10. Bundesvernetzungstreffen der Fach- und Servicestellen für Kinder- und Jugendbeteiligung – erstmals in Bayern
Das 10. jährliche Bundesvernetzungstreffen der Fach- und Servicestellen für Kinder- und Jugendbeteiligung fand in diesem Jahr erstmals in Bayern statt. Das Jubiläumstreffen markiert zehn Jahre kontinuierlicher Zusammenarbeit und Austausch auf Bundesebene, um die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu stärken und weiterzuentwickeln.
Bundesländer bündeln Expertise und bringen gemeinsam Kinder- und Jugendbeteiligung voran
Der fachliche Austausch stand im Mittelpunkt des Treffens vom 8. bis 9. September 2025: Expert:innen aus den Bundesländern diskutierten aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Best Practices in der Beteiligungsarbeit. Dabei standen sowohl Strategien zur nachhaltigen Unterstützung von Jugendvertretungen und Dachverbänden als auch die Entwicklung von Qualitätskriterien für Beratungs- und Begleitprozesse auf der Agenda. Ein zentrales Thema war auch die Reflexion über den Nationalen Aktionsplan (NAP) für Kinder- und Jugendbeteiligung. Gemeinsam wurde erörtert, wie die Erkenntnisse der letzten Jahre die Praxis der Servicestellen und die Kinder- und Jugendbeteiligung in den Kommunen nachhaltig stärken können. Impulsvorträge, unter anderem von Claudius Siebel („Jugend für Europa“) und Sönke Deitlaff („Kinderfreundliche Kommune e.V.“), ergänzten die inhaltlichen Diskussionen und gaben neue Perspektiven für die Praxis. Ebenso nahmen drei Beteiligungscoaches (www.beteiligung.bayern/beteiligungscoach) am Treffen teil, stellten die umfassende Ausbildung und ihre Arbeit in den Kommunen vor und moderierten durch den Tag.
Kinder- und Jugendbeteiligung in Bewegung: Eindrücke, die motivieren
BJR-Präsident Philipp Seitz erklärte bei seiner Begrüßung in Gauting: „Kinder und Jugendliche wollen mitreden, mitgestalten und Verantwortung übernehmen – und sie haben ein Recht darauf.“ Er würdigte in diesem Zusammenhang den Einsatz der engagierten Fachkräfte. „Die professionelle Arbeit aller Beteiligten und der jährliche Austausch sind für die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendbeteiligung unglaublich wertvoll. Es wurden in den vergangenen Jahren viele Erfolge erzielt.“ Auch in Bayern zeigt die 2024 eingerichtete Fach- und Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung eindrucksvoll, wie noch mehr Partizipation gelingen kann, unterstrich der BJR-Präsident. Neben Fachtagen, Fortbildungen und Online-Formaten wurden bereits mehr als 150 Beratungen durchgeführt. Seitz betonte: „Beteiligung ist kein Extra, sondern eine klare Pflicht: Wenn junge Menschen ihre Ideen einbringen können, entstehen nachhaltige Entscheidungen – in der Kommune, im Land und im Bund. Wer Jugendliche ernsthaft beteiligt, stärkt nicht nur die Demokratie von heute, sondern auch das Vertrauen in die Demokratie von morgen.“
Bayern: Mach mit - für Deine Demokratie!
Die bayerische Jugendministerin Ulrike Scharf ist überzeugt: „Fest steht, dass es keine einfachen Antworten auf die komplexen Fragestellungen unserer Zeit gibt. In Zeiten falscher Beeinflussungen, antisemitischer Haltungen und menschenverachtender Einstellungen ist Jugendarbeit wichtiger denn je! Junge Menschen müssen aktiv an unserer Demokratie teilnehmen - wir brauchen eine Kultur der Jugendbeteiligung. Jugendpolitik ist dann erfolgreich, wenn wir sie gemeinsam mit den jungen Leuten gestalten, wie zum Beispiel beim Bayerischen Aktionsplan Jugend mit vielen Teilhabemöglichkeiten. Mir ist wichtig, dass es Angebote direkt vor Ort für die jungen Menschen gibt. Die bayerische Fach- und Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung „KiJuBa“ unterstützt den Aufbau von Beteiligungsmöglichkeiten. Unser Zusammenhalt und ein respektvolles Miteinander leben vom Mitmachen, daher lautet mein Motto: „Mach mit – für Deine Demokratie“, betont Scharf und verweist auf das große Fest der Demokratie am 5. Oktober im Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg.
Mit dem Saarland komplett: Bundesweite Abdeckung mit Anlaufstellen für mehr junge Beteiligung
Mit der geplanten Einrichtung einer Servicestelle im Saarland ist ein weiterer Meilenstein in Reichweite: die bundesweite Abdeckung mit kompetenten Anlaufstellen für kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung. Die kontinuierliche Vernetzung verspricht weitere innovative Projekte, neue Kooperationen und noch mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland. BJR-Präsident Seitz ergänzt: „Ich ermutige und lade alle Kommunalpolitiker:innen sowie Fachkräfte aus der Jugendarbeit ein, die vielseitigen - und zum Großteil kostenlosen - Angebote unserer bayerischen Fach- und Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung zu nutzen! Bleiben wir gemeinsam am Ball und bringen noch mehr Bewegung in die Demokratiebildung und das Demokratieerleben für junge Menschen.“
_www.kinderundjugendbeteiligung.bayern