Jugendarbeit setzt Maßstäbe beim präventiven Jugendschutz

Aktuelle BJR-Umfrage ermittelt ca. 500 präventive Projekte in Bayern – eigene Standards zur Alkoholprävention – Jugendamtsleiterin Stefanie Krüger: Jugendschutz funktioniert nur, wenn präventive Maßnahmen die gesetzlichen Vorschriften ergänzen

Die Jugendarbeit in Bayern will ihre Aktivitäten im präventiven Jugendschutz weiterentwickeln und ausbauen. Der Hauptausschuss des Bayerischen Jugendrings (BJR) – das höchste Beschluss fassende Gremium der Jugendarbeit in Bayern – hat sich auf seiner 139. Sitzung vom 21. bis 23. Oktober in Gauting insbesondere mit der Prävention von Alkoholmissbrauch befasst. Obwohl der Alkoholkonsum bei Jugendlichen insgesamt seit vielen Jahren rückläufig ist, haben die Fälle exzessiven Missbrauchs, das sogenannte „Komatrinken“, bei jungen Menschen deutlich zugenommen. Während allerdings in den Medien der Eindruck erweckt wird, dies sei primär bei jungen Menschen der Fall, sind es laut dem Gesundheitsbericht des Bundes 2011 die 40- bis 50-Jährigen, die am häufigsten mit akuten Rauschzuständen durch Alkohol in der Klinik landen. Dennoch ist diese Entwicklung Anlass für die Jugendarbeit, den eigenen Umgang mit Alkohol kritisch zu überprüfen und ihre Aktivitäten zur Prävention weiterzuentwickeln.

Standards der Jugendarbeit zur Prävention von Alkoholmissbrauch

Die Vertreter/-innen der Jugendarbeit haben sich zudem zum Ziel gesetzt, Standards zum Umgang mit Alkohol für die eigene Arbeit zu entwickeln. BJR-Präsident Matthias Fack: „Junge Menschen müssen vor den Gefährdungen durch Suchtmittel besonders geschützt werden. Verbote und Ermahnungen bleiben jedoch wirkungslos, wenn das erwünschte Verhalten nicht vorgelebt wird. Die Zahlen des Bundesgesundheitsberichts zeigen deutlich: jugendliches Komatrinken ist eine Nachahmung erwachsenen Komatrinkens.“ Im Bereich der Prävention hat die Jugendarbeit sehr gute Möglichkeiten: sie fördert in ihren Angeboten Kritikfähigkeit und Eigenverantwortlichkeit von jungen Menschen und befähigt sie so, sich vor gefährdenden Einflüssen zu schützen. „Für die Mitarbeiter/-innen der Jugendarbeit gilt es, diese präventiven Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Der BJR will verstärkt dazu beitragen, die Potentiale und die besondere Verantwortung der Jugendarbeit konsequent
umzusetzen“, so Fack. Dazu arbeitet der BJR intensiv mit dem Landesjugendamt und der Aktion Jugendschutz in Bayern zusammen.

Umfrage zur Bestandserfassung: über 500 Präventionsprojekte in Bayern

Eine aktuelle landesweite Umfrage des BJR in den Strukturen der Jugendarbeit, deren Ergebnisse erstmals auf dem Hauptausschuss veröffentlicht wurden, hat über 500 Projekte u.a. zur Prävention von Alkohol- und Drogenmissbrauch, aber auch von sexueller Gewalt, zur Gewaltprävention oder zum Jugendmedienschutz ermittelt. In ca. drei Viertel aller Landkreise in Bayern gibt es explizit
präventive Angebote der Jugendarbeit. Diese Vielzahl von erfolgreichen Projekten unterstreicht die Handlungsfähigkeit und Wirksamkeit der Jugendarbeit auf diesem Gebiet. Die Leiterin des Bayerischen Landesjugendamts, Stefanie Krüger, lobte die Anstrengungen des BJR und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit: „Prävention kann nur funktionieren, wenn präventive Maßnahmen wie die der Jugendarbeit die gesetzlichen Regelungen wie Verbote ergänzen“, so Krüger.

Der Bayerische Jugendring K.d.ö.R. ist die Arbeitsgemeinschaft der 31 landesweiten und 42 regional tätigen Jugendverbände und der mehr als 350 örtlichen Jugendorganisationen in Bayern. Strukturell ist er in sieben Bezirksjugendringe sowie 96 Stadt- und Kreisjugendringe gegliedert. Seine Mitgliedsorganisationen erreichen mit ihren Angeboten mehr als zwei Drittel aller Kinder und Jugendlichen in Bayern.