Inklusion geht alle an

Auftaktveranstaltung des Projekts SelbstVerständlich Inklusion.

BJR-Präsident Matthias Fack und Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, anlässlich der Auftaktveranstaltung von SelbstVerständlich Inklusion.
BJR-Präsident Matthias Fack und Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, anlässlich der Auftaktveranstaltung von SelbstVerständlich Inklusion.

Rund 50 Teilnehmer/-innen begrüßte BJR-Präsident Matthias Fack, am Samstag, den 27. Mai, in Nürnberg. Das Grußwort sprach Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung: „Um die Vision einer inklusiven Gesellschaft umzusetzen, braucht es noch mehr Fachwissen in der Arbeit mit beeinträchtigten, chronisch-kranken und besonders herausgeforderten Menschen“, stellte Badura klar.

Inklusion politisch gestalten

Prof. Dr. Clemens Dannenbeck, Hochschule Landshut, kritisierte in seinem darauf folgenden Impulsreferat „Inklusion in der Kinder- und Jugendarbeit: Fiktion, Vision oder Auftrag?“,  das es zwar viele Diskussionen über gesellschaftlichen Entwicklungen im Kontext der Inklusion gäbe, er aber den Eindruck habe, dass viele meinen würden, Inklusion käme von selbst und machte deutlich: „Inklusion ist  ein Auftrag, der uns allen gestellt ist und bleibt. Er betrifft im Sinne einer reflexiven Herausforderung alle Akteure: dass heißt auch, politische Gestaltung zu übernehmen und die soziale Praxis einzubeziehen“. 

Bayernweite Kooperationen

Projektkoordinatorin Friederike von Voigts-Rhetz stellte im Anschluss die ersten Schritte und Planungen von SelbstVerständlich Inklusion vor. So werden bayernweite lokale Kooperationen zwischen Jugendverbänden, Jugendringen und Organisationen für Menschen mit Behinderungen Strukturen angestrebt. Vorgesehen sind zwölf feste und tragfähige Netzwerke. Neben inklusiven Sportaktivitäten oder Ferienfreizeiten werden ausgwählte Jugendgruppen professionell begleitet, um sie für die Lebenssituation junger Menschen mit Behinderung zu qualifizieren und zu sensibilisieren.

Ideen der Teilnehmer/-innen

Die Teilnehmer/-innen konnten ihre Ideen im Rahmen eines "World Cafés" in die Auftaktveranstaltung einbringen: In sechs Workshops wurden Anregungen gesammelt, etwa zur Sensibilisierung zum Thema mittels eines Imagefilms, der Öffnung von Verbänden oder die Erarbeitung von inklusiven Juleica-Bausteinen.  Positiv erwähnt wurde, dass Gebärdensprachendolmetscherinnen die Auftaktveranstaltung begleiteten und dass erste Materialien in leichter Sprache und in Brailleschrift bereitlagen.

Vielfalt mit Stärken

Mit dem von der Aktion Mensch geförderten Projekt „SelbstVerständlich Inklusion“ soll die Teilhabe von jungen Menschen mit Behinderung in der Jugendarbeit selbstverständlicher werden. Ziel ist es, die Strukturen der Jugendarbeit zu öffnen, Begegnungen von Jugendlichen mit und ohne Behinderung zu schaffen und Angebote für alle zugänglich zu machen. Grundlage des Projekts ist ein Beschluss des Hauptausschusses „Vielfalt mit Stärken: Inklusion von jungen Menschen in der Kinder- und Jugendarbeit“ im März 2015.