Geschichtswerkstatt Minsk

von Darja Kosjakova

Die Geschichtswerkstatt in Minsk existiert seit 2002 als gemeinsames belarussisch-deutsches Projekt. Die pädagogische Arbeit folgt dem Grundansatz „Erinnern, lernen und forschen am historischen Ort“

Junge Menschen sind der aktivste Teil der belarussischen Gesellschaft, der durch Erforschung der Vergangenheit am Aufbau einer würdigen Zukunft mitwirkt, um die Bildung einer kollektiven und individuellen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg zu fördern, Wege des gegenseitigen Verständnisses zu finden und durch das Studium komplexer Fragen der Geschichte Widersprüche zu überwinden. Zu diesem Zweck organisiert die Geschichtswerkstatt Seminare, Bildungsexkursionen und generationsübergreifende Begegnungen. Sie veröffentlicht Bildungsmaterialien, arbeitet im Bereich der Oral History und fördert die Beteiligung junger Menschen aus Belarus an verschiedenen internationalen Bildungsprogrammen.

2017/2018 nahmen Jugendliche aus Belarus an der dreiteiligen und trilateralen Seminarreihe „Erinnerungskulturen an den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust: Polen, Belarus, Deutschland“ gemeinsam mit dem BJR teil. Es wurden Gedenkstätten in Auschwitz, Maly Trostenets und Dachau besucht, um die Besonderheiten der nationalen Narrative kennenzulernen und gemeinsam nach Antworten auf Fragen zu suchen, die junge Menschen auf dem Gebiet der Erinnerung an eine gemeinsame tragische Vergangenheit betreffen. In einem weiteren Projekt untersuchten Jugendliche und junge Spezialist_innen aus Belarus, Deutschland, Polen, der Ukraine und Russland in zwei internationalen Seminaren in Minsk Fragestellungen zu Formen digitaler Erinnerung. Daraufhin wurde beschlossen, ein gemeinsames Konzept im Internet zu entwickeln, um Erinnerungskonflikte des Zweiten Weltkriegs aufzuzeigen und zu überwinden.

Erfahrungen transnationaler Jugendgruppen sind wichtig für den Aufbau eines internationalen Dialogs, ebenso für die Einbeziehung belarussischer Jugendlicher in die europäischen Integrationsprozesse, um den Herausforderungen der modernen Gesellschaft gerecht zu werden.

Darja Kosjakova ist Lehrerin betreut als Teamerin ehrenamtlich die Geschichtswerkstatt. Durch Vermittlung des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks (IBB) Dortmund entstand 2017 diese Kooperation