Jung & Engagiert: Ideenwerkstatt Bamberg
Impulse zum 17. Kinder- und Jugendbericht in Bezug auf junges Ehrenamt gab es bei der Ideenwerkstatt "Jung & Engagiert" in Bamberg.
Wie lassen sich junge Menschen heute für ehrenamtliches Engagement gewinnen?
Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmenden der Ideenwerkstatt in Bamberg am 18. September 2025 im Rahmen von „Jung & Engagiert“.
Dr. Gabriele Weitzmann vom Bayerischen Jugendring eröffnete die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag zum Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung und gab Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse rund um das Thema junges Ehrenamt.
Bildergalerie
Zentrale Ergebnisse
1. Zugang & Motivation junger Menschen
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Zwei Perspektiven prägen die Praxis: Jugendliche in bestehende Strukturen holen vs. Jugendliche unterstützen, die selbst Engagementideen mitbringen.
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Attraktive, selbstbestimmte Freizeitangebote sind der Schlüssel: „coole“ Orte, Reisen, Partys, Gaming, Social Media, Freundschaften.
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Erlebnisse, Erinnerungen und sichtbare Selbstwirksamkeit sind wichtiger als reine Informationsvermittlung – „Don’t tell them, show them.“
2. Atmosphäre, Räume & Formate
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Junge Menschen brauchen moderne, zentrale und mitgestaltbare Räume (WLAN, Technik, Chill-Out-Bereich) – gerne auch mobile Angebote, wenn sie nicht in Einrichtungen kommen.
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Erfolgreich sind öffentliche, spaßorientierte Veranstaltungen (U16-Partys, Schuljahresabschluss, Sportfeste, LAN-Partys, Mitmachaktionen), bei denen Engagement nur ein Teil des Gesamtangebots ist.
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Niedrigschwellige Mitmachangebote auf Festen, Festivals, Ausbildungsmessen etc. wirken besser als klassische Infostände in der Fußgängerzone.
3. Schule, Ganztag & Konkurrenz um Zeit
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Ganztagsschule, Leistungsdruck und Nebenjobs lassen wenig Raum für Ehrenamt – Schule und Engagement geraten in Konkurrenz.
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Kooperationen mit Schulen (Projektwochen, Praxis-Seminare, AG „Engagement“, Tutor:innenausbildung, SMV) können Zugänge schaffen, wenn sie gut abgestimmt sind und nicht einseitig Arbeit an die Jugendarbeit auslagern.
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Es braucht klare Ansprechpersonen in Schulen, verlässliche Rahmenbedingungen und gesetzliche Grundlagen, die Kooperation auf Augenhöhe ermöglichen.
4. Ansprache & Kommunikation
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Wirksam sind persönliche Ansprache, bekannte Gesichter und kontinuierliche Präsenz – auf Festen, in Schulen, im öffentlichen Raum.
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Aktionen sollen spezifisch und an der Lebenswelt orientiert sein (Fotobox, Mitmachwand, Menschenkicker, Kochaktionen, Gaming etc.) und konkrete Schnuppergelegenheiten anbieten.
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Wiederkehrende Veranstaltungen mit denselben Personen schaffen Vertrauen und senken Hürden.
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Gute Öffentlichkeitsarbeit ist notwendig: Social Media, Anzeigen im ÖPNV, Plakate, QR-Codes zu Angebotsübersichten – gern von Jugendlichen mitgestaltet.
5. Bildungsferne Zielgruppen & junge Menschen mit Migrationsgeschichte
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Wichtige Prinzipien: einfache Sprache, kurze Texte/Videos, mehrsprachige Materialien, Icons und bildhafte Kommunikation.
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Barrierefreiheit der Angebote (Sprache, Zugang, Kosten, Zeiten, Gebetszeiten, Mobilität) muss bewusst geprüft und ggf. mit der Zielgruppe gemeinsam verbessert werden.
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Aufsuchende, alltagsnahe Angebote in Stadtteilen, Unterkünften und Quartieren (z. B. Sport, Kochen, Feste, Ausflüge) senken Schwellen – oft gemeinsam mit Quartiersarbeit, Sozialberatung, Asylkreisen oder Moscheegemeinden.
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Multiplikator:innen und glaubwürdige Vorbilder mit ähnlichem Hintergrund sind zentrale Türöffner.
6. Rolle von Eltern, Peers & Gemeinschaft
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Eltern bleiben wichtige Entscheider:innen – Elternabende, Schulfeste, Begegnungsfeste und parallele Angebote für Eltern können Engagement der Kinder/Jugendlichen unterstützen.
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Patensysteme („Ich zeig dir, wie das läuft“), eigene Peer-Kontaktpersonen und gemeinsame Aktionen stärken Vertrauen.
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Ziel ist, Bindung über gemeinsame Erlebnisse aufzubauen, bevor Verantwortung übertragen wird – Übergang vom Teilnehmen zum Ehrenamt sollte langsam und begleitet erfolgen.
7. Strukturen, Hauptamt & Rahmenbedingungen
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Viele Anforderungen (Bürokratie, Datenschutz, Haftung, Organisation von Schulkooperationen) sind ohne Hauptamt kaum zu stemmen – Ehrenamt braucht professionelle Unterstützung.
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Es besteht großer Bedarf an kontinuierlicher Finanzierung, nicht nur kurzfristigen Projektmitteln – insbesondere für schulbezogene Jugendarbeit und aufsuchende Angebote.
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Steuerliche Vorteile und andere Formen materieller Anerkennung für Ehrenamtliche werden als wichtiges politisches Signal gesehen.
8. Gute Praxis & Ideen
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Genannt wurden u. a. Plakatkampagnen von Verbänden, Kulturtafel-Modelle mit kostenlosen Plätzen, Vereinsmeilen/Vereinsrallyes an Schulen, Projektwochen mit Verbänden und alternative Wandertage.
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Erfolgreich sind Formate, bei denen junge Menschen selbst mitgestalten, eigene Projekte entwickeln und begleiten – unterstützt durch Fachkräfte.
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Plattformen, auf denen Infos gebündelt und mit konkreten Schnupperangeboten verknüpft werden, können helfen, Info-Overload zu reduzieren.
9. Gemeinsame Herausforderungen & Stimmung
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Viele Fachkräfte erleben eine Mischung aus Hilflosigkeit und Beharrlichkeit: Die Probleme sind überall ähnlich, wirklich neue Patentlösungen gibt es nicht.
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Corona und veränderte Rahmenbedingungen haben ein großes Loch in Beziehungen und Engagement gerissen – das braucht Zeit, Ressourcen und politisches Umdenken.
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Gleichzeitig wurde deutlich: Man ist mit den Herausforderungen nicht allein, es gibt viele gute Ansätze – entscheidend ist der Schritt vom „Darüber reden“ ins Tun und die gemeinsame Lobbyarbeit für bessere Rahmenbedingungen.