Dankesrede des Präsidenten

Rede zur Verleihung des Verfassungspreises "Jugend für Bayern 2017"

- ES GILT DAS GESPROCHENE WORT -

Sehr geehrter Herr Staatsminister Hermann,
sehr geehrter Herr Präsident, lieber Herr Besold,
sehr geehrter Herr Geschäftsführer, lieber Herr Engleitner,
liebe Anwesende aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kirche,
sehr geehrte Festgäste,
liebe Freundinnen und Freunde der Jugendarbeit, liebe Gäste, 

"Die Vielfalt der Jugend, die ja eine ihrer spezifischen Eigenschaften und vielleicht ihren Reichtum überhaupt darstellt, schließt sich zu einer lebendigen Gemeinsamkeit zusammen, um mit einem Minimum organisatorischer Solidarität ein Maximum gemeinsamer Aufgaben zu lösen."

Mit diesen Zeilen, meine sehr verehrten Damen und  Herren, berichtete im Mai 1947 der erste Präsident Alois Johannes Lippl über die Gründung des Bayerischen Bayerischen Jugendrings in der organisationseigenen Zeitschrift Juna. Vom 18.-20. April 1947 - also vor mehr als 70 Jahren - kamen verantwortliche Vertreterinnen und Vertreter von neun Jugendverbänden sowie weitere Gäste zusammen, um auf dem Jugendberghaus Sudelfeld der bayerischen Jugendarbeit „aus freiem Willen eine wohldurchdachte und reiflich erwogene Ordnung“ zu geben. 

Den 70. Geburtstag des BJR haben wir kürzlich mit rund 180 Personen in Gauting gefeiert. Nun - sechs Wochen später - freut es mich insbesondere mit der Verleihung des Verfassungspreises „Jugend für Bayern 2017“ einen weiteres Geburtstagsgeschenk entgegen nehmen zu dürfen. Es ist uns ein ganz besondere Ehre!

Vielen Dank an dieser Stelle für die Laudatio, sehr geehrter Herr Staatsminister, in der Sie stellvertretend für die Bayerische Staatsregierung unser langjähriges und vielseitiges Engagement dargestellt haben. 

Und nicht zuletzt herzlichen Dank an die Bayerische Einigung, stellvertretend ihrem Präsidenten Herrn Besold. Ihrer Initiative und Vorschlag ist es zu verdanken, dass die bayerische Jugendarbeit diese Auszeichnung erhält. Danke.

Stellvertretend haben heute Abend sechs Preisträgerinnen und Preisträger die Auszeichnung für die bayerische Jugendarbeit entgegen genommen, die letztlich den vielen Aktiven - ehrenamtlich und hauptberuflich - gewidmet wird. Die jungen Frauen und Männer hier repräsentieren ganz unterschiedliche Bereiche: 

… für die 96 Kreis- und Stadtjugendringe: Jan Museler

… für die 7 Bezirksjugendringe: Jennifer Harde, die zugleich auch der Vollversammlung (früher Hauptausschuss) vorsitzt, dem höchsten beschlussfassenden Gremium der bayerischen Jugendarbeit.

34 Mitgliedsverbände: Dazu gehören die Evangelische Jugend, von der Paula Tiggemann kommt, aber auch weitere konfessionelle humanitäre, ökologische, gewerkschaftliche, weltanschauliche oder kulturelle Gruppierungen. 

Vereine junger Menschen mit Migrationshintergrund und die interkulturelle Öffnung spielen im BJR eine wichtige Rolle, deswegen ist auch Arbion Gashi als Vorsitzender der Kommission Integration und interkulturelle Öffnung hier.

… auch das Thema Inklusion ist u.a. mit dem Projekt „Selbstverständlich Inklusion“ im BJR fest verankert - Danke an Sebastian Schmitt, Mitglied des Arbeitskreises Behindertenarbeit der DPSG. 

… und last but not least: die Pfadfinder. Marc Stannartz engagiert sich beim Pfadfinderbund Weltenbummler, eine von fünf Organisationen im BJR. 

Exemplarisch sechs Personen mit unterschiedlichen Hintergründen - tagtäglich engagieren sich unzählige (junge) Erwachsene für die Interessen und Lebenswirklichkeiten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. 

Diese Interessen sind auch für den Bayerischen Jugendring Dreh- und Angelpunkt: Mit den Mitteln der Jugendarbeit und -politik vertreten wir die Belange aller jungen Menschen im Freistaat und darüber hinaus. Die Jugendverbände und Jugendringe veranstalten Aktionen, gestalten Projekte und beziehen Positionen: Nämlich für eine weltoffene, tolerante, friedliche und demokratische Gesellschaft, in der jedem und jeder, unabhängig von religiöser Weltanschauung oder geschlechtlicher und sexueller Orientierung eine gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht werden soll. 

Auch in der Bayerischen Verfassung, deren 200-jähriges Bestehen wir 2018 mit WIR FEIERN BAYERN gedenken, ist dieser Anspruch in Artikel 100 Satz 1 geregelt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“  

Genau auf dieser Grundlage baut auch die Jugendarbeit in Bayern auf und bietet jungen Menschen unverzweckte Räume für Selbstverwirklichung. Durch die persönlichen Begegnungen entwickeln und stärken sie Kompetenzen und bilden wichtige Werte für ein gutes und vielfältiges Zusammenleben. 

Für diese Vielfalt setzt sich der BJR als Sprachrohr von zwei Dritteln aller jungen Menschen in Bayern ein. Deswegen haben wir unser Tun im 70. Jahr unter das Motto GEMEINSAM HALTUNG ZEIGEN gestellt, um ein deutliches Zeichen auch in der Zivilgesellschaft zu setzen - mehr denn je ist es unser aller Aufgabe, einem rassistischen und nationalistischen Gedankengut gemeinsam mit einer klaren Haltung die Stirn zu bieten.

Eine klare Haltung: nicht nur dagegen, sondern auch für eine Zukunft - nämlich die Idee eines gemeinsamen und friedensschaffenden Ortes, Landkreises, Bezirkes, Bundeslandes und Landes und eines Europas. Diese Überzeugung hat der Hauptausschuss zuletzt in seinem Beschluss zu einer Europäischen Jugendpolitik im Oktober 2015 deutlich gemacht. „Ein Europa der Zukunft“ lautet die Grundlage, in der wir deutlich machen, dass wir am Gestaltungswillen in und für Europa fest halten und uns stärker für Kinder und Jugendliche in der europäischen Politik einsetzen wollen. 

Damit verfolgen wir das selbe Ziel, wie auch die Bayerische Einigung, durch ein Europa der Vielfalt deutlich der Einfalt etwas entgegen zu setzen. GEMEINSAM können wir also so HALTUNG ZEIGEN.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und das Engagement bei den heute anwesenden Jugendlichen, mit dem Sie und Ihr genau diese Gedanken - einer offenen und toleranten Ge-sellschaft - weiter in die Welt tragt und wünsche uns nun gute Gespräche.