07.05.2018 - 12.05.2018
Minsk/ Belarus

Erinnerungskulturen zum 2. Weltkrieg und dem Holocaust: Belarus

Nach dem Ende des Kalten Krieges und der Öffnung der Archive im Rahmen der europäischen Erinnerungsgemeinschaften verstärken sich die Asymmetrien und Grenzen. Wie kann man sie überwinden und aus der geteilten europäischen Erinnerung die integrierende und gemeinsame Erinnerungskultur bilden? Vielleicht ist die Antwort auf die Frage ein „dialogisches Erinnern“, das sich auf die mehrfache Koppelung der Erinnerungskonstrukte bezieht und ihrer Befreiung von den einheitlichen Schemen, die auf der Basis der nationalen Grenzen gebaut wurden (Aleida Assman).

Die Geschichte des Holocaust in Belarus und die Erinnerung an die Opfer werden zu Themen des zweiten Seminars in Minsk sein. Belarus, so wie die meisten Länder der ehemaligen Sowjetunion, durchläuft nach wie vor einen schwierigen Prozess vom Bruch mit der Tradition der sowjetischen Geschichtsschreibung bis hin zur Reflexion und Einbeziehung seiner Vergangenheit sowohl in den europäischen als auch globalen Kontext. Charakteristische Beispiele für die Wahrung der historischen Erinnerung und seinen allmählichen Wandlungsprozess sind das Minsker Ghetto und Trostenets, die in Europa immer noch als Orte des Massenmordes an den Juden, einschließlich derer, die aus Deutschland, Tschechien und Österreich deportiert wurden, wenig bekannt sind. Die Seminarteilnehmer_innen werden Vorträge von Experten hören und die Arbeit verschiedener staatlicher Institutionen und NGOs, die sich mit der Memorialisierung dieser Orte befassen, kennenlernen. Weiterhin werden sie an die Methodik der Oral History herangeführt, indem sie die Möglichkeit erhalten, Zeitzeugen zu interviewen. Es ist auch ein eintägiger Besuch in Novogrudok geplant, um die Orte der berühmten Partisaneneinheit der Bielski-Brüder zu
erkunden. Ein weiterer Programmpunkt wird der Besuch im Museum des jüdischen Widerstandes und eines Partisanenstandortes in der Nähe des Dorfes Chereshlya sein. 
 
TEILNAHMEBEDINGUNGEN

• Anmeldungen von Teilnehmenden, die sich allen drei Veranstaltungen beteiligen, werden bevorzugt.
• gute Englischkenntnisse erforderlich, Kenntnis einer weiteren Programmsprache (Polnisch, Belarussisch, Deutsch) hilfreich, aber nicht erforderlich
• Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erfolgt eine Einverständniserklärung, dass mögliche Bild-, Ton- und Filmaufnahmen, die im Rahmen der gesamten Veranstaltung realisiert werden, von der IJBS und ihren Partnern gespeichert und für nicht kommerzielle Zwecke veröffentlicht werden dürfen.  Eine endgültige Teilnahmebestätigung mit weiteren Informationen wird nach Anmeldeschluss verschickt.  Mit der Anmeldung werden die Teilnahmebedingungen anerkannt.

Die Teilnahmegebühr beträgt 100 Euro pro Modul.

Das erste Modul findet vom 10.12. - 16.12.17 in Polen und das dritte vom 15.10. - 20.10.18 in Deutschland.

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