Wording - Begriffe im Kontext

Warum ist es wichtig, sich mit Begriffen zu befassen?

Sprache schafft Wirklichkeit. Begriffe sind belegt und konnotiert; sie sind nicht wertfrei. Begriffe können Macht und Herrschaftsverhältnisse abbilden, produzieren und/oder verstärken.  Andererseits können sie auch Klarheit schaffen und Handlungssicherheit geben.

Warum ist es für uns als Jugendarbeit wichtig?

Hinter Begriffen stecken auch pädagogische Konzepte. Jugendarbeit stellt auf Gleichberechtigung, Gleichheit, Offenheit etc. ab, deshalb ist es wichtig, Sprache zu reflektieren, um nicht unbewusst etwas zu reproduzieren, gegen das man eigentlich einsteht. Wir haben bemerkt, dass in der Jugendarbeit teilweise sehr unterschiedliche Auslegungen und Verständnisse von Begriffen existieren, was zu Missverständnissen und Konflikten führen kann. Auch in Politik, Medien, Verwaltung und Öffentlichkeit sind Begriffe oft unterschiedlich besetzt.

Wie sind die Texte entstanden?

Im BJR hat sich eine Arbeitsgruppe aus Fachkräften verschiedener Arbeitsfelder  zusammengefunden, um zentrale Begriffe aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und sich damit zu befassen. Anlass war die Erkenntnis, dass es auch zwischen den  Mitarbeiter_innen des BJRs verschiedene Begriffsauffassungen gab, die wir zusammenführen und mit dem aktuellen Diskurs abgleichen wollten. Wir haben dabei die Beobachtung gemacht, dass es große Unterschiede zwischen Theorie und Praxis gibt. Der theoretische, wissenschaftliche Diskurs ist oft weiter, als die Praxis der Jugendarbeit in Politik und Gesellschaft.

Welches Ziel steckt hinter dem Wording-Prozess?

Reflexion über Sprache gehört zur Interkulturellen Öffnung – als ständiger Prozess. Deshalb sind auch die Begriffe in diesem Umfeld in einem ständigen Wandel. An dieser Stelle wird der aktuelle Stand der Diskussion im BJR dargestellt. Dies soll ein Leitfaden sein für die interne und externe Diskussion. Er soll denen, die Orientierung suchen, Orientierung bieten, es soll zum Nachdenken anregen und ggf. als Argumentationshilfe dienen können. Keinesfalls soll er als normsetzende Vorschrift verstanden werden, sondern allenfalls als Hilfestellung dienen, als Vorschlag, an dem man sich orientieren kann. Der „Wording-Prozess“ ist damit nicht abgeschlossen – ganz im Gegenteil. Die Begriffe werden auch auf der Internetseite des BJR veröffentlicht werden und wir freuen uns auf Rückmeldungen und Diskussionsbeiträge für die Weiterentwicklung unserer Sprachfähigkeit als Jugendarbeit in Bayern.

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