitere Herausforderung besteht im privaten Bereich der Kinder und Jugendlichen: Rund ein Viertel scheint bei der Ausstattung abgehängt zu sein.

In der internationalen Jugendarbeit wurden Aktionen, die für 2020 geplant waren, in den meisten Fällen abgesagt oder verschoben. Auf das Verhältnis zu den ausländischen Partner-Organisationen habe das aber keine Auswirkung, so der fast einstimmige Tenor.

Die freiwillige Umfrage „Jugendarbeit in Zeiten des Corona-Virus (SARS-CoV-2)“ richtete sich an alle Arbeitsfelder der bayerischen Jugendarbeit und war vom 20. Mai bis 6. Juni über einen Link auf die BJR-Homepage zu erreichen. Insgesamt gingen 117 auswertbare Rückmeldungen ein.

___ Vollständige Auswertung der BJR-Umfrage: www.bjr.de/fileadmin/redaktion/allgemein/Corona/2020-09-07_Auswertung_Umfrage_Jugendarbeit_in_Zeiten_von_Corona_final.pdf

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Christoph Spöckner
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