Gruppenbild auf der Bühne von der Abschlussveranstaltung "Jung & Engagiert"
19.11.2025

Junge Menschen zeigen, wie Ehrenamt in Zukunft aussehen soll: BJR präsentiert Ehrenamtskonzept in Gräfelfing

Junge Menschen aus ganz Bayern haben ein starkes Zeichen gesetzt: Mit ihrer Mitwirkung ist ein partizipatives Ehrenamtskonzept entstanden, das zeigt, was freiwilliges Engagement für die Zukunft braucht. Der Bayerische Jugendring (BJR) übergab die Ergebnisse jetzt bei der Abschlussveranstaltung von „Jung & Engagiert“ in Gräfelfing an die Bayerische Staatsregierung

Junge Menschen entwickeln Ideen, formulieren Erwartungen und senden klare Signale an Politik, Verbände und Gesellschaft: Bei der Abschlussveranstaltung von „Jung & Engagiert“ in der Mehrzweckhalle Gräfelfing zeigte der Bayerische Jugendring (BJR) mit mehr als 200 teilnehmenden Jugendlichen, wie viel Gestaltungskraft in der jungen Generation steckt – und wie aus hunderten Stimmen ein gemeinsames Zukunftsbild für das Ehrenamt in Bayern entstanden ist. Im Mittelpunkt stand die Vorstellung des co-kreativen Ehrenamtskonzepts, das über Monate hinweg gemeinsam mit Jugendlichen aus ganz Bayern erarbeitet wurde.

Das Ehrenamtskonzept basiert auf einem landesweiten Beteiligungsprozess, in dem Hunderte junge Menschen aus ganz Bayern seit Frühjahr 2025 ihre Ideen, Erwartungen und kritischen Perspektiven eingebracht haben. Bei Veranstaltungen an Orten der Jugendarbeit, Schulworkshops, Ideenwerkstätten für Fachkräfte, Aktionen auf Festivals und einer großen Online-Umfrage entstand ein facettenreiches Bild davon, was junge Menschen brauchen, um sich freiwillig zu engagieren.

Die wichtigsten Punkte des Ehrenamtskonzepts gibt es hier auf einen Blick:

• Junges Engagement in Bayern ist nicht im Rückgang, sondern im Wandel – junge Menschen engagieren sich flexibler, projektbezogener und themenorientiert.
• Zugänge sind ungleich verteilt: Soziale Lage, Bildung und Wohnort entscheiden oft mit, wer überhaupt ins Ehrenamt findet.
• Viele Strukturen sind noch nicht jugendgerecht; gebraucht werden einfachere Einstiege, klare Ansprechpartner:innen und echte Beteiligung.
• Digitalisierung und Vielfalt sind Schlüssel: Engagementangebote müssen digital sichtbarer und inklusiver werden.
• Das Konzept formuliert daraus konkrete Empfehlungen – etwa für eine landesweite Strategie „Junges Engagement“, eine Fach- und Servicestelle für junges Engagement und eine stärkere Anerkennung von Engagement in Bildung und Beruf.

Neben den inhaltlichen Ergebnissen bot die Abschlussveranstaltung zahlreiche Möglichkeiten, Engagement unmittelbar zu erleben. Erste Erfahrungen am DJ-Pult sammelten die mehr als 200 Teilnehmer:innen beim DJ-Workshop des Kulturfestivals Gräfelfing e.V.. Beim Mitmach-Stand der Malteser Jugend frischten die Jugendlichen ihre Erste Hilfe-Kenntnisse auf. Das Basketballteam des TSV Gräfelfing zeigte, wie sportliches Engagement und Teamgeist zusammenwirken und wie viel Spaß das machen kann. Auch die Freiwillige Feuerwehr Gräfelfing lud Jugendliche zum Mitmachen bei einem Geschicklichkeitsspiel mit Hydraulik ein.

Viele Jugendliche nutzten die Gelegenheit, alle vier Stationen auszuprobieren und nahmen damit am Gewinnspiel der Abschlussveranstaltung teil. Vier Gewinner:innen freuten sich über von den Profi-Fußballer:innen signierte Trikots des Frauen- und Herrenfußballteam des FC Bayern sowie Basketball -Bundesliga-Tickets für den FC Bayern Basketball.

Die Bayerische Sozialministerin und weitere stellvertretende Ministerpräsidentin Ulrike Scharf, MdL, würdigte die Ergebnisse und die Energie der beteiligten Jugendlichen: „Euer Engagement ist weit mehr als ein wertvoller Beitrag – es ist das Herzstück für eine lebendige Gemeinschaft und eine starke Demokratie. Mit eurem Ehrenamtskonzept zeigt ihr eindrucksvoll, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen, mitgestalten und das Miteinander in Bayern aktiv
bereichern. Die Ideen und Impulse, die ihr im Rahmen von ‚Jung und Engagiert‘ entwickelt habt, beweisen, wie vielfältig und kreativ das Ehrenamt ist – auch für junge Menschen. Ich werde mich auch zukünftig dafür einsetzen das Ehrenamt weiter zu stärken. Herzlichen Dank für euren Einsatz, eure Leidenschaft und eure Bereitschaft, etwas zu bewegen – damit Bayern gemeinsam stark bleibt.“

Vor Ort lobte auch Christian Schoppik, Ministerialdirektor im Bayerischen Sozialministerium, das Engagement von jungen Menschen in Bayern. Bayern setze auf die junge Generation, denn sie sei die Gegenwart und die Zukunft.

Auch die Ehrenamtsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Gabi Schmidt, MdL, unterstrich die Relevanz der Ergebnisse und die Notwendigkeit neuer Zugänge zum freiwilligen Engagement: „Unsere Jugend braucht Vorbilder – Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich für andere engagieren. Deshalb ist es wichtig,dass wir im Ehrenamt eine echte Willkommenskultur für Jugendliche schaffen. Junge Menschen sollen erleben, dass sie gebraucht werden, willkommen sind und mit ihren Ideen und ihrer Energie etwas bewegen können. Gleichzeitig müssen wir neue Wege und Werkzeuge finden, um Jugendliche zu erreichen und für das Ehrenamt zu begeistern. Das Projekt ‚Jung und Engagiert‘ hat gezeigt, wie viel Potenzial in der jungen Generation steckt. Es liegt an uns allen, dieses Potenzial zu fördern und die Rahmenbedingungen dafür stetig weiterzuentwickeln.“

BJR-Präsident Philipp Seitz betonte: „Junges Engagement zeigt uns, wie Zukunft entsteht: mutig, kreativ und gemeinsam. Mit ‚Jung & Engagiert‘ haben wir jungen Menschen nicht nur zugehört – wir haben ihre Perspektiven ernst genommen und in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzt. Das neue Ehrenamtskonzept ist ein Auftrag an uns alle, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass junge Menschen ihr Engagement leben können, ohne an strukturellen Hürden zu scheitern. Bayern hat enormes Potenzial – wenn wir jungen Menschen echte Beteiligung ermöglichen.“

Die passende Musik brachte die Band Falschgeld auf die Bühne, die die Veranstaltung eröffnete und nach dem offiziellen Teil für Party-Stimmung sorgte. So war die Abschlussveranstaltung gleichzeitig ein Dankeschön für die jungen Menschen des Kurt-Huber-Gymnasiums in Gräfelfing, die sich auch an einem Workshoptag und bei der Online-Umfrage aktiv und stark eingebracht hatten.

Mit den zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen von „Jung &Engagiert“ und dem partizipativ im Dialog mit hunderten jungen Menschen ausgearbeiteten Ehrenamtskonzept setzt der BJR ein starkes Signal: Die Zukunft des Ehrenamts in Bayern wird gemeinsam mit jungen Menschen gestaltet. Die Ergebnisse aus „Jung & Engagiert“ werden nun an die Bayerische Staatsregierung übermittelt und fließen in die weitere fachpolitische Diskussion ein. Stellvertretend für die Staatsregierung nahmen bereits stellvertretende Ministerpräsidentin und Jugendministerin Ulrike Scharf, MdL, und die Ehrenamtsbeauftragte Gabi Schmidt, MdL, das Konzept entgegen.

Weitere Informationen unter: www.bjr.de/jung-engagiert

Kontakt
Konrad Dreyer
Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Projekt „Jung und Engagiert“
mobil 01520 789 30 52__ dreyer.konrad(at)bjr.de