CVJM Landesverband Bayern e.V. mit "Bonds of Peace"

Der Preis für vielfältige und rassismuskritische Jugendarbeit geht an den CVJM Landesverband Bayern e.V.  für das herausragende Projekt „Bond of Peace“. Jugendliche aus der ganzen Welt kamen mit bayerischen CVJM Mitgliedern und jungen Geflüchteten in Waging am See zu einem Camp zusammen. Junge Geflüchtete waren von Beginn an in die Planung einbezogen und engagieren sich weiter beim CVJM. Im Verband hat das Projekt viele Spuren hinterlassen und motiviert zur vielen weiteren Aktionen. Besonders die Einbindung junger Geflüchteter, die internationale Dimension und die interkulturelle Öffnungsprozesse im eigenen Verband überzeugten.

 1.   Rahmen und Grundidee des Internationalen Camps

Die Idee, "Bonds of  Peace"   stattfinden   zu lassen, entstand  aus sehr positiven Erfahrungen der Begegnungen und Interaktionen vom internationalen Jugendaustausch mit in Deutschland lebenden Flüchtlingen beim Kunstrasenfestival No.8 in Nürnberg. Die Geflüchteten  konnten  dort  ihre bereits gemachten Erfahrungen in Deutschland einbringen und somit die internationalen  Gäste freundlich empfangen und ihnen hilfestellend  zur Seite stehen. Gleichzeitig erlebten und lernten die internationalen   Gäste viel  von  der  gegenwärtigen  Situation  in  Deutschland. Die  intensiven  und positiven Begegnungen machten Mut, ein solches Camp stattfinden  zu lassen.

Die  ideellen  Rahmenbedingungen  für  ein  internationales  Camp bietet  der Zeltplatz am Waginger See, an dem schon seit vielen Jahren  Freizeiten  des  CVJM Bayerns stattfinden.  Der  schöne Lagerplatz mit  Blick auf die Alpen liegt direkt  am See und bietet Möglichkeiten  zum Baden, Surfen, Segeln, Entspannen und Boot fahren. Auch Ausflüge wie beispielsweise nach Salzburg lassen sich von dort aus gut durchführen.

 1.1.  Allgemeine Ziele des Camps

In mitten all dieser Angebote, die der Lagerplatz am Waginger See bietet, sollte genug Raum und Zeit für   internationale   Begegnungen zur  Verfügung  stehen.  Es  sollte  die  Möglichkeit   geben,  sich gegenseitig kennenzulernen, etwas über die Kultur des Anderen zu erfahren, sich auszutauschen und ins Gespräch zu kommen, wie "Bonds of Peace" (Bänder des Friedens} in unser Leben und in unsere Welt  gelangen. Der  Friede, von  dem  gesprochen  wurde,  sollte  auf  dem  Camp schon   konkret ausgelebt  werden, Vorurteile  sollten  abgebaut  werden  und  die  verschiedenen  Nationen  sollten Verständnis füreinander aufweisen. Dies sollte vor allem durch Gespräche über den Glauben und die Kultur  geschehen. Des Weiteren  sollte  das Camp eine  Zeit sein, in  der  die  Teilnehmer  etwas miteinander erleben, sich gemeinsam erholen und bewegen, neue Freunde finden und Gemeinschaft leben können.

 1.2. Vorbereitungsmaßnahmen für das Internationale Camp

Geleitet und vorbereitet wurde das Camp von zwei Hauptamtlichen des CVJM Bayerns. Des Weiteren waren   37  weitere   Mitarbeitende  dabei,  die   Programmpunkte  übernommen   und  Wokshops angeboten haben sowie Zeit für die Teilnehmenden hatten.

2.   Programm und Durchführung

Die Tage fanden unter ausgewählten Themen statt, die von den Teilnehmerinnen gestaltet wurden. Auch Abends fanden Events zu den verschiedenen Ländern statt. Es wurden gemischt Familiy-Groups gegründet, die sich Abends bei Lagerfeuer und Spielen Austauschen und gemeinsam grillen konnten. Hier wurden besonders intensive Gespräche geführt.

In den Familiy Groups wurden inhaltliche Themen diskutiert wie:

  • Frieden,
  • Frieden mit sich selbst,
  • Frieden mit Gott,
  • Frieden in der Welt

Wechselnde Tagesmottos des Camps:

  • Europatag
  • Asiatischer Tag
  • Arabischer Tag
  • Alpen und Umgebung
  • Südamerikanischer Tag
  • Afrikanischer und Europäischer Tag

3.   Zusammenfassung und Ausblick

Das Internationale   Camp am  Waginger See "Bonds  of  Peace" bietet  eine  große Möglichkeit, Menschen  aus anderen Nationen kennenzulernen, mit  ihnen ins Gespräch zu kommen, sich über Glaube, Religion  und  Kultur  auszutauschen, gemeinsame Aktionen  durchzuführen   und  Frieden zwischen verschiedenen Personengruppen und Ländern spürbar zu erleben. Die interkulturellen Begegnungen schenken Respekt, Akzeptanz und eine neue Blickrichtung auf Frieden in der Welt.  

Ein solches Camp fand dieses Jahr zum ersten Mal statt und konnte durch die Kooperation mit verschiedenen internationalen   CVJMs und  der  Arbeit mit Geflüchteten in Deutschland zu Stande kommen.

Nächstes Jahr wird  ein ähnliches Camp stattfinden  mit dem Titel "Beyond Limits- Grenzenlos". Das anlässlich des 5OOjährigen Jubiläums der Reformation in Wittenberg stattfindende Camp ist für  16 bis 26 Jährige ausgerichtet  und soll erneut  die Möglichkeit  interkultureller und internationaler  Begegnungen schenken. Die rund 500 bis 700 Teilnehmenden  werden gemeinsam darüber nachdenken, was Reformation heute in den jeweiligen  Herkunftsländern bedeutet, gemeinsame  Aktionen unternehmen,   Freundschaften  schließen  und  voneinander  lernen. Internationale Gäste, Geflüchtete  und Einheimische sollen auf der gemeinsamen Freizeit Grenzen überwinden  und von neuen Erfahrungen profitieren.

Einen Eindruck vom Camp-Leben kann man hier bekommen.