Delegationsreise ins Land der Steine

Vom 22. bis 27. Juli besuchte eine BJR-Delegation die Humanitäre NGO New Generation in Jerewan, Armenien, um zusammen die Strategie einer zukünftigen Zusammenarbeit zu diskutieren und die politischen und gesellschaftlichen Strukturen und Realitäten vor Ort kennenzulernen.

Die Teilnehmenden der Delegationsreise
Die Absichtserklärung ist ein Ergebnis der intensiven Beratungen in Armenien.

Von der Graswurzelorganisation zur selbstbestimmten Jugendarbeit

„In der postsowjetischen Republik bilden sich gerade viele Möglichkeiten, Jugendorganisationen auf ihrem Weg von einer „Graswurzelorganisation“ hin zu einer selbstbestimmten sowie gelingenden Jugendpolitik zu begleiten und sich dadurch für die Lebenswirklichkeiten junger Menschen in Armenien einzusetzen“, erklärt BJR-Präsident Matthias Fack im Gespräch mit der stellvertretenden Ministerin des armenischen Ministeriums für Jugend und Sport, Kristine Asatryan.

Derzeit beabsichtige sie mit ihren Kolleg_innen vor allem ein Jugendgesetz zu erarbeiten, das auch zu einer Professionalisierung der Jugendarbeit beitragen soll. Dazu wolle man unter anderem den Begriff der Jugendarbeit definieren und die Ausbildung von Jugendarbeiter_innen gezielt weiterentwickeln. Außerdem widme sie sich verstärkt auch neueren Themen wie Diversität, Menschenrechte oder der Rolle der Frau. Das alles seien auch wichtige Themen für die bayerische Delegation, erläutert Vize-Präsident Michael Voss: „Die guten Strukturen der Jugendarbeit in Bayern können ein wertvolles Vorbild für andere demokratische Länder wie Armenien sein.“

Vernetzen, koordinieren, zusammenarbeiten

Die Vernetzung, Koordination und Zusammenarbeit der in Armenien ansässigen deutschen Sprach- und Kulturorganisationen sowie der entwicklungspolitischen Akteure, ist für den Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Jerewan, Matthias Kiesler, eine wichtige Aufgabe. Das erklärt der seit 2015 entsandte Vertreter der Bundesrepublik im Rahmen eines Gesprächs mit der BJR-Delegation in Jerewan.

Olya Azatyan, Projektkoordinatorin der Heinrich Böll Stiftung Südkaukasus mit Sitz in Jerewan nahm sich die Zeit, um mit der Delegation über die aktuelle politische Situation in Armenien zu diskutieren und dabei ihre Visionen von Menschenrechten und Demokratie sowie feministischen Ansätzen aufzuzeigen.

BJR unterstützt Ausbildung von Jugendleiter_innen

Darüber hinaus traf die siebenköpfige Delegation noch weitere vier NGOs, um sich über die Situation in den verschiedenen Bereichen der Jugendarbeit zu informieren. In den Diskussionen wurde deutlich, dass neben einer stärkeren Zusammenarbeit sowie einer gemeinsamen Jugendpolitik, auch die professionelle Ausbildung von Jugendleiter_innen wichtig ist. Für diese Entwicklungsaufgaben, Strukturen und Rahmenbedingungen zu schaffen, will der BJR die Organisationen unterstützen.

Memorandum of unterstanding

Zum Abschluss der fünftägigen Reise nach Armenien unterzeichneten die beiden Präsidenten, von New Generation Humanitarian NGO, Sergey Gabrielian und dem Bayerischer Jugendring, Matthias Fack, ein „memorandum of understanding“: im Mittelpunkt der Absichtserklärung steht die Entwicklung einer Strategie zur zukünftigen Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung. Es habe sich in den Tagen in Jerewan deutlich gezeigt, dass der BJR die Organisation mit seinem Know-How unterstützen könne, resümiert der BJR-Präsident. „Insbesondere wollen wir", so Fack, „die strukturellen wie inhaltlichen Stärken einer vielfältigen Jugendarbeit in Bayern an unsere armenischen Partner weitergeben, deswegen freue ich mich bereits jetzt auf deren Gegenbesuch.“

Die humanitäre NGO New Generation setzt sich seit 1997 in verschiedenen Projekten für Menschenrechte in Armenien ein. Als beste Jugend-NGO wurde New Generation im Jahr 2013 vom Ministerium für Sport und Jugendangelegenheiten Armeniens ausgezeichnet.