Smart Youth Work

eine finnische Perspektive

von Juha Kiviniemi

In der digitalen Jugendarbeit in Finnland gibt es eine lange Tradition innovativer Praktiken, z. B. die Nutzung von Online-Tools, um sozial gefährdete Jugendliche zu erreichen und alltägliche Aktivitäten durch die Nutzung von Social Media zu verbessern. Das überarbeitete finnische Jugendarbeits-Gesetz von 2017 hat die Bedeutung digitaler Konzepte im Jugendbereich verankert. Verke ist das nationale finnische Kompetenzzentrum für digitale Jugendarbeit. Ziel der Organisation ist es, das Wohl, die Inklusion und die Gleichstellung der Jugendlichen zu fördern, sowie allen, die mit jungen Menschen arbeiten, die Möglichkeit zu geben, digitale Medien und Technik als Teil ihrer Arbeit zu nutzen. 

In einer Studie ermittelt das Kompetenzzentrum alle zwei Jahre die aktuellen digitalen Nutzungsarten. Die letzte Umfrage von 2017 ergab Steigerungen in der Nutzung von Dienstleistungen und der Verfügbarkeit von Geräten sowie eine positive Einstellung gegenüber digitaler Jugendarbeit. Dennoch war für mehrere Befragte deren Definition unklar.

Die daraus resultierenden zentralen Herausforderungen für Finnland sind klar: Auch wenn viele Organisationen digitale Jugendarbeit bereits in ihre Strategien integriert haben, sind die Ziele für digitale Konzepte oft noch unklar. Dies ist ein Grund, weshalb Verke einen doppelten Ansatz durch die Schulung von Jugendarbeiter_innen und die Zusammenarbeit mit Organisationen bei der Entwicklung und Umsetzung von Strategien gewählt hat. Derzeit konzentriert sich Verke auf Innovationen und erweitert die eingesetzten Methoden z. B. durch die Umsetzung von Maker-Aktivitäten. Zudem untermauern internationale Projekte die Maßnahmenentwicklung. 

Juha Kiviniemi ist Planungsreferent bei Verke. Gemeinsam mit der finnischen Organisation Allianssi Youth Exchanges ist Verke neuer BJR-Partner, der sich dem Thema Digitalisierung widmet.