„Soziales Pflichtjahr ist der falsche Weg“

BJR-Präsident Matthias Fack erteilt Steinmeiers Idee eine Absage

Die von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angestoßene Debatte über ein soziales Pflichtjahr für junge Menschen ist nach Ansicht des Präsidenten des Bayerischen Jugendrings (BJR), Matthias Fack, „ebenso unnötig wie wirklichkeitsfern: Ein soziales Pflichtjahr ist der falsche Weg, um Gemeinsinn und Sozialkompetenz in unserer Gesellschaft zu stärken.“

In der Diskussion werde ein völlig verzerrtes Bild junger Menschen gezeichnet. „Die müssen nicht zwangsverpflichtet werden, um etwas für die Zivilgesellschaft zu tun. Schon jetzt bringen sie sich Tag für Tag freiwillig und unentgeltlich ein und leisten ihren Beitrag; in humanitär, kulturell, konfessionell und ökologisch verpflichteten Initiativen und Vereinen. Sie sind ein wichtiger Kitt unserer Gesellschaft.“

Statt auf Zwang zu setzen, solle man endlich die Freiwilligendienste stärken, betonte Fack: „Schon jetzt wollen viel mehr junge Menschen ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren, als Plätze zur Verfügung stehen. Das hat vor allem finanzielle Gründe. Hier ist die Politik in der Pflicht, etwas zu ändern. Sie muss die Freiwilligendienste im Sinne eines Bildungs- und Orientierungsjahres mit in der Regel zwölf Monaten Dauer endlich bedarfsgerecht ausgestalten.“

Bereits 2010 hatte der BJR auf die Halbherzigkeit hingewiesen, mit der die Freiwilligendienste finanziert und administriert werden. Damals war eine Diskussion über einen „Freiwilligen Zivildienst“ entbrannt, den der BJR entschieden ablehnte und der wieder verworfen wurde.

Die Idee, Freiwillige in sozialen Einrichtungen einzusetzen, in denen Personalmangel herrscht, ist nach Auffassung des BJR völlig verfehlt. Matthias Fack: „Junge Menschen in der Orientierungsphase dürfen kein billiger Ersatz für qualifiziertes Pflege- oder Erziehungspersonal sein. Diese alten Kamellen braucht man nicht immer wieder durchs Dorf zu treiben. Wer die Realität kennt, weiß, wie wirklich etwas zum Besseren gewendet werden kann.“

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