„Junge Menschen dürfen nicht verwelken“

Jugendarbeit ist existenziell und muss wieder möglich sein, unterstreicht der BJR

Screenshots des Online-Gesprächs: Jugendliche diskutieren mit Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner.
„Expert:innen in eigener Sache“: Jugendliche diskutieren online mit Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner.

Jugendarbeit ist systemrelevant und muss wieder geöffnet werden. Das fordern junge Menschen und der Bayerische Jugendring (BJR) nach zwei Online-Gesprächen mit der bayerischen Sozialministerin Carolina Trautner. „Angesichts der seit Montag wieder geöffneten Gärtnereien, Bau- und Gartenmärkte gilt es zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche verwelken“, sagt BJR-Präsident Matthias Fack. „Für junge Menschen sind die Angebote der Jugendarbeit existenziell, deswegen braucht es jetzt eine verantwortungsvolle Öffnung – insbesondere im Hinblick auf die Osterferien.“

Im vergangenen Jahr hat die Jugendarbeit in Bayern zwischen Pfingsten und Dezember bewiesen, dass sie ihre Angebote verantwortungsvoll gestalten kann. „Die Ferienangebote im Sommer und Herbst haben gezeigt, dass wir ein verlässlicher Partner sind“, so der BJR-Präsident. „Es kostet kein Geld, wenn bestimmte Angebote der Jugendarbeit im Zuge eines umsichtigen und geordneten Vorgehens wieder möglich werden.“ Wenn Schulen und Teile des Handels öffnen könnten, könne auch außerschulische Bildung – vorsichtig und mit den gebotenen Vorgaben für Gesundheitsschutz und Hygiene – wieder in gewissem Rahmen stattfinden.

Der BJR weist darauf hin, dass die bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bereits die Möglichkeit einer regionalen Differenzierung vorsieht: Unter einem Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner:innen können Landkreise und kreisfreie Städte von den Einschränkungen der Verordnung abweichen. Mit Genehmigung der Regierung des jeweiligen Regierungsbezirks wäre es dann möglich, dass Jugendtreffs in kleinerem Rahmen wieder Angebote durchführen. Aus Sicht des BJR sollten die Behörden von dieser Möglichkeit verstärkt Gebrauch machen.

Am Montag diskutierten sieben Jugendliche als „Expert:innen in eigener Sache“ die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit der Sozialministerin. Bei einem weiteren Gespräch mit Vertreter:innen aus Wissenschaft und Praxis nannte Fack die beiden Gesprächsformate ein „Zeichen der Wertschätzung“ der Staatsregierung für die Jugendarbeit in Bayern. Nach vielen anderen Gipfeln rückten die Anliegen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen verstärkt in den Mittelpunkt, so der BJR-Präsident.

Dass junge Menschen besser gehört und beteiligt werden wollen, machten auch die Teilnehmer:innen des Gesprächs mit der Ministerin deutlich: „Der Austausch mit anderen Jugendlichen ist wichtig. Man lernt viele kennen, die man sonst nicht kennen lernen würde. Daher sollte man sich was in Sachen Freizeit überlegen. Man hat einfach Angst, dass es immer so bleibt“, berichtet Max, der 17 Jahre alt und ehrenamtlich in der Bayerischen Sportjugend aktiv ist. Die 18-jährige Evelyn aus der Evangelischen Jugend betont: „Jugendhäuser sind für viele Kinder ein Rückzugsort, wo man Hilfe bekommt, wenn man Streit mit Familienmitgliedern hat oder Unterstützung bei Bewerbungen braucht. Da hat man mal ein paar Stunden seine Ruhe. Die Mitarbeiter:innen in Jugendtreffs sind auch Krankenpfleger:innen, Therapeut:innen und so viel mehr für uns Jugendliche.“

„Junge Menschen haben sich in der Vergangenheit solidarisch gezeigt und die über ihre Köpfe hinweg beschlossenen Corona-Regeln mehrheitlich befolgt“, erinnert Fack. „Jetzt ist es an der Zeit, dass sich die Gesellschaft im Gegenzug solidarisch zeigt und das dringende Bedürfnis junger Menschen nach sozialen Kontakten berücksichtigt.“ Er verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Kampagne „#hörtaufdiejugend“, die der BJR in den sozialen Medien gestartet hat.

__ Mehr zur Kampagne „#hörtaufdiejugend“: www.bjr.de/hoertaufdiejugend

Kontakt
Christoph Spöckner
tel 089 / 51458-20 __ mobil 0151 / 276277-20 __ spoeckner.christoph@bjr.de

Um die Anliegen der Jugend deutlich zu machen, hat der BJR Mitte Februar unter dem Hashtag „#hörtaufdiejugend“ eine Kampagne in den sozialen Medien gestartet. Alle jungen Menschen und Jugendorganisationen in Bayern sind dazu aufgerufen, Beiträge oder Videos mit ihren Wünschen, Forderungen oder Herzensanliegen zu posten. Mit der Kampagne will der BJR eine Plattform für die Bedürfnisse von Jugendlichen schaffen und ihnen eine bessere Teilhabe ermöglichen.