Beispiele aus der Praxis

Der BJR stellt Ihnen hier eines der vielen guten Beispiele vor, bei denen ein Jugendverband oder -verein mit Schule kooperiert.

Land-Artistinnen

Das Projekt „Land-Artistinnen“ bestand aus zwei Teilen. Zum einen aus der Anschaffung eines Land-Art-Raum-Bauwagens für den Pausenhof der Ruth-Weiss-Realschule. Zum anderen beinhaltete es die Etablierung sogenannter Land-Artistinnengruppen an der Schule. Die Hauptthemen beider Projektbereiche waren Umweltbildung und Kunst.

  • Partner

    Träger
    PSG Landesstelle Bayern

    Schule(n)
    Staatliche Ruth-Weiss-Realschule für Mädchen, Aschaffenburg

  • Rahmen

    Art der Zusammenarbeit
    Langfristige Kooperation

    Zeit
    Außerhalb des Unterrichts

    Art der Schule
    Realschule

    Zielgruppe
    Am Projekt „Land-Artistinnen“ konnten alle Mädchen ab der 5. Klasse, unabhängig von Herkunft und Religion, teilnehmen. Die Teilnahme am Projekt war völlig freiwillig.

    Beteiligte Fachkräfte
    Für das Projekt wurde eine Referentin mit 2,5 Wochenstunden angestellt. Diese Stunden übernahm unsere Schulprojektreferentin Heike Gutwerk.
    Fachlich unterstützt wurde Heike Gutwerk von der Bildungsreferentin des PSG-Diözesanverband Würzburg, Johanna Schopp-Kees.

    Finanzierung
    Keine Angaben

    Organisation der Zusammenarbeit

    • Abschluss eines schriftlichen Kooperationsvertrags zwischen der PSG und der Ruth-Weiss-Realschule.
    • Regelmäßiger Austausch zwischen der Projektreferentin Heike Gutwerk sowie der Kontakt-Lehrkraft Frau Finnegan mit Einbezug der Wünsche und Interessen seitens der Schule.
    • Unterstützung seitens des Schulhausmeisters bei der Aufstellung des Bauwagens.
  • Ziele
    • Erweiterung der Kooperation von PSG und Schule auf den Bereich der Umweltbildung
    • Vermittlung eines verantwortungsvollen und freundlichen Umgangs mit der Natur und ihren Ressourcen
    • Schaffung von Sozialräumen und somit Rückzugsmöglichkeiten sowie geschützten Orten für die Mädchen im schulischen Umfeld
    • Persönlichkeitsentfaltung in speziell für die Mädchen geschaffenen und von ihnen selbst gestalteten Sozialräumen
    • Stärkung des Selbstwertgefühls der Mädchen durch die vertrauensvolle anteilige Verantwortungsübergabe bei der Gestaltung der Sozialräume, Gruppenstunden und der Natur, in der sie sich befinden
    • Vermittlung sozialer Kompetenzen innerhalb der Gruppenstunden wie z.B. Konfliktfähigkeit
    • Niedrigschwelligkeit unseres Schulprojektes – selbst Schülerinnen von anderen Schulen oder Schulabgängerinnen sollten die Möglichkeit erhalten, an den Gruppenstunden teilzunehmen bzw. sie zu leiten und somit wichtige soziale Kompetenzen zu erwerben
    • Unterstützung der Lehrkräfte der Ruth-Weiss-Schule bei der Durchführung von Projektwochen und bei allen weiteren Maßnahmen, die die außerschulische Bildung der Schülerinnen fördert
    • Ermöglichung der außerschulischen Bildung im schulischen Kontext
  • Methoden
    • Methoden aus der Jugendarbeit, z.B. Gruppenarbeit
    • Methoden aus der Umweltbildung, z.B. Bau eines Insektenhotels und Geocaching
    • künstlerische/kreative Methoden, z.B. Landart und Kunstprojekte zum Thema Recycling
    • Methoden zur Vermittlung sozialer Kompetenzen, z.B. Kooperationsübungen
    • Fachgerechte Unterstützung der ehrenamtlichen Leiterinnen bei der Durchführung der Gruppenangebote, Spiele und Methoden

  • Partizipation

    Bei allen Aktionen, Gruppenangeboten sowie bei der Gestaltung des Bauwagens waren die Schülerinnen beteiligt. Entscheidungen wurden in erster Linie nicht ohne die Teilnehmerinnen und Leiterinnen getroffen, und alle Ideen wurden gemeinsam entwickelt. Auch den ehrenamtlichen Leiterinnen wurde vermittelt, dass sie stets die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Gruppenteilnehmerinnen einbeziehen sollen.

Kurzbeschreibung
Das Projekt „Land-Artistinnen“ bestand aus zwei Maßnahmen:
1.  Land-Art-Raum-Bauwagen

  • Es wurde ein gebrauchter Bauwagen gekauft und im Pausenhof der Ruth-Weiss-Schule aufgestellt. Diesen gestalteten schließlich die Mädchen nach umweltfreundlichen Voraussetzungen und zum Thema „Natur“. Begleitet wurden sie dabei von der Schulprojektreferentin Heike Gutwerk. Auch auf den Wunsch der Ruth-Weiss-Schule hin ist der Bauwagen nun sowohl ein Wohlfühl-Treffpunkt für Schülerinnen als auch ein Ort für Streitschlichtergespräche.
  • Nicht nur im Bauwagen, sondern auch außerhalb dessen wurde für die Schülerinnen der Umwelt-Schwerpunkt der Pfadfinderinnen im Jahr 2012 und 2013 ersichtlich. Dies geschah in vielen unterschiedlichen kleinen Projekten innerhalb sowie außerhalb der Schulzeit mit der Kombination von Natur und Kunst, z.B. Landart. Die Kooperation und Absprache mit den Lehrkräften war dabei regelmäßig gegeben. Ebenfalls wurde während den Gruppenstunden die Wichtigkeit des Umweltschutzes immer wieder von den geschulten Leiterinnen sowie der Projektreferentin mit unterschiedlichen und zum Teil spielerischen Methoden thematisiert. Bei alledem standen stets die Wünsche, Ideen und Fähigkeiten der Mädchen im Mittelpunkt.

2. Landartistinnengruppen
Im sowie am Bauwagen fanden nun verschiedenste Land-Art-Angebote, hauptsächlich organisiert in Gruppen, statt. Mit Hilfe des BJR-Zuschusses konnte der weitere Aufbau sowie eine Ausweitung der Gruppen ermöglicht werden.

Die Gruppentreffen fanden immer freitags und/oder samstags wöchentlich statt. Folgende konkrete Projekte und Gruppenstundeninhalte wurden ab April 2013 durchgeführt:

  • Ca. 2 mal monatlich gab es eine Leiterinnenrunde, zu denen Heike Gutwerk Umweltthemen mitbrachte und mit den Leiterinnen Ideen dazu für die Gruppenstunde entwickelte.
  • Die Gruppen beschäftigten sich im April und Mai hauptsächlich mit der Anschaffung, Gestaltung und Einrichtung des Bauwagens. Hier war viel Kreativität und Beteiligung der Teilnehmerinnen gefragt.
  • Landart-Projektstunden bildeten den größten Schwerpunkt in den Gruppen – wöchentlich bildeten die Teilnehmerinnen gemeinsam neue Bilder aus Naturmaterialien vor dem Bauwagen. Dieses war in der Regel an das aktuell behandelte Thema angelehnt und handelte sich meistens um ein Thema aus der Biologie. Hier wurden auch regelmäßig Themen vom Unterricht eingebaut, die von den Schülerinnen eingebracht und gewünscht wurden. Behandelt wurden sie auf spielerische und künstlerische Art und Weise, z.B. das Thema Insekten und der Bau eines Insektenhotels.
  • Ebenso wurden in den Gruppenstunden die unten erwähnten Aktionen gemeinsam vorbereitet und anschließend nachbereitet.
  • Zudem nahmen die Teilnehmerinnen am Handysammelprojekt der Deutschen Umwelthilfe teil. Über den Projektzeitraum hinweg sammelten sie alte Handys, um diese zum umweltfreundlichen Recyceln an die Deutsche Umwelthilfe zu schicken. Dafür erhielten sie einen geringen Zuschuss der Deutschen Umwelthilfe.

Zusätzlich zu den Gruppentreffen fanden in der Regel einmal wöchentlich besondere Aktionen statt. Bei diesen wurden z.B. Hochbeete gebaut und am Bauwagen befestigt, einen Nachmittag lang ging es auf Geocachetour, ein großes Sommerabschlussfest mit Workshops sowie eine Vernissage mit Landartbildern zum Thema Interkulturalität fand statt uvm.

Erfahrungen

  • Die Kooperation mit der Ruth-Weiss-Realschule empfanden wir als sehr gelungen und reibungslos. Es konnten Interessen und Wünsche beider Seiten einbezogen werden.
  • Besonders gut gefiel den Projektteilnehmerinnen und Leiterinnen die gemeinsame Gestaltung des Bauwagens, bei dem sie kreativ sein und frei entscheiden konnten und nun einen Wohl-Fühl-Raum für sich haben. Laut der Teilnehmerinnen und Schulprojektreferentin herrscht im Bauwagen eine ganz andere Atmosphäre als bei Gruppenangeboten in Klassenzimmern. Die Schule steht nicht so stark im Mittelpunkt und die Natur rückt näher.
  • Auch gelang es uns, die schulische mit der außerschulischen Bildung zu kombinieren. Bei den regelmäßigen Umweltthemen der Land-Artistinnengruppen brachten die Schülerinnen sehr häufig Wissen der Schule ein und arbeiten dann anschließend, manchmal eher unbewusst, an diesem auf spielerische, methodische und praktische Art und Weise weiter.
  • Zudem konnten während des Projekts sichtlich viele Sozialkompetenzen der teilnehmenden Mädchen gefördert werden. Bei einzelnen Aktionen während der Maßnahme kamen viele Fähigkeiten der Mädchen zum Vorschein, und es war schön zu sehen, wie sie diese miteinander kombinierten und dadurch wertschätzten. Während Bau- und Landartaktionen blühten viele Mädchen sichtlich auf und hatten viel Freude daran, bei etwas mitzuwirken und ein Teil von dem Ganzen zu sein.
  • Der Schulleiter sowie die Lehrkräfte waren dem Projekt gegenüber sehr positiv gestimmt und fanden insbesondere den Umweltaspekt des Projekts sowie die Anschaffung eines neuen Bauwagens gut.

Träger
Das Beispiel aus dem Jahr 2014 stammt von: PSG Landesstelle Bayern