Jugendarbeit neu starten

BJR-Vollversammlung beschließt Forderungen für den Weg aus der Corona-Krise

Ein Bild aus dem Tagungsaal der 158. BJR-Vollversammlung mit einigen Delegierten und Blick aufs Podium.
Parlament der bayerischen Jugendarbeit: Die 158. BJR-Vollversammlung in Neumarkt in der Oberpfalz.

Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit in Bayern brauchen jetzt einen Neustart. Das hat die Vollversammlung des Bayerischen Jugendrings (BJR) am Wochenende beschlossen. „Was junge Menschen jetzt am meisten brauchen, sind Begegnungen und geschützte Räume“, erklärt BJR-Präsident Matthias Fack. „Genau das können Jugend- und Jugendverbandsarbeit mit ihrer Vielzahl und Vielfältigkeit an Verbänden und Angeboten Kindern und Jugendlichen bieten.“

Seit mehr als einem Jahr werden die Auswirkungen der Corona-Pandemie immer deutlicher. Viele Kinder und Jugendliche hätten durch die Pandemie die Anbindung an Vereine und Verbände aus der Jugendarbeit verloren, analysiert der Beschluss „Wege aus der Krise“. Den Jugendleiter:innen falle es wegen der Maßnahmen zur Corona-Bewältigung schwer, sich für das Ehrenamt zu motivieren.

Für einen Neustart seien deswegen finanzielle und personelle Ressourcen notwendig, fordert die 158. BJR-Vollversammlung. Die Kommunen hätten dafür Sorge zu tragen, dass für Jugend- und Jugendverbandsarbeit ein entsprechender Stellenumfang zur Verfügung steht. Dies sei eine kommunale Pflichtaufgabe. Darüber hinaus seien finanzielle Mittel nötig, um ehrenamtliche Mitarbeiter:innen zu gewinnen bzw. wieder zu gewinnen und sie in der Anlaufphase zu beraten.

Die BJR-Vollversammlung beauftragte den Landesvorstand daher unter anderem, die Corona-bedingten Sparmaßnahmen der Kommunen zu erheben und ihre Folgen zu bewerten, neue Fördermöglichkeiten für Aktionen im Rahmen des Neustarts zu schaffen sowie Maßnahmen zur Werbung von ehrenamtlichen Jugendleiter:innen und neuen Mitgliedern zu entwickeln.

In einem weiteren Beschluss machten die Delegierten auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Mädchen und junge Frauen aufmerksam. Der Jugendarbeit in Bayern komme die wichtige Rolle zu, sie auf dem Weg zur Chancengleichheit zu unterstützen. Eine Auswahl der beschlossenen Maßnahmen:

  • Alle der bayerischen Jugendarbeit zugesagten Gelder zur Bekämpfung der Folgen der Pandemie sollen geschlechtergerecht verteilt und verwendet werden.
  • Chancengleichheit soll als kontinuierliches Thema etabliert und die notwendigen Maßnahmen für Mädchen und junge Frauen sowie weitere vulnerable Gruppen wie junge Menschen mit Migrationshintergrund, LSBTIQ*-Jugendliche und Kinder- und Jugendliche mit Behinderungen in regelmäßigen Abständen auf die politische Agenda des BJR gesetzt werden.
  • Ein Fachprogramm für geschlechtergerechte Jugendarbeit, das Projekte speziell für Mädchen oder Jungen oder LSBTIQ*-Jugendliche in allen Bereichen der Jugendarbeit während und nach der Corona-Krise finanziell fördert, soll wiedereingesetzt werden.

Zum Volltext der Beschlüsse: www.bjr.de/vollversammlung

Die 158. BJR-Vollversammlung fand am vergangenen Samstag (19. Juni) in Neumarkt in der Oberpfalz erstmals in einem hybriden Format statt. Sie ist das höchste beschlussfassende Gremium der Jugendarbeit in Bayern. Die Delegierten bestimmen die landesweiten Leitlinien, Ziele und Aufgaben des BJR und entscheiden über grundlegende Fragen der Gesamtorganisation.

Kontakt
Christoph Spöckner
tel 089 / 51458-20 __ mobil 0151 / 276277-20 __ spoeckner.christoph@bjr.de