Schule und Corona: Projektideen und Aktionen der Jugendarbeit

Offener Brief gegen das Verbot von mehrtätigen Schulfahrten bis Januar 2021

Vertreter_innen der kirchlien Jugendarbeit in Bayern setzten sich dafür ein, dass im kommenden Schuljahr wieder mehrtätige Schulfahrten möglich sind: „Schule ist mehr als nur Hauptfächer“, sagt Volker Napiletzki, Referent für Schüler_innenarbeit im Studienzentrum Josefstal. Schülerinnen und Schüler nehmen sich hier als Teil der Gesellschaft wahr und denken über ihr Leben nach – auch in spirituellen Bezügen. „Gerade dies ist für die jungen Menschen, die ebenfalls sehr stark von der Corona-Krise betroffen sind, eine besondere Herausforderung“, betont Horst Ackermann, Referent für schulbezogene Jugendarbeit und Besinnungstage im Amt für Jugendarbeit. Dieses gemeinsame Nachdenken passiert bei Tagen der Orientierung und anderen mehrtägigen Schulfahrten in besonders intensiver Form."

Beteiligt an diesem offenen Brief ist auch das erzbischöfliche Jugendamt der Erziözdese München und Freising: „Auftrag der Schule ist neben der Wissensvermittlung die Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler. Bewährte Angebote, wie Tage der Orientierung, kommen diesem Auftrag zur Persönlichkeitsbildung in besonderem Maße nach. Auch zur Vorbeugung von Konflikten in Schulklassen sind solche schulischen Veranstaltungen sehr wichtig“, sagt Domvikar Richard Greul, Diözesanjugendpfarrer der Erzdiözese München und Freising.

Link zum gesamte Wortlaut der Pressemitteilung: https://www.ejb.de/aktuelles/wir-fordern-hebt-das-verbot-mehrtaegiger-schulfahrten-in-bayern-auf/

Außerdem stellt das Studienzentrum Josefstal einen Musterbrief zur Verfügung, um politische Entscheidungsträger auf das Probelm hinzuweisen: https://josefstal.de/pro-schulfahrten/

Präsenzveranstaltungen stark reduziert

Bis zum Ende des Schuljahres 19/20 fand in den Schulen wieder Unterricht in kleineren Gruppengröße statt. Maximal durften 15 Schüler_innen in einer Klasse unterrichtet werden. Das führte dazu, dass ein Teil der Schüler_innen zumindest tageweise im Homeschoolingwar. Schulfahrten sind bis auf weiteres nicht gestattet, außer wenn diese zur beruflichen Orientierung dienen (KMS 10.6.20)


Statt Homeschooling Persönlichkeitsbildung

Im Rahmen eines Projekts bietet die kirchliche Jugendarbeit für die Homeschooling -Tage Sozialkompetenztrainings an: Die Jugendlichen der 8. Klassen an zwei Gymnasien und einer Mittelschule verbringen diesen Tag in der Schule, die kirchliche Jugendarbeit übernimmt persönlichkeitsbildende Akzente.


Tutorenschulungen online und digital

Gegenwärtig finden keine Tutoren – Schulungen für das kommende Schuljahr in den Jugendbildungsstätten statt. Einige Antragsteller des Fachprogramms sind deshalb auf Webinare umgestiegen mit unterschiedlichen Videotools. Erste Erfahrungen zeigen, dass diese Onlineformate auch genutzt werden: die Jugendlichen freuen sich auf die Kontakte zu den Mitschüler_innen außerhalb des Klassenzimmers. Zudem zeigt sich, dass die vergangenen Wochen des Homeschoolings ihre Spuren hinterlassen haben, für die Möglichkeiten der Aufarbeitung angeboten werden. Soweit möglich wird die Verknüpfung von Onlineformaten mit eintägigen Präsenzveranstaltungen angestrebt.
Für die neuen Schüler_innen des kommenden Schuljahres drehen die Tutoren auch Filme, in denen die Schule aus deren Sicht vorgestellt werden.


Schul-AGs teilweise in digitaler Version

Einige Kreisjugendringe und Jugend(dach)verbände führen Koordinierungsprojekte durch. Sie vermitteln verschiedenen Schulen regionale Jugendverbände und Vereine, die Arbeitsgruppen anbieten. Auch hier zeigt sich, dass dies AG's im Rahmen der Konzentration auf die Kernfächer häufig ausfallen. Zum Teil haben diese zum Halbjahreswechsel 2020 begonnen und werden nach einige Ausfällen mit Angeboten für Daheim beendet. So erhalten die Kinder beispielsweise einen Brief mit Bastelanregungen und Informationen.
Auch gibt es Versuche, diese für Schüler-innen in der Sekundarstufe auf digitalem Wege durchzuführen. Beispiel dazu sind Musikunterricht oder Sportstunden, die mittels Videomeeting durchgeführt werden.
Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit der Vorstellung regionaler Verbände für die Schüler_innen. Dazu werden Film- und Radiobeiträge gestaltet. Deren Produktion begleitet ein medienpädagogischer Dienstleister.


Vorbereitung auf Schulabschluss

Bereits einige Monate vor der Quali -Prüfung wurde das geplante Projekt für Mittelschüler_innen in ein Onlineformat umgewandelt: Mittels Videotool werden die Jugendlichen beraten aber auch mit Materialien versorgt. Damit lernen sie die Mitglieder des Jugendverbandes und dessen Leitziele kennen. Ziel ist es dabei auch, dass die Jugendlichen für Präsenzveranstaltungen gewonnen werden, sobald diese wieder möglich sind.


Onlineplattform als Vernetzungsinstrument

Den Kontakt zum Schülerverband ermöglicht auch ein Onlinenetzwerk, das für schulische Probleme genauso wie zum zwanglosen treffen der Schüler_innen untereinander genutzt werden kann. Moderiert wird das Netzwerk von Jugendverbandsvertreter_innen unter Einbeziehung der Kontaktlehrer.