Jugendarbeit zeigt Haltung

BJR-Hauptausschuss beschließt überarbeitete Satzung – Fortschreibung der Präambel setzt Zeichen für vielfältige, demokratische und rechtsstaatliche Gesellschaft Partizipation beim Reformprozess als Leitgedanke

Der Hauptausschuss des Bayerischen Jugendrings (BJR) hat nach einem intensiven und partizipativen Reformprozess eine überarbeitete Satzung beschlossen. Angesichts der Sorge vor erstarkenden nationalistischen und rechtspopulistischen Strömungen erneuerten die Vertreter/-innen der im BJR zusammengeschlossenen Jugendorganisationen ‑ in seinem 70. Jubiläumsjahr und in seiner 150. Sitzung ‑ ihre gemeinsame Haltung. Die Ergänzung zur Satzungs-Präambel knüpft damit direkt am historischen Fundament des BJR an:

„Wir treten ein für eine vielfältige, demokratische und rechtsstaatliche Gesellschaft, in der die Würde des Einzelnen und der Respekt voreinander Gültigkeit haben. Im konstruktiven Ringen um gemeinsame Positionen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bringen wir ihre Anliegen und Bedürfnisse in die Öffentlichkeit, leihen ihnen unsere Stimme und bauen damit weiter an einer Gesellschaft, die Zukunft hat.

Nationalismen und Diskriminierungen jeglicher Art erteilen wir eine deutliche Absage. Wir stehen zu einem solidarischen Europa, das Garant für Frieden und Zusammenhalt ist. Gemeinsam setzen wir uns aktiv für den Erhalt und die jugendgerechte Weiterentwicklung der Europäischen Union ein.

In der gelebten Vielfalt der Jugendorganisationen und damit der in ihnen zusammengeschlossenen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bringen wir zum Ausdruck, dass ein Miteinander gelingt, in dem Respekt, Akzeptanz und Achtsamkeit Ausdruck unserer gemeinsamen Werte sind.

Damit engagieren wir uns weiterhin im Kleinen wie im Großen, lokal und global, für Demokratie und gestalten unsere Gesellschaft..“

Partizipativer Prozess

Die Reform der BJR-Satzung war von Beginn partizipativ – unter möglichst breiter Beteiligung der bayerischen Jugendarbeit ‑ angelegt. Der Startschuss fiel im Dezember 2015 und beinhaltete den Zeitplan und Eckpunkte des Reformprozesses. Mit dem Beteiligungsinstrument Ypart eröffnete der BJR die Möglichkeit, 160 Vorschläge für Satzungsänderungen online zu diskutieren und abzustimmen. Über 200 registrierte Mitglieder gaben bis Ende Februar 2016 rund 2.500 Bewertungen ab. Es folgten bis Ende April 2016 Konsultationsrunden in sog. Clustern der Jugendverbände, der Stadt-, Kreis- und Bezirksjugendringe.

Nach Erstellung einer Synopse und neuerlicher Online-Partizipation erörterten die Teilnehmer/-innen der 149. Hauptausschusssitzung den überarbeiteten Satzungsentwurf im Open-Space-Format. Der Landesvorstand befasste sich nach dem Hauptausschuss intensiv mit den Ergebnissen aus diesen Diskussionen und legte zum 150. Hauptausschuss den neuen Satzungstext zur Beschlussfassung vor.

Inkrafttreten

Die beschlossene Satzung inklusive ihrer Präambel tritt in Kraft, sobald das Bayerische Sozialministerium die Genehmigung dafür erteilt hat. Sobald diese genehmigt ist, wird der BJR die neue Satzung mit entsprechenden Übergangsregelungen für Geschäftsordnungen kommunizieren. Bis dahin bleiben die bisher gültige Satzung als auch alle Geschäftsordnungen gültig.

Der Bayerische Jugendring K.d.ö.R. ist die Arbeitsgemeinschaft der 33 landesweiten und 39 regional tätigen Jugendverbände und 333 örtlichen Jugendorganisationen in Bayern. Strukturell ist er in sieben Bezirksjugendringe sowie 96 Stadt- und Kreisjugendringe gegliedert. Seine Mitgliedsorganisationen erreichen mit ihren Angeboten mehr als zwei Drittel aller Kinder und Jugendlichen in Bayern.