Gruppenbild Beteiligungscoaches 2025
01.12.2025

18 neue Beteiligungscoaches setzen ein starkes Zeichen für gelebte Demokratie in Bayern

Wenn junge Menschen andere junge Menschen darin stärken, ihre Stimme zu erheben und ihre Lebenswelt aktiv mitzugestalten, entsteht echte Beteiligung – nahbar, glaubwürdig und auf Augenhöhe. Genau diesen Ansatz verfolgt die Peer-to-Peer-Ausbildung der Beteiligungscoaches des Bayerischen Jugendrings (BJR).

18 neue Beteiligungscoaches zwischen 16 und 21 Jahren haben in diesem Jahr ihre Ausbildung abgeschlossen und starten nun in ihre Rolle als junge Expert:innen für demokratische Mitgestaltung. Dabei setzte die diesjährige Ausbildung bewusst auf Nähe: Statt eines zentralen Auftakts fanden regionale Ausbildungswochenenden in Schwaben, Niederbayern, Oberbayern und Nürnberg (in Kooperation mit laut! Nürnberg) statt. So konnten die Teilnehmenden von Beginn an die Angebote in ihrer Region kennenlernen und direkt regionale Kontakte knüpfen. Beim zweiten Wochenende Ende November in Dachau kamen dann alle Gruppen erstmals zusammen.

Vielfältige Lebenswelten und Erfahrungen

Die neuen Beteiligungscoaches kommen aus unterschiedlichen Regionen und Kommunen unterschiedlichster Größe. So zum Beispiel aus Bayreuth, Miesbach, Garmisch-Partenkirchen, Kempten, Neu-Ulm, Landshut, Passau oder Nürnberg und ländlicher Umgebung. Ihre Erfahrungen mit Kinder- und Jugendbeteiligung könnten kaum unterschiedlicher sein: Manche hatten bislang kaum Kontakt zur Beteiligungsarbeit, einige waren bereits in Jugendverbänden, Jugendringen oder Jugendvertretungen aktiv.

Unter ihnen auch Saphira, wohnhaft in Augsburg und bisher schon an mehreren Beteiligungsprojekten des Kreisjugendrings in ihrer Heimat Garmisch beteiligt: „Dort habe ich Selbstwirksamkeit erfahren und ich finde, das stärkt unsere Demokratie. Als Beteiligungscoach setze ich mich nun dafür ein, diese Möglichkeiten vielen anderen jungen Menschen zu bieten.” Tristan aus Nürnberg betont: „Ich will Jugendliche ermutigen ihre Ideen einzubringen und ihnen zeigen, dass Demokratie nicht nur ein theoretisches Konstrukt ist. Auch wenn das nicht immer einfach ist, ich habe in der Ausbildung viele Wege und Möglichkeiten der Beteiligung gelernt – vor allem, dass es Kooperationen und Zusammenarbeit braucht – deshalb freue ich mich auf das Umsetzen unserer Ideen gemeinsam mit laut! Nürnberg.”

Alumni als Mentor:innen im Peer-Learning

Die Beteiligungscoaches des letzten Jahrgangs gestalteten die diesjährigen Ausbildungswochenenden aktiv mit. Sie übernahmen Inputs, moderierten Programmpunkte oder organisierten Elemente des Rahmenprogramms – von Workshops bis zum Abendprogramm. Diese intensive Einbindung ehemaliger Coaches zeigt exemplarisch, wie tragfähig das Peer-to-Peer-Konzept ist: Junge Menschen geben ihr Wissen weiter, inspirieren sich gegenseitig und schaffen Angebote, die passgenau zu jugendlichen Lebensrealitäten sind. Aber auch außerhalb der Ausbildung waren die Beteiligungscoaches dieses Jahr im Einsatz. Unter anderem bei Workshops für Jugendliche aus der stationären Jugendhilfe, bei einem Fachinput der Tagung des Landesheimrats Bayern, mit Beteiligungsangeboten beim Sommerfest JUNOST, bei Workshops für Jugendkreistagsmitglieder, beim Demokratietag im Berufsbildungswerk in Rummelsberg oder als Quararo-Spielleiter:innen für Gruppen mit Jugendlichen, Fachkräften und Kommunalpolitiker:innen.

Peer-to-Peer: Ein Konzept mit Wirkung

BJR-Präsident Philipp Seitz betont die Bedeutung der Ausbildung: „Junge Menschen müssen früh erleben, wie Demokratie funktioniert und dass sie vor Ort etwas bewegen können. Die Beteiligungscoaches verbinden Theorie und Praxis, bringen neue Perspektiven ein und zeigen Gleichaltrigen, dass ihr Engagement zählt und Wirkung hat.“

Juliana Krolop, Ausbildungsleiterin ergänzt: „Die Ausbildung der Beteiligungscoaches ist für mich eine der stärksten Säulen der Fach- und Servicestelle. Wir empowern junge Menschen, verbreiten Beteiligungswissen und reagieren flexibel auf lokale Anfragen. Unsere Coaches gestalten lebendige Formate und bauen Brücken zu vielen Jugendlichen. Genau so stelle ich mir wirksame Beteiligung und eine jugendgerechte Demokratie vor.“ Pia Bittner, ebenfalls Ausbildungsleiterin, hebt die besondere Qualität des Peer-to-Peer-Ansatzes hervor: „Das Peer-to-Peer-Format schafft echte Begegnung auf Augenhöhe. Unsere Coaches ergänzen die Arbeit der Fachkräfte und erweitern vor allem mit ihren eigenen Erfahrungen und Perspektiven die Vielfalt an Angeboten, die junge Menschen wirklich erreichen.“

Ausblick 2026: Schwerpunkt Großstadt

Im kommenden Jahr startet der BJR neue Ausbildungsrunden mit dem Schwerpunkt auf urbane Regionen, jeweils in Kooperation mit den Kreisjugendringen (KJR) vor Ort. Geplant sind bisher Durchgänge in München, in München-Land und in Würzburg. Die Anmeldeformulare dazu werden Anfang des Jahres auf der Website kinderundjugendbeteiligung.bayern veröffentlicht.

 

Weitere Informationen:

_Information zur Fach- und Servicestelle: www.kinderundjugendbeteiligung.bayern
_Information zu Beteiligungscoaches: www.beteiligung.bayern/beteiligungscoach
_Anfragen an: kinderundjugendbeteiligung@bjr.de

 

 

Teresa Gebele-Ostermann
sie/ihr
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit für Digital Streetwork und Kinder- und Jugendbeteiligung Bayern