Ja zur Demokratie sagen

Am Internationalen Tag der Demokratie betont der BJR die Bedeutung des Engagements für die Staatsform

Anlässlich des Internationalen Tags der Demokratie am 15. September weist der Bayerische Jugendring (BJR) auf die Bedeutung von Demokratie-Bildung hin. „Gerade in einer Ausnahmesituation wie der SARS-CoV-2-Pandemie ist das Engagement für die Demokratie im Kleinen wie im Großen wichtiger denn je“, sagt BJR-Präsident Matthias Fack. Rechte Gruppierungen, die etwa die Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen für ihre antidemokratischen Ziele instrumentalisierten, repräsentierten nur einen kleinen Teil der Gesellschaft, stellt Fack klar. „Wegen der großen Aufmerksamkeit für die Proteste ist es trotzdem wichtig, heute ein Zeichen gegen Verschwörungsideologien und Extremismus zu setzen.“

„Demokratie ist keineswegs selbstverständlich. Sie funktioniert nur, wenn sich die Generationen von heute und morgen für sie einsetzen“, erklärt der BJR-Präsident. Die SARS-CoV-2-Pandemie stellt die politische Bildungsarbeit vor große Herausforderungen. Schließlich bedeute Demokratie-Bildung mehr als reine Wissensvermittlung über Institutionen und Verfahren, politische Akteur_innen und Prozesse, wie in der politischen Bildung üblich. „Demokratie-Bildung darf deswegen gerade in Ausnahmesituationen nicht in den Hintergrund rücken. In der DNA der Jugendarbeit ist sie fest verankert“, sagt Fack. Es sei ihre Aufgabe, junge Menschen so zu stärken, dass sie zum Beispiel nicht für rassistisches und menschenfeindliches Gedankengut anfällig sind. „Die Jugendarbeit setzt in der Lebenswelt junger Menschen an und macht demokratische Prozesse erlebbar. Das gilt für die Gruppenstunde im Jugendverband, das Ferienlager des Jugendzentrums, das Seminar der Jugendbildungsstätte oder die Vorstandsarbeit des Jugendrings“, erklärt er.

Der BJR tritt für eine vielfältige, demokratische und rechtsstaatliche Gesellschaft ein. Die gelebte Vielfalt der unter seinem Dach organisierten Jugendorganisationen und der dort engagierten jungen Menschen bringt zum Ausdruck, dass ein von Respekt, Akzeptanz und Achtsamkeit geprägtes Miteinander gelingt. „Intoleranz und Diskriminierungen aller Art haben keinen Platz in einer demokratischen Gesellschaft“, fasst Fack zusammen. Daher engagiert sich der BJR dafür, die Partizipation junger Menschen zu stärken und Jugendarbeit zur Wirk- und Werkstätte der Demokratie sowie zum Lernfeld gelebter Demokratie auszubauen. Er fordert deshalb, Partizipationsmöglichkeiten für junge Menschen als zentralen Bestandteil und Ziel von Jugendpolitik zu verankern. Der BJR will

  • verbandliche und offene Jugendarbeit als Orte politischer Bildung stärken,
  • außerschulische politische Jugendbildungsangebote fördern,
  • unabhängige Beratungsstellen auf- und ausbauen,
  • das aktive Wahlrecht ab 14 Jahren einführen,
  • Jugendliche in der Kommune beteiligen, zum Beispiel in Jugendparlamenten oder Jugendbeiräten,
  • ehrenamtliches Engagement für eine gelingende Integration fördern und eine Kultur des Miteinanders unterstützen,
  • an der Enquete-Kommission „Jungsein in Bayern“ weiterarbeiten und Jugendverbände regelmäßig dazu anhören.

____ Zum einschlägigen Beschluss der BJR-Vollversammlung: https://www.bjr.de/service/beschluesse/details/wir-haben-was-zu-sagen-demokratie-braucht-jugendpolitik-1864.html

Kontakt
Christoph Spöckner
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