Integration gestalten, nicht Flüchtlinge verwalten

Potential von Menschen fördern, nicht ihr Schicksal verwalten; politischer Mut, nicht parteipolitische Profilierung ist gefragt ‑ BJR richtet Botschaft an Politik und Verwaltung

Das Potential von Flüchtlingen fördern statt Schicksale verwalten, Menschen statt Arbeitskräfte erkennen, Einwanderung als Bereicherung statt als Bedrohung wahrnehmen – diese Botschaften richtet der Hauptausschuss des Bayerischen Jugendrings (BJR) an Gesellschaft, Politik und Verwaltung. Mit der Position „Perspektivenwechsel: Einwanderung und Integration gestalten – nicht Flüchtlinge verwalten“ stehen die im BJR zusammengeschlossenen Jugendverbände und Jugendringe für eine konsequente Gestaltung von Integration. Zentrale Forderung darin: Das Grundrecht auf Asyl darf nicht weiter eingeschränkt werden.

Wie Menschen auf der Flucht behandeln? Bei dieser Frage handelt es sich derzeit um die dringlichste Frage in unserer Gesellschaft – in Bayern, in Deutschland, in Europa. Aus dem Beschluss des BJR-Hauptausschusses: „Einfache Antworten gibt es nicht, Lösungen können aber schneller gefunden und breiter akzeptiert werden, wenn die Bereitschaft zum Konsens verstärkt und offensiv kommuniziert wird. Wir brauchen eine konsequente Integrationsperspektive als Prinzip des Aufnahmesystems.“ „Einen Schritt in die richtige Richtung sehe ich in dem Vorhaben der bayerischen Staatsregierung, die Fraktionen des bayerischen Landtags an einen Tisch zu bringen, um das Handeln auf ein gemeinsames Ziel auszurichten: die schnelle und bestmögliche Integration“, so BJR-Präsident Matthias Fack zur aktuellen Situation.

Aus Sicht des BJR geraten individuelle Hilfsbereitschaft und ehrenamtliches Engagement an ihre Grenzen, wenn ein eindeutiger politischer Gestaltungswille fehlt und die Verwaltungsorganisation nicht auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet ist. Eine Willkommens- und Anerkennungskultur muss mit Leben erfüllt werden; dafür sind eine grundlegende Umorientierung und Neuorganisation der staatlichen Verantwortung auf allen Ebenen und stimmige Rechtsgrundlagen notwendig.

Je schneller und aktiver wir diejenigen, die heute als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, in ihren Potentialen fördern und ihre gesellschaftliche Teilhabe unterstützen, desto erfolgreicher wird Integration gelingen.

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Beschluss des Hauptausschusses      
Aktionsprogramm des BJR               

Der Bayerische Jugendring K.d.ö.R. ist die Arbeitsgemeinschaft der 32 landesweiten und 39 regional tätigen Jugendverbände und 347 örtlichen Jugendorganisationen in Bayern. Strukturell ist er in sieben Bezirksjugendringe sowie 96 Stadt- und Kreisjugendringe gegliedert. Seine Mitgliedsorganisationen erreichen mit ihren Angeboten mehr als zwei Drittel aller Kinder und Jugendlichen in Bayern.