Beispiele aus der Praxis

Der BJR stellt Ihnen hier eines der vielen guten Beispiele vor, bei denen ein Jugendring selbst durch eine Maßnahme der schulbezogenen Jugendarbeit mit Schule kooperiert.

Medienscouts (im Projekt Medien mobil)

Medienpädagogik / Jugendmedienschutz

  • Partner

    Träger
    Kreisjugendring Nürnberger Land

    Schule(n)
    Grete-Schickedanz-Mittelschule Hersbruck, Mittelschule Burgthann, Mittelschule Schnaittach, Sonderpädagogisches Förderzentrum Lauf

  • Rahmen

    Art der Zusammenarbeit
    Langfristige Kooperation

    Zeit
    Während und außerhalb des Unterrichts

    Art der Schule
    Hauptschule, Förderschule

    Zielgruppe
    Jugendliche ab der 8. Jahrgangsstufe als Peer-Edukatoren-/innen (Medienscouts);
    Kinder/Jugendliche der 5.-7. Jahrgangsstufe als Adressaen/-innen der Aktivitäten der Peer-Edukator/-innen

    Beteiligte Fachkräfte
    Pädagogischer Mitarbeiter der Geschäftsstelle (Diplom-Sozialpädagoge),
    Studentische Honorarkräfte

    Finanzierung
    60 % BJR-Förderung, 40 % KJR-Haushaltsmittel

    Organisation der Zusammenarbeit
    Die im Rahmen einer freiwilligen Nachmittags-AG stattfindende Ausbildung zum Medienscout erfolgt im Lehrer/-innen-Jugendarbeiter/-innen-Tandem.

  • Ziele
    • Das Rahmenziel der medienpädagogischen Aktivitäten ist es, junge Menschen in ihrem selbstbestimmten und souveränen Medienhandeln zu unterstützen.
    • Darunter fällt unter anderem das kritische Hinterfragen der Funktionen und der Technik gängiger Geräte/Internetseiten, die Sensibilisierung für Chancen und Risiken aktueller Medienangebote und die kreative Nutzung von Hard- und Software für die eigenen Bedürfnisse.
    • Die Zielerreichung erfolgt auf zwei unterschiedlichen Ebenen: Zum einen werden bestimmte Jugendliche zu Medienscouts, also zu Peer-Edukatoren/-innen ausgebildet. Hier erfolgt die Auseinandersetzung mit Medienthemen sehr intensiv. Die zweite Ebene ist dann die Weitergabe des Wissens der Peer Edukator/-innen an ihre Peers als Adressat/-innen. Hier erfolgt die Auseinandersetzung dann noch jugendgerechter und durch die Peer-Edukator/-innen "gefiltert".
  • Methoden
    • Handlungsorientierte Medienpädagogik
    • Gruppenpädagogik
    • Peer-to-Peer-Ansatz
  • Partizipation
    • Durch die freiwillige Teilnahme an den Angeboten ist das erste partizipatorische Element berücksichtigt. Je nach Schultyp sind die gegebenen Entscheidungsspielräume, innerhalb derer die Teilnehmer/-innen über den Ablauf des Projektes mitbestimmen können, unterschiedlich. Es wird versucht, diesen Entscheidungsrahmen von Beginn an transparent abzustecken und dies auch den jungen Menschen in der jeweiligen AG zu kommunizieren. Das prinzipielle Ziel der AGs ist bei Anmeldung klar. Die zu treffenden Entscheidungen und geführten Diskussionen sind also alle zielgerichtet. Somit ist auch das partizipatorische Element Zielgerichtetheit gegeben. Auch sind die Teilnehmer/-innen sowohl inhaltlich als auch gruppendynamisch direkt von allen Entscheidungen betroffen (partizipatorisches Element: Betroffenheit).
    • Insgesamt ist eine Rollenveränderung der pädagogischen Leitung der AG von der Betreuer/-in hin zur Begleiter/-in angedacht. Diese (erwachsene) Begleitperson ist zwar weiterhin für das Funktionieren des Gesamtprojektes an der Schule zuständig, beschränkt sich aber zusehends auf die Aufgaben eines/-r Moderatoren/-in der AG-Stunde oder Zuarbeiter/-in für die Teilnehmer/-innen.

Kurzbeschreibung

  • An einer interessierten Schule wird ein Medienscout-Team ausgebildet und begleitet. Die Medienscouts sind selbst Schüler/-innen (8. Jahrgangsstufe) und agieren im weiteren Projektverlauf als Peer-Edukatoren/-innen. Sie treffen sich wöchentlich bzw. nach Vereinbarung in regelmäßigen Abständen an der Schule mit einem/-r Mitarbeiter/-in des KJR und/oder einer Honorarmitarbeiter/-in sowie einem/-r interessierten Lehrkraft. Im Rahmen dieser Nachmittags-AG-Stunden widmen sich die Teilnehmer/-innen Schwerpunktthemen ihrer Wahl (z. B. Computersucht, soziale Netzwerke, Datenschutz, Downloads, etc.) und konzipieren kleine medienpädagogische Aktionen, Workshops und Projekte für ihre Mitschüler/-innen (z. B. Fotogeschichte zu Cybermobbing, Hörspiel zur Computerspielsucht, Filmanalyse zu Datenschutz), die wiederum in sogenannten Medienstunden während des Unterrichts stattfinden sollen.
  • Und an diesem Punkt wird es dann ganz real: Nach der Auseinandersetzung mit den Medien und dem eigenen Konsumverhalten kommt es zur Auseinandersetzung mit sich selbst, bezüglich der Art und Weise der Workshopgestaltung: Wie verhalte ich mich als Leitung souverän? Welche Methoden wähle ich, um das Thema ansprechend für die Mitschüler/-innen zu gestalten?

Erfahrungen

  • Die Erfahrungen sind an allen Partnerschulen sehr positiv. Das Projekt fand bisher an 4 Schulen statt (3 x Mittelschule, 1x Förderschule) und überall wuchsen die Peer-Edukatoren/-innen über sich hinaus. Genauso wurden, entgegen vieler Befürchtungen, die Aktionen der Medienscouts von den Peers interessiert und respektvoll angenommen.
  • Das Projekt ist allerdings ein Schuljahresprojekt: Zum einen braucht es Zeit, bis sich die angehenden Medienscouts mit ihrer Rolle identifizieren. Zum anderen dauert es ca. ein halbes Schuljahr, bis die Aktionen für die Durchführungen in den Klassen vorbereitet sind. Somit kann pro Thema ein halbes Schuljahr gerechnet werden.

Träger
Das Beispiel aus dem Jahr 2014 stammt von: Kreisjugendring Nürnberger Land

Das könnte Sie auch interessieren
Praxisbeispiel
schulbezogene Jugendarbeit:

Vom Fastfood zum Slowfood

Ein Stadtjugendring bot an einer Mittelschule ein Kochprojekt für Schüler/-innen der 5. und 6. Klassen an.

mehr

Praxisbeispiel
Schulbezogene Jugendarbeit:

Verbände-Karussell

Die Mitgliedsverbände des KJR Nürnberg-Land machten Schnupperangebote an Schulen zu sozialen, sportlichen oder ökologischen Themen.

mehr

Praxisbeispiel
Schulbezogene Jugendarbeit:

Tag der Jugendverbände – Mobil

Ein Stadtjugendring bot Einzelmaßnahmen und Aktions-/Projekttage  an Schulen an, um die Zusammenarbeit von Jugendarbeit und Schule in der Stadt zu aktivieren.

mehr