10.12.2017 - 16.12.2017
IJBS Oswiecim, Polen

Erinnerungskulturen zum 2. Weltkrieg und dem Holocaust: Polen, Belarus, Deutschland

Nach dem Ende des Kalten Krieges und der Öffnung der Archive im Rahmen der europäischen Erinnerungsgemeinschaften verstärken sich die Asymmetrien und Grenzen. Wie kann man sie überwinden und aus der geteilten europäischen Erinnerung die integrierende und gemeinsame Erinnerungskultur bilden? Vielleicht ist die Antwort auf die Frage ein „dialogisches Erinnern“, das sich auf die mehrfache Koppelung der Erinnerungskonstrukte bezieht und ihrer Befreiung von den einheitlichen Schemen, die auf der Basis der nationalen Grenzen gebaut wurden (Aleida Assman).

Diesen Weg gehen wir während unseres internationalen Projektes. Zu Themen unseres ersten Seminars werden die Besatzungspolitik in Polen, das Schicksal der europäischen Jüdinnen und Juden und die Entstehung und die Funktionen des KL Auschwitz. Zum Gegenstand der Diskussionen werden u.a. die eigenen Erfahrungen in Bezug auf die Rezeption des 2. Weltkrieges und des Holocaust in der polnischen, deutschen und belarussischen Gesellschaft und ihr Platz in der privaten sowie nationalen Erinnerungskultur. Gemeinsam überlegen wir die Fragen: Sollten wir uns lieber erinnern oder vergessen? Bedeutet die Erinnerungskultur die Konzentration auf die Vergangenheit und verhüllt damit die Zukunft? Wie ändert sich die Erinnerungskultur in den multikulturellen Gesellschaften? Erschwert die nationale Erinnerungskultur die transnationalen Beziehungen? Zwei Projekttage verbringen die Seminarteilnehmer_innen in Warschau, wo sie sich mit den Erinnerungskonzepten am Beispiel der ständigen Ausstellungen im Museum des Warschauer Aufstandes und im POLIN Museum bekannt machen. Gemeinsam überlegen sie auch, wie die heutige junge Generation über den 2. Weltkrieg und den Holocaust lernen sollte, welche Ziele sich die Bildung setzt und welche Formate praktiziert werden. 
Das Projekt endet mit einer Abschlusspublikation mit Beiträgen der Teilnehmenden, in der auf die im Projekt ausdiskutierten Fragen eingegangen wird. Das dreiteilige Projekt ist für die Teilnehmenden eine einzigartige Möglichkeit zur Begegnung und zum Kennenlernen als individuelle Personen sowie Vertreter_innen von drei Nationen und zur Diskussion über die gegenwärtigen Probleme und Herausforderungen derjenigen Länder und Gesellschaften, aus denen sie kommen. 
 
TEILNAHMEBEDINGUNGEN

• Anmeldungen von Teilnehmenden, die sich allen drei Veranstaltungen beteiligen, werden bevorzugt. 
• gute Englischkenntnisse erforderlich, Kenntnis einer weiteren Programmsprache (Polnisch, Belarussisch, Deutsch) hilfreich, aber nicht erforderlich
• Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erfolgt eine Einverständniserklärung, dass mögliche Bild-, Ton- und Filmaufnahmen, die im Rahmen der gesamten Veranstaltung realisiert werden, von der IJBS und ihren Partnern gespeichert und für nicht kommerzielle Zwecke veröffentlicht werden dürfen.  Eine endgültige Teilnahmebestätigung mit weiteren Informationen wird nach Anmeldeschluss verschickt.  Mit der Anmeldung werden die Teilnahmebedingungen anerkannt. 

Die Teilnahmegebühr beträgt 100 Euro pro Modul. 

Das zweite Modul findet vom 07.05. - 12.05.2018 in Minsk statt und das dritte Modul vom 15.10. - 20.10.2018 in München und Dachau.

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