Bunte Weltkarte

NEU:DENK2017

3. und 4. Februar 2017, Bellevue di Monaco, München

Die Fachkonferenz NEU:DENK2017 zur Entwicklung jugend- und flüchtlingspolitischer Forderungen ist vorbei. Es ging darum, gemeinsam zu denken, zu diskutieren, Visionen zu entwickeln und ein Arbeitspapier mit Forderungen zur Jugend- und Flüchtlingspolitik entwerfen. Mit über 70 Teilnehmer/-innen, darunter 30 mit Fluchterfahrung ein schöner Erfolg!


Praxisnahe und politische Inputs kamen von Kilian Kleinschmidt, Berater und Vorsitzender von IPA switxboard und Addis Mulugeta, Journalist und Friedenspreisträger der Stadt Würzburg, dann wurde dann fleißig gearbeitet: (neu) denken, diskutieren, Forderungen konkretisieren, ein Papier entwickeln. Mehr über die NEU:DENK2017, zum Beispiel einige Statements der Teilnehmer/-innen als Videobotschaft finden sich auf dem Blog Flüchtlinge werden Freunde. Matthias Fack, der Präsident des Bayerischen Jugendrings hat seine Begeisterung für das neue Format wie folgt zusammengefasst:


Rückschau NEU:DENK2017

Methoden, Anspruch, Träume

Impulsreferate von Expert/-innen, die jahrelang mit Geflüchteten gearbeitet haben und Erfahrungen aus bayerischer, europäischer und/oder internationaler Ebene mitbringen, sollten die Teilnehmenden aufgreifen können. Sie waren als Anregungen zu verstehen, hier gedanklich anzusetzen, weiter zu denken und eigene Visionen zu entwicklen.

Gedanken spinnen, Horizonte erweitern, Arbeitspapier entwickeln

Nach diesem inspirierenden Start konnten sich die Teilnehmenden in Untergruppen austauschen und gemeinsam ein Arbeitspapier mit Empfehlungen für die Politik aus Perspektive junger Geflüchteter sowie aus der von Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten entwickeln. Dieses Papier wurde  am Ende der Tagung dem BJR-Präsidenten Matthias Fack übergeben. Das Papier wurde den Teilnehmer/-innen mitgegeben, damit sie in ihren Arbeitskontexten damit weiterarbeiten können.

Offener Arbeitsprozess, junge Geflüchtete einbinden, ihre Perspektive einnehmen

Ein Impulsvortrag auf der NEU:DENK2017 kam von Kilian Kleinschmidt. Ein Mann, der viel Erfahrung mit den Konflikten dieser Welt mitbringt. Von diesen Erfahrungen und seiner Vision einer anderen humanitären Hilfe berichtete er in seinem Vortrag, mit besonderem Blick auf die jungen Menschen.

Impuls von Kilian Kleinschmidt

Netzwerker und humanitäter Experte

Kilian Kleinschmidt ist ein internationaler Netzwerker und humanitärer Experte mit mehr als 25 Jahren Erfahrung. Er hat für die Vereinten Nationen und vor allem für das UNO Flüchtlingshilfswerk UNHCR gearbeitet und war in das Management vieler der größten Krisen der Welt involviert. Kilian Kleinschmidt glaubt an das Potential moderner Technologien und der Vermittlung von Know-how als Chance für die Menschheit. So soll Globalisierung durch Vernetzung und dem Transfer von Ressourcen auch den drei Milliarden in Armut lebenden Menschen von Nutzen sein.

Bürgermeister von Za´atari

Kilian Kleinschmidt wurde vor allem durch seine Arbeit als Bürgermeister von Za´atari bekannt, als er in den Jahren 2013/14 das damalige zweitgrößte Flüchtlingslager der Welt managte. Za´atari wurde dadurch zu einem Symbol für neue und innovative Ansätze im humanitären Bereich und in der Organisation von Flüchtlingslagern. Kilian Kleinschmidt fordert das traditionelle humanitäre System durch neue Partnerschaften, Technologien und neue Finanzierungsansätze heraus. In diesem Zusammenhang arbeitet er an Themen wie der Urbanisierung von Lagern und Slums und der Entwicklung neuer Städte.

Berater des österreichischen Innenministeriums

Von September 2015 bis Mai 2016 hat Kilian Kleinschmidt das österreichische Innenministerium in der Flüchtlingskrise beraten. Nun erstellt er neue Konzepte für das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und für andere Institutionen. In Zusammenarbeit mit einem globalen innovativen Team entwickelt er außerdem eine Organisation, die den Anspruch erhebt, das traditionelle humanitäre und karitative System durch vernetzte dezentralisierte Strukturen zu ersetzen.

Impuls von Addis Mulugeta

Addis Mulugeta ist 33 Jahre alt und Journalist. Er kommt aus Äthiopien. Dort arbeitete er bei einer englischsprachigen Zeitung. Da er seine Profession ernst nahm und als kritische Stimme berichtete, wurde er von der Regierung verfolgt. Ende 2009 floh er aus Äthiopien nach Deutschland.

Gründer und Kritiker

Schon bald setzte Addis Mulugeta sich dafür ein, geflüchteten Menschen eine Stimme zu verleihen. Dazu gründete er das Magazin heimfocus, das genau dies ermöglichte. 2011 wurde ihm der Friedenspreis der Stadt Würzburg verliehen. Addis Mulugeta studierte in Würzburg Betriebswirtschaft und betreut in Würzburg Geflüchtete. Gemeinsam mit Caroline von Eichhorn hat er das Buch „Neu in Deutschland“ verfasst, das Porträts von Geflüchteten und ihren Wünschen und Zielen sammelt. Bei NEU:DENK2017 möchte Addis Mulugeta seine eigenen Erfahrungen als Geflüchteter in Deutschland und politischen Visionen teilen sowie über Asylpolitik diskutieren.