Fachtagung zu sexualisierter Peergewalt mit UBSKM und DBJR

Wie Schutzkonzepte in der Jugendarbeit weiterentwickeln?

v.l.n.r.: Beate Steinbach (BJR-Referentin Prätect), Matthias Fack (BJR-Präsident), Johannes-Wilhelm Rörig (Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs), Lisi Maier (DBJR-Vorsitzende)

Was kennzeichnet jugendliches Sexualverhalten? Welche sexuellen Gewalterfahrungen machen Jugendliche im Umgang mit Gleichaltrigen? Wie bestimmen sie Grenzen und Grenzüberschreitungen? Mit diesen und anderen Fragen haben sich heute die Teilnehmenden beim Fachtag "Jetzt hör endlich auf! Jugendarbeit und sexualisierte Peergewalt" beschäftigt, der gemeinsam mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes Wilhelm-Rörig, und dem Deutschen Bundesjugendring in Berlin stattfand.

Wie Jugendarbeit mit Schutzkonzepten sicherere Orte für junge Menschen schaffen kann, damit beschäftigt sich die Fachberatung Prätect seit über zehn Jahren im BJR. Sie steuerte mit ihrer Expertise vorbereitend für den Fachtag Input bei, und auch unter den 100 Teilnehmenden waren viele mit langjähriger Erfahrung zum Thema Prävention sexueller Gewalt in der Jugendarbeit, darunter mehrere Absolvent_innen der Prätect-Qualifizierungsreihe „Jugendarbeit schafft sichere Orte!“.

Ein großer Teil der Organisationen der Jugendarbeit haben bereits Schutzmaßnahmen eingeführt. Im Fokus stand bisher, Übergriffe von Erwachsenen auf Jugendliche in der Jugendarbeit zu verhindern. In den letzten Jahren werden zunehmend auch Grenzverletzungen und Übergriffe durch Gleichaltrige in Peergruppen wahrgenommen und diskutiert. Auf der Grundlage von Fachinformationen und im Austausch mit Praxiserfahrungen aus der Jugendarbeit wurde erörtert, in welchem Ausmaß und in welcher Weise die Jugendarbeit von dieser Problematik betroffen ist. Daran anknüpfend stellte sich die Frage, ob bzw. inwieweit die bisherigen Schutzkonzepte auf die Prävention sexualisierter Peergewalt übertragbar sind und wie diese weiterentwickelt werden können.