Pride-Monat Juni: Bayern bunter machen

BJR steht für Vielfalt von Geschlecht und sexueller Orientierung ein

Am 28. Juni jährt sich der Straßenkampf zwischen Menschen aus der LSBTIQ*-Community und der New Yorker Polizei, die an diesem Tag im Jahr 1969 eine Razzia durchführte – im Stonewall, einer Bar mit homosexuellem und transidentem Publikum in der Christopher Street. Es war das erste Mal in der Geschichte, dass sich LSBTIQ*-Menschen gegen die Unterdrückung und Diskriminierung durch den Staat auflehnten. Daran erinnern die Christopher-Street-Days (CSD). Dem Bayerischen Jugendring (BJR) ist es gerade im Licht der Ereignisse rund um die Europameisterschaft wichtig, dass sexuelle und geschlechtliche Vielfalt besser anerkannt werden.

„Bayern muss bunter werden, auch wenn wir insgesamt schon viel erreicht haben: die Gleichstellung der Ehe, ein Antidiskriminierungsgesetz, die Abschaffung des Paragrafen 173 im Strafgesetzbuch oder die Streichung von Homosexualität und Transsexualtität als Krankheiten“, erklärt BJR-Präsident Matthias Fack. Der Pride-Monat Juni sei eine Aufforderung an die Gesellschaft, die Regenbogenflagge zu schwenken und sich nicht nur symbolisch für Vielfalt einzusetzen. „So vielfarbig wie der Regenbogen, so vielfältig und bunt gestalten sich seit jeher auch Lebensweisen und Lebensformen“, sagt Fack.

Der BJR engagiert sich seit seiner Gründung im Jahr 1947 für eine offene, tolerante und vielfältige Gesellschaft, in der sich junge Menschen frei entwickeln und selbst verwirklichen können. Vor allem der vom Landtag beschlossene Prozess, die Beratungsinfrastruktur in ländlichen Räumen auszubauen, stellt aus Sicht des BJR eine große Chance dar, die Situation von LSBTIQ*-Personen zu verbessern. „Wenn Bayern im bundesweiten Vergleich aufholen will, ist das auch dringend nötig“, erläutert der BJR-Queerbeauftragte Patrick Wolf.

Darüber hinaus gilt es, die Selbstorganisation von LSBTIQ*-Jugendlichen finanziell stärker zu fördern und personell besser zu unterstützen. Insbesondere nach der Corona-Pandemie leiden viele Jugendgruppen und brauchen einen Neustart, um ihre wertvolle Arbeit wiederzubeleben. Erhebungen wie die Studie „Queeres Leben in Bayern“ zeigen einen dringenden Handlungsbedarf: Nach wie vor sind queere Menschen in ihrem Alltag mit Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt konfrontiert.

Daher findet es der BJR wichtig, dass sich der Freistaat der „Koalition gegen Diskriminierung“ der Antidiskriminierungsstelle des Bundes anschließt, eine klare Zuständigkeit für eine ressortübergreifende Antidiskriminierungspolitik innerhalb der Staatsregierung schafft und einen queeren Aktionsplan für Bayern beschließt. Außerdem müssen die Richtlinien zur Blutspende überarbeitet werden: Homo- oder bisexuellen Männern und transgeschlechtlichen Menschen ist das bisher nicht erlaubt. „Wenn der Regenbogen selbstverständlicher Teil Bayerns wäre, bräuchte es keine beleuchteten Stadien oder bunte Fahnen an Gebäuden mehr“, so Wolf.

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