Themen Europäischer Jugendpolitik

Start der Konferenz zur Zukunft Europas

Die Konferenz zur Zukunft Europas startete offiziell am 09. Mai. Der Prozess dauert voraussichtlich bis zum Frühjahr 2022 und bietet allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen, sich aktiv zu beteiligen und Vorschläge für die Zukunft Europas einzureichen. Junge Menschen sollen dabei eine zentrale Rolle spielen. Deswegen ist auch eines der neun zentralen Themen „Bildung, Kultur, Jugend und Sport“.

Die Konferenz zur Zukunft Europas ist keine typische Konferenz, sondern besteht aus einer digitalen Plattform, auf der alle ihre Ideen austauschen und Beiträge einreichen können, sowie zahlreichen Veranstaltungen von Bürgerinnen und Bürgern oder Organisationen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene. Jede Bürgerin und jeder Bürger - unabhängig vom Alter und von der Gesellschaftsschicht - kann eine Idee formulieren und eine Veranstaltung organisieren.

Auswirkungen der Pandemie auf junge Menschen

Ein Überblick europäischer Studien und Umfragen:

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Europäische Jugendstrategie der Europäischen Union

Am 26.11.2018 wurde durch den Europäischen Rat die EU-Jugendstrategie beschlossen. Sie bilden den Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in der EU von 2019-2027. Sie gliedert sich in die drei Schwerpunktbereiche Beteiligung, Begegnung, Befähigung:

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Deutschland übernimmt die EU-Ratspräsidentschaft

Am 1. Juli 2020 beginnt die EU-Ratspräsidentschaft unter dem Vorsitz Deutschlands, aus diesem Anlass betont Matthias Fack, Präsident des Bayerischen Jugendrings (BJR): „Gerade die nun beginnende deutsche EU-Ratspräsidentschaft muss die regionalen und lokalen Belange junger Menschen in den Blick nehmen. Darüber hinaus brauchen junge Menschen in ganz Europa Erlebnis- und Begegnungsräume sowie echte Mitbestimmungsmöglichkeiten.“ Jugendpartizipation sei ein unverzichtbares Element von Demokratie, so Fack – dies müsse die Bundeskanzlerin Angela Merkel auch im Rahmen der Youth Work Agenda klar stellen.

Die Internationale Jugendarbeit und vor allem ihre europäische Dimension waren von Anfang an wichtiger Bestandteil der bayerischen Jugendarbeit. Während ganz Europa gegen die Corona-Krise kämpft, dürfen die Interessen junger Menschen nicht außer Acht gelassen werden. Schließlich entsteht Zusammengehörigkeitsgefühl durch Begegnung, Zusammenarbeit und Solidarität. Eine wichtige Aufgabe für die Jugendarbeit nach der Pandemie wird sein, die europäische Jugendarbeit, die aktuell nur eingeschränkt oder digital stattfinden kann, wieder anzukurbeln und junge Menschen miteinander in Kontakt zu bringen. Für ein starkes und zukunftsfähiges Europa braucht es eine stabile und florierende europäische Jugendarbeit für alle jungen Menschen.

Die BJR-Referentin für europäische Jugendpolitik, Lea Sedlmayr, ergänzt: „Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft will im Jugendbereich vor allem die Themen Demokratie, Mobilität und eine Europäische Jugendarbeitsagenda (European Youth Work Agenda) bearbeiten. Wenn über Youth Work gesprochen wird, dann muss auch mit Jugendarbeit und mit jungen Menschen gesprochen werden.“

(Pressemitteilung des BJR vom 30.06.2020)

Aktuelle Infos zur deutsche EU-Ratspräsidentschaft:

EURACTIV, 29. April 2020: „COVID-19 wirbelt deutsche EU-Ratspräsidentschaft zunehmend durcheinander“ - dies ist wohl eine passende Überschrift über die aktuellen Planungen zur EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands ab dem 1. Juli 2020. Klar ist bisher, dass es sich vorrangig um die Haushaltsdebatten rund um den Mehrjährigen Finanzrahmen 2021-2027 drehen wird. Was im Jugendbereich geplant ist, oder zumindest vor Corona geplant war, steht auch in der aktuellen:

Deutschland nimmt die europäische Jugendarbeit ins Visier

2020 wird ein europäisches Jahr für Deutschland. Am 1. Juli 2020 übernimmt Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft für ein halbes Jahr. Dies bedeutet vor allem die Leitung aller Treffen des Rates der Europäischen Union sowie die der ca. 200 Arbeitsgruppen und Ausschüsse. Deutschland vertritt dann außerdem die Mitgliedstaaten gegenüber dem Europäische Parlament sowie der Kommission und repräsentiert die EU auch auf internationaler Ebene. Es gibt also viel zu tun. Unter anderem fällt vor allem der wichtige Beschluss des Haushaltsrahmens für die Jahre 2021 bis 2027 in diese Zeit. Doch auch jugendpolitisch setzen die jeweiligen Ratspräsidentschaften Schwerpunkte, wie zum Beispiel gerade Kroatien mit dem Schwerpunkt „Jugend im ländlichen Raum“. Deutschland plant für seine Präsidentschaft Beschlüsse in den Bereichen Jugendpartizipation, der Freiwilligenmobilität sowie eine European Youth Work Agenda.

Was ist das Besondere an so einer Agenda? Zum einen auf jeden Fall, dass es so etwas in Europa noch nie gegeben hat. Jugendarbeit wird in jedem der Mitgliedsstaaten anders definiert. So schaut zum Beispiel Deutschland auf eine außerschulische Jugendarbeitstradition zurück. In anderen Ländern ist Jugendarbeit dagegen viel mehr mit Schule verwoben oder aber mit Sozialarbeit bzw. Beratungsangeboten verbunden. Wie in so vielen Bereichen ist Jugendarbeit in Europa sehr bunt und vielfältig in seinen Strukturen, Inhalten und Angeboten. Um das alles unter einen Hut zu bringen spricht man von „Youth Work“ und grenzt damit die Definition von der deutschen „Jugendarbeit“ ab.

Was macht nun aber ein Youth Worker? Wie wird Youth Work gefördert und welche Zielgruppe wird damit erreicht? Was kann Politik tun, um Youth Work zu unterstützen, und zwar vor Ort aber auch in der Europäischen Vernetzung? Es stellen sich viele Fragen und deshalb ist es gut, sich erst einmal grundsätzlich auf eine gemeinsame Agenda zu verständigen. Diese wird dann aber nicht nur auf der EU-Jugendkonferenz diskutiert, die im Juli in Berlin stattfindet, sondern vor allem auch auf der Youth Work Convention im Dezember. Hier überlappt sich die deutsche Ratspräsidentschaft mit der zweiten europäischen Aufgabe Deutschlands 2020: dem Vorsitz des Ministerkomitees des Europarats, der im November beginnt. Deswegen werden zur Youth Work Convention auch Delegationen aus allen 47 Mitgliedsstaaten des Europarats nach Bonn reisen und sich über Youth Work verständigen.

Wer zum Bundeskongress Kinder- und Jugendarbeit 2020 im September nach Nürnberg reist, kann auf jeden Fall dort schon ein wenig Youth Work Luft schnuppern, mit vielen europäischen Gästen über Youth Work ins Gespräch kommen und gemeinsam diskutieren, wie wir uns europäisch weiterentwickeln können. Denn eines bleibt klar: Europa ist das, was wir daraus machen. Der Bayerische Jugendring bleibt deshalb am Ball, wenn es um europäische Youth Work geht und wenn Deutschland 2020 in der EU und im Europarat den Vorsitz übernimmt.

(Artikel in der JuNa-Ausgabe 02/2020)

Förderpolitik - Die Zwischenauswertung von "Erasmus +"

Seit Beginn des neuen EU-Bildungsprogramms „Erasmus+“ im Januar 2014 hat der Bayerische Jugendring die Umsetzung im Förderbereich „Jugend in Aktion“ kritisch verfolgt und Rückmeldungen aus den Jugendverbänden und Jugendringen gesammelt, die hier Förderanträge stellen. In Brüssel läuft derzeit die Zwischenauswertung zu Erasmus+, deshalb hat der BJR-Landesvorstand eine Stellungnahme dazu verabschiedet. Sie enthält wichtige Forderungen und konkrete Problemanzeigen, die zu einer konstruktiven Zwischenauswertung beitragen sollen.

Weiterführende Informationen

  • "Schengen", Was bedeutet Schengen eigentlich und warum diskutieren derzeit alle darüber? Der Europäische Rat hat in einer kleinen Broschüre alle Fakten zusammengefasst.

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