Bei Wahlen mit-machen

Text in Leichter Sprache


 

Wählen ab wie viel Jahren?

 Der Bayerische Jugendring setzt sich seit vielen Jahren dafür ein:

dass auch junge Menschen ab 14 Jahren wählen dürfen.

Bei den Kommunal-, Landtags-, Bundestags-

und Europa-Wahlen. 


Das Wahl-Recht ist beweglich

Das bedeutet: Man kann verändern, wer und ab wann man wählen darf.

Die Geschichte zeigt:

Früher durften Frauen nicht wählen.

Erst im Jahr 1919 bekamen sie das Wahl-Recht.


Früher waren Menschen mit 21 Jahren voll-jährig.

Und durften wählen.

Das wurde im Jahr 1975 geändert:

Seitdem sind junge Menschen mit 18 Jahren voll-jährig.

Und dürfen wählen.


In manchen Bundes-Ländern dürfen aber auch schon 16-Jährige wählen.

Zum Beispiel in Niedersachsen und Thüringen.

Bei den Kommunal-Wahlen.

Und auch in Bremen, Brandenburg, Hamburg und Schleswig-Holstein.

Bei den Landtags-Wahlen.

Wahlen sind ganz wichtig für eine Demokratie.


Jugendarbeit

Jugendarbeit zeigt:

Junge Menschen wollen mitreden,

wie unsere Gesellschaft sein soll.

Und sie können das auch.

Deshalb ist es gut, wenn auch schon 16-Jährige wählen dürfen.

Die Politiker kümmern sich bisher nur wenig um die Interessen von Kindern und Jugendlichen.

Denn es gibt nicht so viele junge Wähler.

Es gibt in der Bevölkerung mehr ältere und alte Menschen.

Und das wird auch in Zukunft so sein.


Matthias Fack ist Präsident vom Bayerischen Jugendring.

Er sagt:

Die Politiker kümmern sich bisher nur wenig um die Interessen

von Kindern und Jugendlichen.

Denn die jungen Menschen haben keine Möglichkeit, ihre Themen zu sagen.

Und ältere Menschen haben andere Interessen.

Junge Menschen interessiert zum Beispiel:

Klima-Schutz, Internet, Schule und Ausbildung.

In der Politik geht es auch um die Zukunft von Kindern und Jugendlichen!

Deshalb ist es notwendig: dass junge Menschen wählen dürfen.


Es wurde immer wieder etwas dagegen gesagt.

Nämlich dass Kinder und Jugendliche zu jung sind, um zu wählen.

Zum Beispiel:

  • Dass sie nicht reif genug sind. 
  • Dass sie sich nicht für Politik interessieren.
  • Dass sie gar nicht wählen wollen.

Aber das stimmt alles nicht !


Jugendliche sind reif genug

Auch junge Menschen können entscheiden, was sie wollen und was nicht.

Der Psychologe Klaus Hurrelmann hat untersucht,

dass Kinder schon ab 12 Jahren kritisch denken und urteilen können.

Außerdem können junge Menschen besser mit neuen Medien umgehen als manche ältere Personen.

Zum Beispiel mit Internet und Handy.

Das ist auch wichtig, um sich eine Meinung zu bilden.


Jugendliche wollen wählen

In jedem Alter gibt es welche, die wählen wollen.

Und welche, die nicht wählen wollen.

Das Wahl-Recht ist ein Recht.

Man kann selbst entscheiden, ob man wählt oder nicht.

Jugendliche interessieren sich für Politik

Je früher junge Menschen beteiligt werden:

desto früher befassen sie sich mit Politik.

Sie interessieren sich auch mehr für Politik, wenn sie mitmachen dürfen.

In jedem Alter gibt es welche, die sich für Politik interessieren.

Und welche, die sich gar nicht für Politik interessieren.

Das Wahl-Recht ist ein Recht.

Man kann selbst entscheiden, ob man sich für Politik interessiert oder nicht.


Jugendliche sind nicht leichter zu beeinflussen

Alle Menschen beeinflussen sich ständig gegenseitig.

Egal wie alt sie sind.

Deshalb gibt es Wahl-Kämpfe.

Politik bedeutet: sich auszutauschen, Meinungen zu übernehmen oder die eigene Meinung zu vertreten.


Jugendliche können Verantwortung tragen

Menschen können schon in jungen Jahren viel Verantwortung tragen.

Es wird ihnen schon viel und immer mehr zugetraut.

Schon mit 14 Jahren kann man sich für eine Religion entscheiden.

Oder Mitglied in einer Partei werden.

Manche 14-Jährige beginnen schon eine Berufs-Ausbildung.

Und müssen den Berufs-Alltag schaffen.


Jugendliche müssen nicht vor dem Wahl-Recht geschützt werden

Das Wahl-Recht ist ein Recht und keine Pflicht.

Man muss nicht wählen, wenn man nicht will.

Deshalb muss niemand davor beschützt werden.


Jugendlichen fehlt nicht die politische Kenntnis

Kinder und Jugendliche können heutzutage schon früh viel über Politik lernen.

Man muss kein Experte und alt sein, um sich gut zu überlegen:

welche Partei man wählen will.

Es gibt Personen, die sich gut informieren.

Und es gibt Personen, die entscheiden sich vom Gefühl her.

Egal wie alt sie sind.


Jugendliche sind nicht gefühls-betonter. Sie sind nicht extremer.

Jeder wählt auch aus persönlichen Gründen.

Vom Gefühl her.

Es gibt die U18-Wahlen.

Das bedeutet: Junge Menschen unter 18 Jahren dürfen üben zu wählen.

Immer 9 Tage vor den Wahlen.

Damit haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit,

sich politisch zu informieren und auszudrücken.

Die U18-Wahlen zeigen:

Kinder und Jugendliche wählen ähnlich wie die richtigen älteren Wähler.

Sie sind nicht extrem oder radikal.


In Zukunft mehr Wähler

Man kann davon ausgehen:

Dass es in Zukunft mehr Wähler geben wird,

wenn junge Leute früh wählen.

Denn früh wählen übt sich ein.

Wer bereits früh anfängt zu wählen:

der gewöhnt sich daran und wählt auch im Alter.

Mit den jungen Wählern gibt es auf jeden Fall insgesamt mehr Wähler.

Und die Gewählten können insgesamt mehr Stimmen bekommen.


Übersetzung in Leichte Sprache: Verena Reinhard
Geprüft von Menschen mit Lern-Schwierigkeiten: www.einfachverstehen.de
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Bilder: © Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e.V.,
Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013
Leichte-Sprache-Zeichen: © Inclusion Europe