Europa, das sind wir

von Christian Zoll

Die EU steht vor großen Fragen: Klimawandel, Zukunft der Demokratie, Migration u.a. Fragen, die sich weder einfach noch alleine beantworten lassen. Die EU muss sich weiterentwickeln und Jugendlichen eine zentrale Rolle geben. Österreich hat am 1. Juli 2018 den Vorsitz im Rat der Europäischen Union übernommen. Aus jugendpolitischer Sicht hat die österreichische Bundesjugendvertretung (BJV), die gesetzlich verankerte Interessensvertretung aller drei Mio. Kinder und Jugendlicher in Österreich, versucht, den europäischen Wind bestmöglich zu nutzen.

DIE SCHWERPUNKTE IM JUGENDBEREICH

Jugendpolitisches Highlight war das informelle Treffen der Jugendminister_ innen, das im September parallel zur EU-Jugendkonferenz in Wien stattfand. Aufbauend auf die Jugendkonferenzen der EU in Sofia und Tallin wurden bei dieser Konferenz die EU-Jugendziele und ihre Rolle für die neue EU-Jugendstrategie behandelt. Damit wurde das Fundament für die weitere Zusammenarbeit bis zum Jahr 2027 gelegt. Auch der Rat hat sich an den drei Grundpfeilern aus dem ursprünglichen Kommissionsvorschlag orientiert: Engage – Jugendbeteiligung, Connect – Jugendbegegnung und Empower – Jugendarbeit. Durch den gesonderten Annex zu den Jugendzielen fand auch die Stimme der Jugendlichen Platz in dem politischen Papier.

JUGEND ALS QUERSCHNITTSMATERIE 

Die BJV versteht Jugendpolitik als Querschnittsmaterie und hat sich daher nicht nur in Kooperationen mit der für Jugend zuständigen Sektion eingebracht. Es stand auch das Thema Jugend und Geschlechtergleichstellung im Fokus. Gemeinsam mit der Frauensektion des Bundeskanzleramts war die Bundesjugendvertretung an der Konferenz „Gender Equality and YOU. Young Voices. Joint Initiative“ sowie an den Schlussfolgerungen des Vorsitzes zum Thema Geschlechtergerechtigkeit, Jugend und Digitalisierung beteiligt.

EU ZU JUGENDLICHEN BRINGEN 

Ein weiteres zentrales Anliegen der BJV war es, die EU-Ratspräsidentschaft nicht nur dafür zu nutzen, die Jugendstimme auf EU-Ebene einzubringen, sondern auch die EU näher zu Jugendlichen zu bringen. Mit der Kampagne „Europa, das sind wir“ wurde versucht, die EU durch Information greifbarer zu machen und Jugendlichen unterschiedliche Mitbestimmungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Als erste Generation, die in der EU aufgewachsen ist, und als die Europäer_innen von heute und morgen sind Kinder und Jugendliche am längsten von Entscheidungen betroffen, die heute gefällt werden. Daher muss deren Meinung schon jetzt berücksichtigt werden!

Christian Zoll ist Vorsitzender der örsterreichischen Bundesjugendvertretung. Mit dem Nachbarn besteht eine langjährige Zusammenarbeit in der Jugendarbeit, die während der österreichischen Ratspräsidentschaft 2018 weiter ausgebaut wurde.