Internationale Konferenz „30 Jahre Mauerfall“

Anlässlich des 30. Jubiläums des Mauerfalls hat der BJR sich auf einer internationalen Konferenz mit der aktuellen Situation in den postsowjetischen Ländern sowie den Entwicklungen seit 1991 befasst

Die Delegation der internationalen Konferenz zu 30 Jahren Mauerfall im Sitzungssaal der BJR-Geschäftsstelle
Die Delegation der internationalen Konferenz zu 30 Jahren Mauerfall zu Gast in der BJR-Geschäftsstelle

2019 jährt sich der Mauerfall zum 30. Mal. Ende 1989 war die Perestrojka bereits im Gange, aber noch niemand konnte ahnen, dass es zwei Jahre später keine Sowjetunion mehr geben würde. Doch waren Demokratisierungs- und Unabhängigkeitsbewegungen nicht mehr aufzuhalten. Anlässlich von 30 Jahren Mauerfall beschäftigte sich der BJR im Rahmen einer internationalen Konferenz mit der aktuellen (jugend)politischen Situation in den postsowjetischen Ländern sowie den Entwicklungen seit 1991.

„Dieses Jubiläum war für den BJR der Anlass, sich mit einem neuen internationalen Format zu präsentieren. Gemeinsam sollen Wege entwickelt werden, wie die Internationale Jugendarbeit noch stärker als Unterstützerin von Demokratiebildung und Zivilgesellschaft wirken kann,“ so Michael Schwarz, Leiter Bereich Strategische Handlungsfelder beim BJR.

Bis zum 17. Dezember befassten sich die 40 Teilnehmenden aus sechs Partnerländern (Armenien, Belarus, Kirgistan, Lettland, Russland und Ukraine) mit aktuellen Fragestellungen zu Zivilgesellschaft und Jugendarbeit . Die vergleichende Perspektive über so viele Gesellschaften hinweg war dabei besonders interessant, denn teils gibt es dort ähnliche Rahmenbedingungen, teils völlig verschiedene Ausgangslagen. „In den postsowjetischen Ländern gab es bis 1991 keine eigenständige nationale Jugendpolitik“ erklärte Dr. Marina Miroshkina, Forschungsdirektorin des Moskauer „Instituts für das Studium von Kindheit, Familie und Bildung der Russischen Bildungsakademie“.  So schlugen nach 1991 alle postsowjetischen Länder unterschiedliche Strategien in der Entwicklung der Jugendarbeit ein, wie die Präsentationen der Teilnehmenden eindrucksvoll zeigten. Auch die teils traumatischen Erfahrungen der Transformation, geprägt durch Revolutionen und kriegerische Konflikte, wurden nicht ausgespart. Und doch verband alle Teilnehmenden der Wunsch, die jeweiligen Zivilgesellschaften zu stärken und Strukturen der Jugendarbeit auszubauen.

Auf dem Programm standen neben Präsentationen der Teilnehmer_innen interaktive Methoden wie Diskussionen und World Café, aber auch praktische Workshops zu Theater- und Medienpädagogik sowie zur interkulturellen Bildung und wissenschaftliche Vorträge.

Mit den teilnehmenden Organisationen arbeitet der BJR teils schon über mehrere Jahre zusammen. Neu ist, dass sich die internationalen Partner auch untereinander vernetzen. „Der Bayerische Jugendring mit seinen jahrzehntelangen Erfahrungen in der Internationalen Jugendarbeit kann so als Inspiration für weitere Partnerschaften dienen“, so Matthias Fack, BJR-Präsident.

Die Konferenz fand in Kooperation mit dem Verband der russischsprachigen Jugend in Deutschland e.V. Junost, Landesverband Bayern, statt.